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Ärztin erstreitet Nachzahlung vom Land Hessen

Aus dem Arbeitsgericht Ärztin erstreitet Nachzahlung vom Land Hessen

Auf mehr als 20 000 Euro Gehaltsnachzahlung hat eine Ärztin das Land Hessen verklagt, weil sie sich falsch eingruppiert sieht. Das Arbeitsgericht gab ihr in erster Instanz Recht.

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Eine am UKGM beschäftigte Klägerin sieht sich zu niedrig eingruppiert und verlangt eine Nachzahlung von 20 000 Euro.

Quelle: Thorben Wengert / pixelio.de

Gießen. Wie die vorsitzende Arbeitsrichterin Christina Hergarten erläuterte, war die Frau vom 1. August 2011 bis 30. Juni 2014 am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) tätig. Das Arbeitsverhältnis bestand wie bei allen anderen Ärzten auch mit dem Land Hessen.

Bei der niedrigen Einstufung der Ärztin argumentierte die Arbeitgeberseite, dass die Frau in der Zeit, bevor sie die Stelle angenommen hat, eine Weile nicht gearbeitet habe.

Dementsprechend sei sie gemäß dem Tarifvertrag neu eingruppiert worden, weil durch die Unterbrechung vorherige Beschäftigungszeiten bei früheren Arbeitgebern nicht berücksichtigt werden müssten. Im Übrigen seien die Ansprüche nicht rechtzeitig geltend gemacht worden und Auszahlungsansprüche für Überstunden verfallen.

Richterin: Arbeitgeberwechsel ändert nichts an Lebensarbeitszeit

Dem wollte die Kammer des Arbeitsgerichts in keinem Punkt folgen. Die Argumentation der Klägerseite sei einleuchtend, so Hergarten. Diese hatte betont, dass das Vorgehen der Arbeitgeberseite eine gravierende Ungleichbehandlung bedeute.

„Wenn ein Arzt 30 Jahre bei einem Arbeitgeber arbeitet und dann beispielsweise für eine Pflegezeit seine Tätigkeit unterbricht, wird bei Wiederaufnahme der Beschäftigung die ganze Zeit angerechnet“, betonte die Klägervertreterin. Bei einem Arbeitgeberwechsel sei aber genauso zu verfahren.

Wenn die Beklagtenseite Recht hätte, so Richterin Hergarten in der Urteilsbegründung, „würde die Lebensarbeitszeit bei Arbeitgeberwechsel überhaupt keine Rolle spielen“, und das dürfe nach Auffassung des Gerichts nicht sein. Auch die Überstunden müssten bezahlt werden, sagte die Richterin. Denn diese seien unbestritten geleistet worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Kammer ließ die Berufung zu.

von Heiko Krause

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