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Angst vor Stellenabbau

Betriebsrat schlägt Alarm Angst vor Stellenabbau

Konkrete Zahlen gibt es nicht, wohl aber Gerüchte. Nach der Schließung eines Bosch-Thermotechnik-Werkes in Neukirchen fürchten auch die Mitarbeiter in Lollar um ihre Arbeitsplätze.

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Die Mitarbeiter von Bosch-Thermotechnik, früher Buderus, fürchten nun erneut Stellenabbau.

Quelle: Unternehmensfoto

Lollar. Der Betriebsrat spricht von mehr als 200 Stellen, die schrittweise bis zum Jahr 2015 abgebaut werden sollen, die Werksführung, vertreten durch Pressesprecherin Silke Bartels von „völligem Unsinn.“ Die 1400 Mitarbeiter des Werkes „Bosch Thermotechnik“ in Lollar sind verunsichert. Die Gerüchteküche kocht, Betriebsrat und IG Metall machen mobil.

Heute Mittag soll es eine Betriebsversammlung im Werk geben. Unter anderem wird es um die Zukunft des Standortes gehen. Eine Zukunft, die Werner Bastian, freigestelltesBetriebsratmitglied, gefährdet sieht. „Uns wurden Unterlagen vorgelegt aus denen hervorgeht, dass bis zu 300 Stellen gestrichen werden“, erklärt er. „Die Mitarbeiter sind stinksauer. Hinter uns liegen harte Jahre. Wir wollen wieder eine Zukunft. Wir müssen das ganze Unternehmen auf einen anderen Kurs bekommen und die Marke „Made in Germany“ voran treiben.“

„Hier geht es heute um alles"

Er ist sich sicher: „Hier geht es heute um alles. Hier geht es um unsere Zukunft. Darum, ob wir überhaupt noch eine haben oder ob die Fertigung in Deutschland einfach fertig ist.“

Die Schließung eines Partnerwerkes in Neukirchen haben auch bei dem Geschäftsführer der IG Metall Mittelhessen, Heinz Schütte-Schrage, die Alarmglocken schrillen lassen. „Wir müssen das im Gesamtzusammenhang sehen.“ Vor 14 Tagen war eine Delegation aus Lollar nach Neukirchen gefahren, um die Kollegen bei einer Kundgebung zu unterstützen. Morgen rechnet Schütte-Schrage mit einem Gegenbesuch. Der Plan, so erklärt Schütte-Schrage, sieht vor, dass die Delegation aus Neukirchen an der Betriebsversammlung teilnimmt. „Werden sie nicht reingelassen, müssen wir entscheiden, was wir tun. Dann wird es sicher Spektakel an der Schranke geben.“

EU-Richtlinien verändern den Markt

Gegenwind, der aus Sicht der Werksleitung zwar nicht überraschend, dafür aber übereilt kommt. „Es gibt einfach noch keine konkrete Zahl. Das ist völliger Unsinn“, erklärt Silke Bartels. „Die Markt- und Kundenanforderungen in der Heiztechnik werden sich in den kommenden Jahren deutlich verändern. Beispielsweise weil sich Änderungen in EU-Richtlinien im Jahr 2015 abzeichnen, die den Trend zu Brennwertgeräten verstärken werden. An diese neuen Anforderungen wird sich Bosch Thermotechnik rechtzeitig anpassen. Wir prüfen deshalb unser Produkt- und Produktionsportfolio - dies betrifft auch den Standort Lollar. Es gibt weder abgeschlossene Planungen, noch Entscheidungen.“

Mit diesen Aussagen will sich Werner Bastian nicht zufrieden geben. „Wir haben eine Streik-Kultur. Wir haben auch schon zu Buderus-Zeiten so einiges durchgestanden“, erklärt er. Diese Streitkultur werden Teile der Belegschaft heute wohl wieder unter Beweis stellen und für eine Zukunft des Unternehmens auf die Straße gehen.

von Marie Lisa Schulz

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