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Angehende Pfleger diskutieren über Reformen

UKGM Angehende Pfleger diskutieren über Reformen

Die Reform der Pflege­ausbildung – weg von 
drei Berufsbildern und hin zu einer generalistischen Ausbildung – treibt auch die Azubis am UKGM um. Dabei sind noch viele 
Fragen offen.

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Am Ende der Informationsveranstaltung am UKGM verdeutlichten einige der Pflegeschüler ihre Forderungen und Ängste mit selbstgemalten Plakaten und Sprechblasen.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Die Bundesregierung will eine neue generalistische Ausbildung mit einem einheitlichen Berufsabschluss einführen.

Die bisherigen Ausbildungen in der Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege sollen zusammengeführt werden. Das stößt auf Widerspruch: So hat beispielsweise die Marburger Kinderkrankenpflegerin Monika Otte eine Petition eingereicht, um diese Reform zu verhindern ( die OP berichtete).

Jüngst veranstaltete die Jugend- und Auszubildendenvertretung des UKGM eine Informationsveranstaltung rund um die Reform. Gemeinsam mit Delphine Pommier von Verdi und Cornelia Schembier-Hebebrand, Akademieleitung der Elisabeth von Thüringen Akademie für Gesundheitsberufe wurde skizziert, was sich für die jetzigen Pflegenden ändert – und für die, die künftig einen Beruf in der Pflege ausüben wollen. Außerdem wurde der aktuelle Stand der Diskussionen dargestellt.

Aus Sicht von Verdi sei es zwar sinnvoll, die drei Ausbildungen zusammenzuführen, um Kompetenzen aus allen drei Ausbildungsbereichen zu bündeln. Jedoch seien von Beginn an für ­jede der beruflichen Tätigkeiten spezielle Fachkenntnisse vonnöten.

Verunsicherung bei Auszubildenden ist groß

Außerdem könnten die drei Ausbildungen unmöglich in gleicher Tiefe und Umfang in drei Jahren vermittelt werden. Die Gewerkschaft schlägt daher eine integrierte Ausbildung mit bis zu zwei gemeinsamen Jahren und einer anschließenden Phase der Spezialisierung von mindestens einem Jahr vor.

Verdi begrüße indes die zeitliche Vorgabe von mindestens zehn Prozent an Praxisanleitung im Gesetzesentwurf – auch, wenn die Ausgestaltung noch unklar sei. Neben der beruflichen Pflegeausbildung soll zudem ein Pflegestudium etabliert werden – dafür liegen nach Ansicht der Gewerkschaft jedoch noch keine überzeugenden Konzepte vor.

Die Verunsicherung ist auch bei den Auszubildenden groß, wie die Diskussionsrunde am Ende der Info-Veranstaltung zeigte. So hat etwa eine Schülerin Angst, dass sie in der­selben Zeit zusätzlichen Stoff lernen müsse – das sei zeitlich jedoch nicht zu schaffen. „Die neue Ausbildung funktioniert nur, wenn Inhalte weggelassen werden und die Zahl der Praxisanleiter erhöht wird“, meinte sie.

„Erst eine grundlegende Ausbildung, dann eine intensive Ausbildung – wann soll ich denn dann anfangen, auf der Station zu arbeiten?“, fragte eine andere Schülerin. Aus dem Plenum kam außerdem die Forderung, die Qualität in der Pflege nicht nur zu erhalten, sondern zu verbessern – „sonst macht die ganze Reform doch überhaupt keinen Sinn“, war sich die Schülerin sicher.

von Andreas Schmidt

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