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Als Frauen gegen 
die Nazis aufstanden

Ausstellung „Nichts war vergeblich“ Als Frauen gegen 
die Nazis aufstanden

Die Ausstellung „Nichts war vergeblich“ im Verdi-Bildungszentrum in Gladenbach würdigt den Mut von Frauen, die sich in der Zeit des Nationalsozialismus gegen den Terror des NS-Systems stellten.

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Svetlana Urintsova (Geige) und Gunther Friedrich (Klavier) sorgten für musikalische Untermalung.

Quelle: Jennifer Stein

Gladenbach. Frauen verweigerten auf vielfältige Weise dem NS-Regime die Gefolgschaft. Sie verfassten und verteilten Flugblätter, boten Verfolgten Unterschlupf und klärten im Ausland über das Unrecht in Deutschland auf.

Gudrun Schmidt vom Studienkreis „Deutscher Widerstand 1933 bis 1945“ informierte über ihre Arbeit zu der Ausstellung. Mehr als zwei Jahre hat eine achtköpfige Arbeitsgruppe des Studienkreises zum Thema „Frauen im Widerstand“ gearbeitet.

Unter den 18 ausgestellten Biografien gibt es bekannte Frauen, wie etwa Erika Mann (Tochter des Schriftstellers Thomas Mann), aber auch Frauen, die bisher weniger gewürdigt wurden. Gudrun Schmidt ging in ihrem Vortrag auch auf die unterschiedlichen Gründe für den Widerstand ein.

Im Zuchthaus 
entstanden Handarbeiten

Die Biografien verdeutlichen oftmals eine für damalige Verhältnisse moderne Lebensvorstellung. Berta Carola Karg etwa half beim Transport von Flugblättern und beim Ausbau „illegaler Strukturen“ mit. Sie lebte in der ständigen Angst, verhaftet zu werden. Im Januar 1934 wurde sie festgenommen und schließlich zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Ausstellung zeigt auch Handarbeiten, die sie während ihrer Haftzeit angefertigt hat: Tischdecken, Kissen oder kleines Kinderspielzeug. Solche Handarbeiten wurden von vielen Frauen im Gefängnis als Ablenkung gefertigt.

Gudrun Schmidt machte in ihrem Vortrag ebenfalls auf die aktuelle Bedeutung dieser Widerstandsbewegungen aufmerksam. „Auch heute müssen wir uns eine eigene Meinung bilden und diese vertreten“, betonte sie. Von den Frauen in dieser Ausstellung könne man viel lernen. „Wer sich mit ihren Biografien beschäftigt, wird tief beeindruckt vom Mut dieser Frauen sein“, sagte die Referentin.

Eine weitere Veranstaltung findet am Mittwoch, 8. März, anlässlich des internationalen Frauentags statt. Ab 19.30 Uhr stellt Gudrun Schmidt im Verdi-Bildungszentrum Texte, Gedichte und Impressionen zum Thema „Nichts war vergeblich“ vor.

  • Die Ausstellung läuft bis zum 10. März im Verdi-Bildungszentrum in Gladenbach (Schlossallee 33). Geöffnet ist sie von Montag bis Donnerstag jeweils von 9 bis 17.30 Uhr und am Freitag von 9 bis 14 Uhr. Der Eintritt ist frei. Der Besuch von Schulklassen ist nach Anmeldung unter Telefon 06462/91800 möglich.

von Jennifer Stein

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