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Appell an die Eigeninitiative

Nach der Schule Appell an die Eigeninitiative

Was mache ich nach der Schule? Wo liegen meine Stärken, welche Qualifikationen habe ich und wie präsentiere ich mich am besten? Diese Fragen stellten sich die Schüler der 8. und 9. Klasse der Friedrich-Ebert-Schule (FES).

Marburg. Zwei Tage lang rauchten die jungen Köpfe, beschäftigten sich in zahlreichen Workshops mit Berufswegen, Kompetenzen, Selbstpräsentation und der eigenen Zukunft. Viel Input auf einmal. Experten gaben den Schülern wichtige Tipps und Denkanstöße für zukünftige Bewerbungen.

Das Camp wurde auf dem Gelände der Bildungsstätte des Vereins zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit in Wolfshausen veranstaltet. Zahlreiche Projekte, Ausbildungsbetriebe, die Marburger beruflichen Schulen sowie die Freiwilligendienste informierten die Schüler über mögliche berufliche Schwerpunkte, sprachen jedoch auch Klartext hinsichtlich Anforderungen und Leistungsbereitschaft der jungen Erwachsenen.

Das Camp wurde neben der FES von Kooperationspartnern der institutionellen und freien Jugendhilfe, der Bundesagentur für Arbeit sowie von der Stadt Marburg gefördert.

„Du bist gefragt - du gehst deinen Weg“ lautete auch das Motto am Montagabend. Neben speziellen Angeboten für Eltern, Vorträgen und Bewerbungshilfen gab es eine Podiumsdiskussion. Auf dieser stellten sich sechs Vertreter aus Geschäftswelt, Schulen und sozialen Projekten den Fragen der Schüler, zeigten mögliche Wege nach der Schulzeit auf und appellierten an ihr Selbstvertrauen.

Es sei wichtig, sich selbst, seine Fähigkeiten, Stärken und Interessen zu testen, waren sich alle einig. Das Podium rief die Schüler dazu auf, eigenständig auf die Betriebe zuzugehen, mal „rein zu schnuppern“, Praktika wahrzunehmen, in Vereinen, Werkstätten, Geschäften einfach mal auszuhelfen. Kurz: sich selbst auszuprobieren. Es gebe heute deutlich mehr Wege und Möglichkeiten zwischen Schule und Beruf als noch vor Jahren, erklärte Robert Petri von der Adolf-Reichwein-Schule. „Geht raus und sammelt Erfahrungen. Traut euch einfach“, betonte auch Tobias Henkel vom Pharmaserv-Konzern. Bereitschaft zeigen, aktiv werden, alles was über den Schulalltag hinaus geht, zeigt den potenziellen Arbeitgebern Initiative und macht Eindruck, sagte auch Martin Kretschmer von den Lahnwerkstätten.

Eigeninitiative war ein Hauptaspekt der Gespräche, den die Referenten versuchten, den Schülern zu vermitteln. „Macht euch eure eigenen Gedanken, zeigt Selbstständigkeit und Bereitschaft. Wenn ihr eine Stelle sucht, nehmt selber Kontakt zu den Betrieben auf. Die Eltern vorzuschieben sei ein ,no go‘“, betonte Unternehmer Marcello Camerin. „Sollte euch ein Praktikum oder gar eine Ausbildung überhaupt nicht zusagen, zögert nicht dies offen auszusprechen. Es sei besser diese Erfahrung vorher zu machen und sich nicht sinnlos durchzuquälen“, sagte Schulleiter Klaus Schäfer.

Ein weiterer Weg zur Berufsfindung sind die freiwilligen Dienste, erklärte Judith Prediger vom evangelischen Freiwilligendienst.

Ob soziales-, ökologisches-, bundes- oder internationales Jahr, die Teilnahme sei eine gute Möglichkeit den Entscheidungsdruck zu nehmen und einige Monate mehr Bedenkzeit zu bekommen. Zudem mache sich ein solcher Dienst gut im Lebenslauf.

Wofür sich die zukünftigen Arbeitnehmer auch entscheiden, die heute geknüpften Kontakte sowie die vielfältigen Angebote zur Berufsorientierung sollten die Jugendlichen weiter nutzen, betonte das Podium.

von Ina Tannert

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