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Abzocker zielen auf Firmen ab

Offertenschwindel Abzocker zielen auf Firmen ab

Mit einem scheinbar offiziellen Schreiben versuchen unseriöse Geschäftemacher, eine Anmeldung zum Branchenregister „Marburg.Gewerbe-Meldung.de“ zu erreichen - das kann teuer werden.

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Die Internet-Seite „Marburg.Gewerbe-Meldung.de“ listet angeblich 5,5 Millionen Brancheneinträge auf – eine Eintragung kann jedoch teuer werden.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Es hört sich so verlockend an: Auf der Webseite „Marburg.Gewerbe-Meldung.de“ gibt es angeblich 5,5 Millionen Einträge von Gewerbetreibenden. Da sollte man doch dabei sein, oder? Schließlich verschickt das Unternehmen derzeit Briefe an Gewerbetreibende im Landkreis. Und diese Anmeldungen sehen hochoffiziell aus, vermitteln den Eindruck, als Gewerbetreibender habe man die Pflicht, sich anzumelden.

„Die Zweigstelle in Leipzig übernimmt seit der internen Auflösung dezentraler Gewerbeverzeichnisse die Abwicklung der Gewerbeverzeichnisse in der Bundesrepublik Deutschland“, heißt es in dem Schreiben. Es gibt nur eine Fax-Nummer, keinen Ansprechpartner und keine Telefonnummer. Und die Kosten - 348 Euro zuzüglich Umsatzsteuer - tauchen erst im Kleingedruckten auf. Gleiches gilt für die Vertragslaufzeit von drei Jahren.

Martin Ahlich, Sprecher der Marburger Polizei, rät von der Eintragung dringend ab. „Einziges Ziel dieser Offerte ist es, für einen angeblichen Eintrag in einem Gewerbeverzeichnis oder -register Geld zu kassieren. Wer unterschreibt, knechtet sich für drei Jahre und zahlt pro Jahr 348 Euro plus Umsatzsteuer für einen absolut nicht notwendigen und vermutlich völlig überflüssigen Eintrag“, so Ahlich.

Eine solche „Offerte“ sei meist das Papier nicht wert, auf dem sie stehe und gehöre zum Altpapier. „Auf keinen Fall schickt man das Angebot mit seiner Unterschrift versehen auf das angegebene Fax, übrigens die einzige genannte Erreichbarkeit in dem zweiseitigen Schreiben“, verdeutlicht der Polizeisprecher.

Für Gewerbetreibende gebe es nur eine einzige kostenpflichtige, gesetzliche Verpflichtung eines Eintrags - nämlich die ins Handelsregister. Und diese erfolge über das Amtsgericht. Ausgenommen davon seien Kleingewerbetreibende und Freiberufler.

„Alles andere sind freiwillige Eintragungen oder Werbemaßnahmen, für die es keine rechtliche Verpflichtung gibt. Die Ausgaben dafür sollten also wohlüberlegt sein“, verdeutlicht Ahlich. Das Angebot, das es übrigens auch mit „Dautphetal.Gewerbe-Meldung.de“ gibt, bezeichnet Ahlich als „Offertenschwindel“ - eine bekannte Abzock-Möglichkeit.

„Solche Schreiben laufen in Betrieben oft ohne genaue Prüfung einfach durch. Der für viele Firmen geringe Rechnungsbetrag ist nicht auffällig und die Aufmachung des Schreibens täuscht“, verdeutlicht Ahlich. Um keine Fristen zu versäumen, werde unterschrieben - das Kleingedruckte bleibe ungelesen. „Aber bewusst genau da steht, eingebettet in den Text und ohne besondere Heraushebung, was diese Offerte letztlich kostet.“

Bei einer Recherche im Internet werde aber deutlich, dass es sich bei Marburg.Gewerbe-Meldung.de um das Produkt einer Firma aus Malta handele.

Zum Thema Offertenschwindel gibt es unter www.polizei-beratung.de ein Infoblatt mit vielen Tipps und Hinweisen, wie man sich vor dieser Betrugsmasche schützen kann.

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