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„Allianz für den freien Sonntag“

Aktivitäten in Marburg und Wetzlar „Allianz für den freien Sonntag“

Die in Gießen seit zwei Jahren bestehende „Allianz für den freien Sonntag“ weitet ihre Arbeit auf Marburg und Wetzlar aus. Darauf verständigten sich Vertreter der Kirchen zusammen mit mittelhessischen Gewerkschaftern.

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Gewerkschaften und Kirchen setzen sich dafür ein, dass an Sonntagen die Geschäfte nicht geöffnet werden dürfen.

Quelle: dpa

Marburg. Die Allianz setzt sich für einen unangetasteten Ruhetag in der Woche ein und hat vor allem die verkaufsoffenen Sonntage im Visier. „Ohne Sonntage gibt es nur noch Werktage – das kann niemand wollen“, so Matthias Körner, Geschäftsführer des DGB Mittelhessen. Die Gemeinschaftsinitiative von Kirchen und Gewerkschaften gibt es bereits auf Europa-, Bundes- und Landesebene.

In einem Urteil vom vergangenen November hat das Bundesverwaltungsgericht den Gemeinden einen strengeren Kriterienkatalog auferlegt, wann sie Sonntagsöffnungen für den Handel genehmigen dürfen.

Der Sonntagsschutz dürfe wirtschaftlichen Interessen nicht untergeordnet werden – die Genehmigungspraxis vieler Gemeinden werde zu lax gehandhabt. In Gießen führte die Allianz 2014 ein Klageverfahren gegen die Stadt.

Verdi-Mann fordert zeitnahe Lösung

Im Zuge des Verfahrens verständigte man sich dann, in Gesprächen zu einer politischen Lösung zu kommen. In diese Lösung sollen nun auch Marburg und Wetzlar mit einbezogen werden. Mit Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) sei bereits ein Termin für April vereinbart.

Aus Sicht des Verdi-Gewerkschaftssekretärs Joachim Haucke ist eine zeitnahe Lösung auch erforderlich. Denn gerade auf Basis des jüngsten Urteils des Bundesverwaltungsgerichts dürften die meisten Sonntagsöffnungen in Mittelhessen nicht mehr genehmigt werden.

Ziel der Allianz ist es, die Sonntagsöffnungen in der Region für den Handel zu beseitigen oder auf das absolut notwendige Minimum zu beschränken. Einen weiteren Aspekt sieht Pfarrer Klaus Weißgerber: „Diese Sonntage schüren den Konkurrenzgedanken in unserer Region. Sie schüren die Konkurrenz unter den Städten, unter den Einzelhändlern, und am Ende unter den Mitarbeitern.“

Weiterhin will die Allianz auch die Praxis von Ausnahmegenehmigungen für Sonntagsarbeit in der Region überprüfen. Die Wettbewerbsfähigkeit dürfe nicht als Argument für eine Entgrenzung der Arbeitszeiten angeführt werden. „Wir wollen der Entwicklung zu einer Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft entgegentreten“, argumentierte Anke Schwalbenhofer vom Katholischen Dekanat Gießen.

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