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Abgefragt, abgebucht, abgezockt

Weltverbrauchertag Abgefragt, abgebucht, abgezockt

Im Mittelpunkt des diesjährigen Weltverbrauchertages stehen die Gewinnspielwerbung sowie eine neue Masche, Kosten für untergeschobene Verträge über die Telefonrechnung einzuziehen.

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Im Mittelpunkt des diesjährigen Weltverbrauchertages stehen unerlaubte Werbeanrufe, denen meist eine Abzocke durch dubiose Unternehmen folgt.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Obwohl Anrufe zu Werbezwecken verboten sind, wenn Verbraucher nicht zuvor ihr Einverständnis dafür gegeben haben, nehmen diese Anrufe nicht ab. Während seriöse Anbieter sich zunehmend an die gesetzlichen Bestimmungen halten, lassen sich unseriöse oder betrügerische Anbieter nicht abschrecken. Bei bundesweit 80.000 Beschwerden, die die Verbraucherzentralen in Deutschland im Jahre 2010 erfasst und ausgewertet haben, gab nur knapp ein Prozent der Teilnehmer an, dass sie mit dem Werbeanruf einverstanden waren.

Der diesjährige Weltverbrauchertag steht deshalb unter dem Motto „our money, our rights“ – „Unser Geld, unsere Rechte“. Entsprechend informieren und beraten die Verbraucherzentrale Hessen und die hessische Polizei am Dienstag gemeinsam zu Tricks, mit denen unseriöse Anbieter versuchen, Verbrauchern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Gewinnspielwerbung sowie eine neue Masche, Kosten für untergeschobene Verträge über die Telefonrechnung einzuziehen.

Von 12 bis 18 Uhr finden in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Hessen deshalb Aktionstage mit kostenloser Kurzberatung zu Gewinnspielen, Vorträgen und Information statt.

Die Verbraucherbeschwerden über unerlaubte Werbeanrufe, Gewinnspielabonnements und unberechtigte Kontoabbuchungen nehmen laut Verbraucherzentrale Hessen stetig zu. In den Werbeanrufen behaupten die Firmen unter anderem, es bestehe bereits ein kostenloser Teilnahmevertrag, der künftig entgeltpflichtig werde. Eine Kündigung sei zwar möglich, zuvor müssten aber Daten abgeglichen werden.

Die Anrufe dienen dazu, den Angerufenen ein Gewinnspielabonnement unterzuschieben und für die Abbuchungen vom Konto gleich die notwendigen Kontodaten mit abzufragen. Mitunter erfolgen der Verbraucherzentrale nach solche Abbuchungen für Gewinneintragungs­dienste auch ohne aktuelle vorherige Kontaktaufnahme. Woher die verwendeten Daten stammen, sei dabei unklar – vermutlich aus illegalem Datenhandel. Wenn nur ein Bruchteil der Angerufenen einer unberechtigten Abbuchung vom Konto nicht widerspricht, lohnt sich das „Geschäft“ angesichts der Masse der Anrufe, so die Verbraucherzentrale.

Da die Kosten für diese angeblich abgeschlossenen Gewinneintragungsdienste neuerdings auch mit der Telefonrechnung abgerechnet werden, sind Verbraucher nun gefordert, nicht nur ihre Kontoauszüge auf nicht genehmigte Abbuchungen zu prüfen und die Beträge zurückzufordern – sie müssen auch ihre Telefonrechnungen genau kontrollieren und sich ebenfalls gegen unberechtigte Abrechnungen zur Wehr setzen, raten die Experten. Die Verbraucherzentrale Hessen stellt im Internet unter www.verbraucher.de kostenlose Verbraucherinformationen und Musterbriefe zur Verfügung.

Die kriminellen Machenschaften der Anbieter, die aus dem Ausland operieren, können die Verbraucherzentralen mit ihren Möglichkeiten nicht abstellen. Doch sowohl die Polizei als auch die Verbraucherzentralen klären auf, um Verbraucher zu warnen und solche Fälle zu verhindern. Falls der Betrug erfolgreich war, bleibt nur noch die strafrechtliche Verfolgung durch Polizei und Staatsanwaltschaft.

Antworten zu allen Arten von Fragen rund um das Verbraucherrecht beantworten die Experten der Verbraucherzentrale Hessen am Servicetelefon unter 0 18 05/97 20 10 (0,14 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise maximal 0,42 Euro pro Minute) und in allen Beratungsstellen.

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