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Abgas-Skandal hat bisher keine Auswirkungen

Marburger Kfz-Innung Abgas-Skandal hat bisher keine Auswirkungen

Die Mitgliederversammlung der Kfz-Innung 
Marburg war geprägt vom recht ausführlichen Bericht des Obermeisters und einem Vortrag zum Thema Abmahnungen.

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Obermeister Ralf Funke (von links) und Kreishandwerkerschafts-Geschäftsführer Meinhard Moog sowie Roger Seidel vom Hessischen Innungsverband (rechts) zeichneten Ulf Wagner (ab Dritter von links), Werner Krug, Reinhard Masuch, Walter Becker und Michael Erkel für deren langjähriges ­Meisterjubiläum aus.

Quelle: Klaus Böttcher

Kirchhain. Der Obermeister der Kfz-Innung, Ralf Funke, freute sich, dass mehr als 30 Innungsmitglieder zur Versammlung gekommen waren.

„Das Jahr 2015 ist gut gelaufen, trotz des Skandals um manipulierte Emissionswerte“, stellte Funke fest und ergänzte: „Sowohl bei den Neuzulassungen als auch im Gebrauchtwagengeschäft haben wir Zuwachsraten zu verzeichnen.

Und auch das Servicegeschäft hat sich nach dem Einbruch in 2014 wieder erholt und ist gewachsen.“ Die Rendite habe davon leider noch nicht profitiert. Die vorläufige Durchschnittsrendite betrage nach 2014 (1,3 Prozent) zwar 1,4 Prozent, sei aber von der Mindestrendite von 3 Prozent noch ein Stück weit entfernt.

„Die 3 Prozent Rendite benötigen wir, um in Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter, in moderne Werkstatt-Technik und nicht zuletzt in Glas, Stahl und Steine nach den Vorgaben der Hersteller für den Neuwagenvertrieb zu investieren“, stellte der Obermeister klar. Als erfreulich bezeichnete er die Nachwuchsgewinnung. So gebe es Zuwächse sowohl bei den Kfz-Mechatronikern wie auch bei den Kfz-Kaufleuten.

„Für Elektroautos braucht 
es zunächst Infrastruktur“

Ralf Funke ging ausführlich auf das Neuwagen- und Gebrauchtwarengeschäft ein und sagte zum aktuellen Thema der Kaufprämie für Elektrofahrzeuge: „Wir bleiben bei unserem Nein zu einer Kaufprämie.“ Eine Prämie habe keine nachhaltigen Effekte, sondern Mitnahme-Effekte.

„Ziel muss es sein, die Vorbehalte der Kunden durch Produktverbesserungen und einen Ausbau der Ladestruktur auszuräumen, statt durch Geldprämien ein Strohfeuer zu entfachen.“ Funke prognostizierte, dass bei massiven Fortschritten bei Gewicht und Leistungsfähigkeit der Batterien sowie Ladedauer und Fahrzeugreichweite die Elektroautos auch ohne Kaufanreize ihren Weg machen würden.

Zum VW-Skandal erklärte Funke, dass die betroffenen Betriebe mit den Rückrufen alle Hände voll zu tun haben werden und sagte: „Eine wichtige Erkenntnis hat der Skandal auf jeden Fall gebracht: Die Abgasuntersuchung muss erhalten bleiben.“ Auch die andiskutierten Erhöhung des Steuersatzes für Dieselkraftstoff sowie einer möglichen blauen Umweltplakette erteile die Innung eine klare Absage.

Der Geschäftsführer und Betriebsberater des Kfz-Innungsverbandes Hessen, Roger Seidel, hielt einen Vortrag zum Thema „Achtung Abmahnung“. Er verdeutlichte, dass insbesondere durch die Deutsche Umwelthilfe Betriebe vielfältig aufgesucht und auf Fehler in der Auszeichnung untersucht würden oder deren Werbung in Zeitungen und im Internet auf Fehler geprüft würden. Entspreche etwas nicht den Bestimmungen, so werde mit einer hohen Gebühr abgemahnt. Seidel gab den Innungsmitgliedern wertvolle Hinweise, wie diese Abmahnungen vermieden werden könnten.

  • Obermeister Ralf Funke ehrte zusammen mit dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Meinhard Moog, langjährige Meister: Ulf Wagner, Werner Krug und Michael Erkel sind seit 25 Jahren Meister. Walter Becker und Reinhard Masuch erhielten die Urkunde für ihr 40-jähriges Meisterjubiläum.

von Klaus Böttcher

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