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„Einkauf 2.0“ birgt Chancen

Online-Handel „Einkauf 2.0“ birgt Chancen

Wie auch kleine Betriebe vom Geschäft im Internet profitieren können haben jetzt rund 80 Geschäftsleute und Gewerbetreibende aus dem Landkreis während eines Vortrags in Friedensdorf erfahren.

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Referentin Anabel Ternès zeigt den Besuchern ihres Vortrags, wodurch sich die moderne Kundschaft auszeichnet und wie man deren Bedürfnisse für das eigene Geschäft nutzt.

Quelle: Sascha Valentin

Friedensdorf. Im Rahmen der Qualifizierungsoffensive des Fachdienstes Wirtschaftsförderung des Kreises war dort die Unternehmerin Professorin Anabel Ternès zu Gast und berichtete vom „Kunden 4.0“.

Verschiedene Erhebungen zeigten, dass digitale Medien und das Internet in den vergangenen Jahren rasant an Bedeutung gewonnen haben, machte Ternès deutlich. So besäßen 73 Prozent aller Menschen ein Smartphone und im Schnitt verbringe jeder Deutsche mehr als drei Stunden am Tag im Internet.

Daraus ergäben sich für Geschäftsleute neue Möglichkeiten aber auch Herausforderungen. Denn die neuen, digitalen Kunden zeichneten sich durch veränderte Ansprüche gegenüber den alten aus. Einzukaufen sei für sie mehr denn je ein Erlebnis, das einerseits von Komfort, andererseits aber auch durch Individualität geprägt sein solle.

Plus bei personalisierten Produkten

Das sogenannte „Augment­ed Shopping“, also ein virtuelles Einkauferlebnis, sei einer der Trends des „Kunden 4.0“. Schon heute sei es kein Problem, zum Beispiel Kleidung virtuell anzuprobieren und sich so den Weg ins Kaufhaus zu ersparen. Entsprechende Apps machten es möglich.

Ein weiterer Trend sei die Vorliebe für personalisierte Produkte. Die Möglichkeit, zum Beispiel T-Shirts, Tassen oder Bücher mit einem eigenen Schriftzug oder Logo zu versehen, stehe bei vielen Kunden sehr hoch im Kurs und beschere den Anbietern solcher Services einen regen Zulauf.

Auch die Form, wie sich die neuen Kunden über Produkte und Anbieter informieren, habe sich durch die neuen Medien geändert, erklärte Ternès. Wir lebten in einer Zeit der Turbo-Kommunikation, in der Zeit ein Luxusgut sei. Über Whats­app, E-Mail und soziale Netzwerke verbreiteten sich Informationen in Sekundenschnelle und sorgten dafür, dass der klassischen Mundpropaganda wieder ein höheres Gewicht eingeräumt werde.

Reizüberflutung für Kunden

Dass eine Marketingabteilung bis zu einem gewissen Grad flunkere, rechne der Kunde mit ein. Einem Freund und Bekannten, der ein Produkt empfiehlt, dem vertraue man deswegen viel mehr. Das wiederum führe zum sogenannten „Native Advertisement“, so Ternès. Dahinter verbirgt sie das Bewerben von Produkten und Dienstleistungen über mehrere Kanäle – zum Beispiel auch durch Blogger, die über das Produkt schreiben.

All diese Chancen für Geschäftsleute seien aber auch mit einer entsprechenden Verantwortung aufseiten der Konsumenten verbunden, betonte die Referentin. Diese müssten mit einer entsprechenden Reizüberflutung fertig werden, was auch ein gewisses Stressmanagement erfordere.

Vor allem sei eine solide Kompetenz im Umgang mit Medien nötig, um nicht in den Möglichkeiten der digitalen Einkaufswelt unterzugehen, erklärte die Expertin in Friedensdorf.

von Sascha Valentin

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