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Antennenfernsehen kommt jetzt in HD

Neuer Standard hat Probebetrieb aufgenommen Antennenfernsehen kommt jetzt in HD

Pünktlich vor dem Start der Fußball-Europameisterschaft gibt es einen neuen Übertragungsweg für Fernsehprogramme: „DVB-T2 HD“ heißt er und bietet Fernsehen in HD-Qualität für unterwegs.

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Fernsehen auch unterwegs in hoher Auflösung – dafür sorgt der neue Übertragungsweg.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Vor gut zehn Jahren wurde der Fernseh-Standard „DVB-T“ eingeführt. Damit war es möglich, digitales Fernsehen unabhängig von Satelliten- oder Kabelanschluss zu empfangen. Daher wurde der Standard auch als „Überallfernsehen“ beworben, denn er machte auch Notebook, Tablet und Co. fernsehtauglich. Zudem wurde mit dem flächendeckenden Ausbau auch das analoge TV-Signal abgeschaltet.

Doch seither hat sich viel getan – vor allem in Punkto Auflösung: Während Fernsehgeräte mittlerweile mit Ultra-HD oder 4K-Auflösung punkten, steckt DVB-T immer noch in der geringen Auflösung fest. Das soll sich nun ändern: Am 31. Mai ging der Standard DVB-T2 HD in einigen Ballungszentren in den Testbetrieb.

Je südlicher im Landkreis, desto besser der Empfang

Und wie der Name schon sagt, kommt das „Überallfernsehen“ nun in HD-Auflösung daher. Das bedeutet: Mit dem entsprechenden Empfangsgerät lässt sich die bessere Auflösung nun auch mobil erleben – passend zu den sportlichen Großereignissen wie der kommenden Fußball-Europameisterschaft oder den Olympischen Spielen.

Als Startpaket stehen nun die HD-Programme Das Erste, RTL, ProSieben, SAT.1, VOX und ZDF – zusätzlich zur bestehenden DVB-T-Verbreitung – zur Verfügung. Davon kann man auch im Landkreis – je nach Wohnort – profitieren. Denn ausgestrahlt wird das Signal auch im Rhein-Main-Gebiet – und die Ausläufer reichen bis in den Landkreis hinein. Mit einer Außenantenne sollten sie empfangbar sein – als Regel gilt: Je südlicher im Landkreis, desto besser der Empfang im Probebetrieb.

Der Regelbetrieb mit rund 40 Programmen, überwiegend in HD, wird im 1. Quartal 2017 ebenfalls in diesen und weiteren Ballungs­räumen starten. Zeitgleich endet damit die Verbreitung privater Programme im bisherigen DVB-T-Standard. Die öffentlich-rechtlichen Sender bieten ihre Programme auch nach der Umstellung auf DVB-T2 HD unverschlüsselt an.

Privatsender werden ihr Programm verschlüsseln

Für den Empfang der meisten Programme der Privatsender in HD-Qualität wird ein technisches Entgelt erhoben – ähnlich, wie es nun schon beim Satelliten-Empfang der Fall ist. Zu den Preisen gibt es noch keine Informationen, allerdings dürften sie sich wohl bei etwa 60 Euro im Jahr einpendeln. Anders als bei Satelliten-TV gibt es bei DVB-T2 jedoch keine Privatsender in SD-Qualität. Entweder bezahlt man ab 2017 für die Privaten – oder man kann sie per Antenne nicht mehr empfangen.

Im Frühjahr 2017 erhöht sich die Anzahl der HD-Programme auf 40, und zu den bisherigen Regionen kommen weitere Ballungsgebiete hinzu. Bis 2019 wollen die Fernsehsender den Wechsel von DVB-T auf DVB-T2 HD komplett vollzogen haben, sukzessive wird der alte Standard dann abgeschafft.

Der Empfang von DVB-T2 HD setzt allerdings ein geeignetes Empfangsgerät voraus. Das kann entweder eine sogenannte „Set-Top-Box“ sein, mit der bestehende Fernsehgeräte DVB-T2 HD-fähig gemacht werden – oder aber ein Flachbildfernseher der neuesten Generation mit integriertem DVB-T2 HD-Empfangsteil.

Wichtig ist, auf das grüne ­DVB-T2-HD-Logo (Foto: Deutsche TV-Plattform) zu achten. Denn es gibt bereits seit geraumer Zeit Empfangsgeräte des neuen Standards, die aus anderen Ländern stammen und mit der Ausstrahlungsform in Deutschland nicht klarkommen.

Das liegt daran, dass die Nachbarländer auf eine ältere Technik zur Videokompression setzen. Die spätere Einführung von DVB-T2 HD in Deutschland führt dazu, dass hier gleich auf das modernere Kompressionsverfahren HEVC gesetzt wird. Dieses arbeitet deutlich datensparender, sodass sich im Falle von DVB-T bei gleicher Belegung von Funkfrequenzen mehr Kanäle in besserer Bildqualität übertragen lassen.

Im Umkehrschluss bedeutet es allerdings, dass sich im Ausland erworbene Empfänger nicht nutzen lassen, wenn sie HEVC nicht unterstützen – wichtig vor allem beim Einsatz von Empfangsgeräten für Notebook und Tablet.

von Andreas Schmidt

 
Fragen & Antworten rund um DVB-T2 HD

Welche Kanäle gibt es zum Start?
Anfangs werden sechs HD-Kanäle ausgestrahlt. Das Erste, ZDF, Sat.1, RTL, Vox und ProSieben.

Und wie geht es weiter?
Im März 2017 wird in den Regelbetrieb gewechselt. Dann gibt es in den Startregionen rund 40 öffentlich-rechtliche und private Kanäle zu sehen. Danach beginnt der Ausbau in weiteren Regionen. Bis Mitte 2019 sollen mehr als 90 Prozent der 
Bevölkerung mindestens per Dachantenne versorgt sein.

Brauche ich einen neuen Empfänger?
Ja. Alte DVB-T-Empfänger können mit dem neuen Fernsehsignal nichts anfangen. Michael Gundall von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rät, auf das grüne Logo mit DVB-T2-HD-Aufschrift und einem Fernseher-Symbol darüber zu achten. Empfänger müssen für das deutsche DVB-T2 HD zwingend den HEVC-Codec beherrschen. Geräte mit dem Siegel können das. Im Internet gibt es unter www.tv-plattform.de eine Liste mit geeigneten Geräten.

Wann wird das alte DVB-T abgeschaltet?
Wird DVB-T2 HD eingeschaltet, ist meist Schluss mit dem alten DVB-T. Laut Projektbüro DVB-T2 HD ist noch unklar, wo es örtlich noch übergangsweise einen Parallelbetrieb mit wenigen öffentlich-rechtlichen Programmen geben wird.

Gibt es einen Haken?
Für den Empfang der Privatsender in HD wird künftig ein Entgelt erhoben – wie beim Empfang per Satellit. Deswegen sollte ein neues Empfangsgerät auch die Fähigkeit zum Entschlüsseln haben. (dpa)

 
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