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Ärzte bekommen mehr Verantwortung

UKGM Ärzte bekommen mehr Verantwortung

Erstmals informierte der neue Geschäftsführer Dr. Holger Thiemann in einer Mitarbeiterversammlung über die angedachte Neuorganisation der Pflege. Rund 370 Beschäftigte kamen zur Versammlung.

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Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH sucht derzeit einen neuen Pflegedirektor. 40 Personen haben sich beworben, das Auswahlverfahren hat begonnen, erklärte der kaufmännische Geschäftsführer Dr. Holger Thiemann gestern während einer Mitarbeiterversammlung. Das Interesse an dieser Veranstaltung war groß. Damit Beschäftigte aus möglichst vielen Schichtdiensten teilnehmen konnten, fanden zwei aufeinanderfolgende Versammlungen statt.

Insgesamt kamen rund 370 Mitarbeiter. Sie nahmen eine Kernbotschaft mit: Mit der neuen Pflegedirektion soll auch eine neue Organisationsstruktur das UKGM in Marburg zu mehr Erfolg führen. „Wir werden Bereiche der früheren Pflegedirektion straffen“, erklärte Thiemann (Foto) gestern auf Anfrage der OP. Waren bisher mehrere Pflegedienstleiter der Pflegedirektorin unterstellt, so werden diese Stellen künftig in vier Bereichsleitungen zusammengefasst. Es wird Bereichsleiter für operative und nichtoperative Fächer geben sowie für Kinder- und Frauenheilkunde sowie für die Psychiatrie.

Die Aufgabenfelder Operationen und Anästhesie sollen künftig nicht mehr der Pflegedirektion unterstellt werden, sondern einem neu eingerichteten OP-Management. Dieses soll unter ärztlicher Leitung stehen. Ärzte seien bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen, so Thiemann. Ärzte könnten demnach künftig die Dienstzeiten des Operations-Pflegepersonals einteilen. Bisher hätten Ärzte und Pfleger andere Arbeitszeiten, obwohl sie in einem Operations-Team arbeiten. „Es muss eine vernünftige Struktur im Management funktionieren. Da gab es bisher Probleme“, erklärt Thiemann. Die Neustrukturierung bedürfe noch der Zustimmung des Betriebsrates. Nächste Woche werde er mit dem Betriebsrat über dieses Thema diskutieren.

Betriebsratsmitglied Wolfgang Demper betrachtet die Pläne kritisch: „Wenn die Pflege den Ärzten unterstellt wird sowie neue Arbeitszeitmodelle und neue Anforderungen kommen, muss das Pflegepersonal wesentlich mehr an Leistung erbringen“. Während Ärzte 42 Stunden pro Woche arbeiten müssten, gelte für die Pfleger die 38,5-Stunden-Woche. Sollen die Ärzte den Schwestern nun Überstunden anordnen?, fragten sich Beschäftigte, berichtete Demper. Der Betriebsrat werde die Pläne kritisch prüfen.

Interessant sei außerdem, dass das vorgestellte Gesamt-Konzept nur für Marburg und nicht für Gießen gelten soll, so Demper weiter.

„Wir schauen auf Marburg. Das erste, was mir Oberbürgermeister Egon Vaupel bei meiner Vorstellung zu mir sagte war: Die Mitarbeiter müssen wieder stolz auf ihr Klinikum sein“, erklärte Thiemann. Er habe die Beschäftigten daher motivieren wollen. „Hier wird richtig gute Medizin gemacht“. An der Versammlung nahm auch der standortübergreifende Geschäftsführer Dr. Gunther Weiß teil.

Rhön will verhindern, dass Asklepios Anteile aufstockt

nDer Betreiber des UKGM, die Rhön-Klinikum AG, hat Beschwerde gegen die Entscheidung des Bundeskartellamts eingelegt. Das Kartellamt hatte vor vier Wochen entschieden, dass der Konkurrent Asklepios seinen Anteil am Rhön-Klinikum unter Auflagen auf bis zu 10,1 Prozent aufstocken kann. Laut Rhön-Satzung bedeuten 10,1 Prozent eine Sperrminorität, mit der grundlegende Entscheidungen blockiert werden können. Nach Medienberichten hat auch der Konzern Fresenius Beschwerde eingelegt.von Anna Ntemiris

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