Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° Regen

Navigation:
80 Euro mehr in der Lohntüte

Tarifabschluss am UKGM 80 Euro mehr in der Lohntüte

Die Donnerstagabend erzielte Einigung zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem UKGM wäre ohne die Streiks nicht erzielt worden, sagt die Betriebsratsvorsitzende.

Voriger Artikel
5,5 Prozent mehr Lohn für Pflegepersonal
Nächster Artikel
Der „Weinboulevard“ wird mobil

Vor einer Woche noch traten mehrere hundert Beschäftigte in den Warnstreik. Jetzt haben sich Verdi und UKGM auf einen Tarifvertrag geeinigt.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die Marburger UKGM-Betriebsratvorsitzende und Verdi-Mitglied Bettina Böttcher spricht von einem Erfolg für die Mitarbeiter, die ein niedriges Gehalt haben. Für sie sei der Tarifabschluss besonders gut.
Die Tarifeinigung umfasst ein Volumen von 5,5 Prozent.

„Wichtig war uns, dass es einen ordentlichen Sockelbetrag gibt“, sagt Böttcher. Nun erhält jeder nicht-ärztliche Mitarbeiter, ob in der Pflege, Verwaltung oder Technik, 80 Euro mehr im Monat und das rückwirkend ab April ( die OP berichtete).

Eine weitere Lohnsteigerung um 2,25 Prozent gibt es ab März 2016. Besonders für das Pflegepersonal ist ein weiteres Detail wichtig: Die Nachtzuschläge steigen ab Januar 2016 um zehn Prozent.
Eine Krankenschwester, die seit 15 Jahren im Dienst ist, erhält nach dem neuen Tarifabschluss im Durchschnitt nun 3162 Euro Brutto statt bisher 3012 Euro, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Stefan Röhrhoff auf Anfrage der OP.

Verdi-Mitglieder können abstimmen

„Ohne die Streiks hätten wir dieses Angebot niemals durchgesetzt und würden mit den lächerlichen Angeboten des Arbeitgebers vorlieb nehmen müssen“, erklärt Verdi. Das sagt auch Böttcher. Für die Auszubildenden gibt es rückwirkend zum April 2015 eine Erhöhung von 40 Euro und ab März 2016 erfolgt eine weitere um 40 Euro.

Die Erhöhungen betreffen rund 6500 Mitarbeiter und gelten auch für die Mitarbeiter der Tochtergesellschaft UKGM Service GmbH. Die Verdi-Mitglieder werden ab nächster Woche aufgerufen, für oder gegen den Tarifabschluss zu stimmen. Denn formal ist die Einigung bislang nur ein Vorschlag der Tarifkommission.

Allerdings erwarten alle Beteiligten, dass sich die Mehrheit der Befragten für das ausgehandelte Papier ausspricht. Der Verhandlungsführer des UKGM, Martin Menger als Vorsitzender der Geschäftsführung, zeigte sich nach Abschluss der Tarifverhandlungen zufrieden und sprach von einem „fairen Kompromiss“, der nach langen, intensiven Verhandlungen erreicht werden konnte.

Debatte über Gesundheitsschutz geht weiter

„Wir sind bis an die Schmerzgrenze gegangen, um diesen Tarifkonflikt zu einem guten Ende zu bringen und unseren Mitarbeitern einen echten Reallohnzuwachs bieten zu können. Angesichts der engen Bewegungsspielräume, die man als Klinikbetreiber im deutschen Gesundheitssystem nun mal hat, konnten wir einen sozial und wirtschaftlich vertretbaren Konsens zwischen den beiden Verhandlungsparteien finden“, so Menger.

Auch die Ärzte am UKGM sollen mehr Geld erhalten – das hatte die Gewerkschaft „Marburger Bund“ mit dem Land Hessen ausgehandelt (die OP berichtete). Das UKGM hat aber dennoch weiterhin Tarifverhandlungen mit Gewerkschaftsvertretern zu führen: Verdi fordert vom UKGM, einen Tarifvertrag zum Gesundheitsschutz abzuschließen.

Beide Seiten hätten sich angenähert, nun müsse man sich einigen, wie die Befragung von Mitarbeitern zum Thema Belastung durchgeführt wird beziehungsweise wie viele Mitarbeiter daran teilnehmen sollen, so Böttcher.

von Anna Ntemiris

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr