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Anzahl der Ladesäulen soll stark erhöht werden

Elektromobilität Anzahl der Ladesäulen soll stark erhöht werden

Um die Attraktivität der Elektromobilität zu steigern, müssen mehr Ladesäulen her – um auch 
längere Strecken zurücklegen zu können, ohne Gefahr zu laufen, liegenzubleiben.

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Um die Akzeptanz von Elektroautos zu steigern, müsste die Anzahl der Ladesäulen erhöht werden.

Quelle: Paul Zinken

Stadtallendorf. Kritischer Punkt bei der Elektromobilität ist weiterhin die noch fehlende Lade-Infrastruktur. Um dies zu ändern, stellt der Bund 300 Millionen Euro zur Verfügung: 200 Millionen Euro für die Schnellladeinfrastruktur und 100 Millionen Euro für die Normallade-Iinfrastruktur. Im Landkreis gibt es laut „smarttanken.de“ rund 20 öffentliche Stationen.

Hans-Jürgen Schneider, Geschäftsführer von Elektroplan-Schneider in Stadtallendorf, hat im Auftrag der „Nationalen Plattform Elektromobilität“ (NPE) am technischen Leitfaden zur Ladeinfrastruktur mitgearbeitet.

Für den Stadtallendorfer ist klar: Vor allem Schnellladesäulen werden zukünftig im öffentlichen Raum benötigt – „allerdings haben nicht alle Autos die entsprechende Ladefunktion an Bord“, so Schneider. Seiner Meinung nach wird sich auf lange Sicht allerdings nicht das Laden per Kabel, sondern kontaktlos per Induktion durchsetzen.

„Die ersten Autos und Ladestationen gibt es bereits“, erläutert Schneider. „Das einzige Problem, das es dabei gibt: Per Induktion lassen sich die Autos lediglich mit sechs Kilowatt laden.“ Das bedeutet: Das Aufladen der Fahrzeuge würde nur geringfügig kürzer dauern als bei einer Normalladestation, auf die beispielsweise private Häuslebauer setzen. Diese arbeiten in der Regel mit einer Ladeleistung von 3,7 Kilowattstunden.

Ladesäulen von Netzleistung abhängig

Doch für Schneider bietet das Induktions-Laden zahlreiche Vorteile: „Wenn ich mit dem Auto zur Arbeit fahre, stelle ich den Wagen auf meinen Parkplatz, der mit der Ladefunktion ausgestattet ist – und wenn ich nach Hause will, ist die Batterie geladen. Ich muss nicht mit Steckern hantieren, die Hände bleiben sauber – eine praktische Lösung.“

Doch es gebe beim Ausbau der Infrastruktur auch ein weiteres Problem: „Wenn ich etwa Ladestationen an jedem Parkplatz in einem Straßenzug installieren möchte, muss auch die Netzleistung entsprechend hoch sein.“ Die Netzbetreiber versicherten jedoch, dass es von ihrer Seite aus nicht scheitern werde – die Stromkapazität sei ausreichend.

Allerdings könnten die Mittelspannungsnetze, die zum Ausbau der Struktur benötigt würden, teils zu alt sein. Dort gebe es Nachholbedarf, „die Netze müssen erneuert werden – da stellt sich lediglich die Frage, wer es zahlt“.

Insgesamt kommen auf die Investoren recht hohe Kosten zu: Demnächst sollen am Stadtallendorfer Gesundheitszentrum zwei Schnellladesäulen entstehen, „das werden die ersten beiden im Landkreis sein, sie werden rund 50.000 Euro kosten“, verdeutlicht Hans-Jürgen Schneider.

Der Verband der Automobilindustrie fordert in einem Positionspapier übrigens, Parkplatzbetreiber mit ins Boot zu holen: Wenn der Kunde parkt, wird das Auto geladen – zum Preis der Parkgebühr. Die ist für alle Parkenden gleich hoch, das heißt: Die Fahrer von Verbrennern subventionieren quasi die „Stromer“.

von Andreas Schmidt

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