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Ampeln stehen auf Grün, das Logo auch

Neue EAM Ampeln stehen auf Grün, das Logo auch

Befreit vom Image des Energieriesen und dessen Konzernfesseln geht die ehemalige Eon Mitte AG den Neustart unter kommunalem Dach an. Und zeigt dies mit einem Logo, in dem nichts mehr an die Eon-Vergangenheit erinnert.

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EAM-Aufsichtsratsvorsitzender Robert Fischbach (Hintergrund von links) sowie die Geschäftsführer Georg von Meibom und Thomas Weber stellen das neue Unternehmenslogo vor dem Hauptsitz der EAM in Kassel vor.

Quelle: Michael Agricola

Kassel. Nur schnell weg mit der Alarmfarbe Rot: Nach dem Verkauf der Eon Mitte AG an die zwölf Landkreise und die Stadt Göttingen im Netzgebiet hat sich die Unternehmensführung für einen farblich ganz anderen Weg entschieden. Es ist ein rundes, dreidimensional wirkendes Logo, das künftig das Erkennungszeichen der „Energie aus der Mitte“ (EAM) sein wird. Das Grün dominiert, es steht als Symbolfarbe für die Nachhaltigkeit, zudem ist das Logo von einem zum Teil violett-beerenfarbigen „Energiering“ umgeben. Der stehe für den „Energiefluss“.

Mit der ungewöhnlichen Farbwahl „haben wir uns ganz bewusst von den Mitbewerbern abgesetzt“, sagte Geschäftsführer Georg von Meibom, der den neuen Unternehmensauftritt inklusive neuer Homepage am Freitag gemeinsam mit seinem Geschäftsführerkollegen Thomas Weber und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Robert Fischbach in Kassel vorstellte.

Das „Absetzen“ von der Konkurrenz will das seit dem 19. Dezember komplett in kommunalem Besitz befindliche Unternehmen auch bei seinen Produkten und der Unternehmensphilosophie schaffen. „Modern, einfach, fair“ schreibt sich die EAM auf die Fahnen. Und will mit einfachen, unbürokratischen Produkten neue Kunden gewinnen und die Wertschöpfung in der Region halten - indem Arbeitsplätze im Unternehmen vor Ort gesichert und Aufträge soweit möglich an heimische Unternehmen vergeben werden. Ihre Gasnetze will die EAM ausbauen, und bei bestehenden Netzen Hausbesitzern den Umstieg von Öl auf Gas mit vergünstigten Hausanschlüssen schmackhaft machen.

Mit gut 90 Millionen Euro Investitionen in das Netz, zum Beispiel für die Übernahme der Stromnetze im Kreis Altenkirchen und die Verstärkung der bestehenden Netze für den Zubau an Photovoltaik- oder Windkraftanlagen, hält das Unternehmen Kurs in seinem Kerngeschäft. Und weil man im Zuge der Abspaltung vom Eon-Mutterkonzern diesem den kompletten Vertrieb, also das Endkundengeschäft, überlassen musste, baut die EAM nun, wie bereits angekündigt, diesen Geschäftsbereich neu auf.

Registrierung ab sofort

Ab dem Sommer kann man von der EAM also wieder Strom und Gas beziehen. Dabei zielt das Unternehmen mit der Beschränkung auf grünen Strom vor allem auf Privat- und Gewerbekunden, die sich bewusst für einen regionalen und kommunalen Versorger entscheiden wollen. Wer sich dafür interessiert, „muss selbst aktiv werden“, so von Meibom. „Wir werden aber alles dafür tun, dass der Schritt zur EAM so unkompliziert wie möglich abläuft.“ Ab sofort kann man sich auf der Homepage www.eam.de als Interessent registrieren lassen.

Wie viele Kunden das Ziel sind, sagt von Meibom nicht, auch noch keine Preise und nicht den genauen Starttermin - „um den Wettbewerbern nicht zu viel zu verraten“. Er weiß aber, dass das Potenzial an Stromkunden im EAM-Netzgebiet etwa 800000 Kunden sind. Eon-Kunden seien darunter „ein erheblicher Anteil“ - genauer dürfe er das nicht beziffern. Das untersagten die Verschwiegenheitsklauseln zwischen Verkäufer und Käufern der Eon-Tochter, die nun EAM heißt, so von Meibom auf OP-Nachfrage. Dass man einen Teil von ihnen zurückgewinnen will, steht aber außer Frage.

Nach der Vorstellung des EAM-Logos in Kassel folge die „Umrüstung“ in den kommenden Wochen an den anderen 22 Standorten, an Umspannwerken und auf den gut 500 Fahrzeugen im EAM-Netzgebiet. Der offizielle Termin für die Umfirmierung sei der 1. Juni.

von Michael Agricola

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