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50 Cent mehr für den ersten Kilometer

Taxi-Preise 50 Cent mehr für den ersten Kilometer

Handeln lohnt sich nicht: Taxis müssen ihre Fahrten nach festen Tarifen berechnen. Die sind nun erhöht worden. Mit weiteren Preissteigerungen ist zu rechnen, sagt der Vorsitzende der Taxivereinigung Marburg.

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Taxis am Marburger Hauptbahnhof. Foto: Thorsten Richter (thr)

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. In der Liste Das-ist-teurer-geworden können die Marburger und ihre Besucher nun auch das Taxifahren aufführen. „Seit mehreren Jahren steigen die Spritpreise, aber die Taxitarife wurden nicht erhöht“, sagt Herbert Brunett, Vorsitzender der Taxivereinigung Marburg, der neun Taxiunternehmen angeschlossen sind. Zumindest nicht die letzten fünf Jahren, ergänzt er. Und die Erhöhung sei ohnehin moderat. Der erste Kilometer kostet 50 Cent mehr, für jeden weiteren müssen die Fahrgäste zehn Cent mehr zahlen. Wer zum Beispiel eine fünf Kilometer lange Strecke wählt zahlt statt bisher 10,50 Euro nun 11,40 Euro.

5-Euro-Pauschale für Kurzstrecken?

Die Taxivereinigung hatte laut Brunett den Antrag für eine Erhöhung im März eingereicht, es habe danach mehrere Gespräch mit der Stadt gegeben. Mit der neuen Taxentarifverordnung, die der Magistrat genehmigt hat, ist Brunett nicht ganz zufrieden. Die Erhöhung der Benzinpreise sei damit nicht aufgefangen. „Verschleißteile, Reparaturen kosten auch mehr.“ Auch dies müsse man berücksichtigen, zumal die Marburger Taxifahrer hauptsächlich Kurzstrecken zu fahren haben. Aus diesem Grund schlägt Brunett die Einführung eines Kurzstrecken-Systems vor. Für jede Fahrt bis tausend Meter sollte grundsätzlich ein Betrag von fünf Euro genommen werden. Wer also vom Hauptbahnhof aus in ein Hotel in die Bahnhofstraße oder Elisabethstraße möchte, zahle fünf Euro. Für jeden weiteren Kilometer gäbe es dann Tarife. Die Stadt habe diesen Vorschlag aber nicht umgesetzt, so Brunett.

Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) erklärte, die Taxivereinigung habe in den Verhandlungen ursprünglich 5,80 Euro als Kurztarif eingefordert. Aber auch ein Festpreis von fünf Euro für eine Strecke von bis zu tausend Metern sei zu hoch, so Vaupel. Aus diesem Grund habe der Magistrat den Vorschlag nicht aufgegriffen.

Echte Taxis dürfen Preise nicht verhandeln

Dass Taxiunternehmen ihre Preise mit der Stadt regeln müssen, liegt an der Gesetzgebung. „Wir sind öffentlicher Personennahverkehr, haben uns an Verordnungen zu halten und dürfen nicht individuelle Preisabsprachen mit Kunden treffen“, so Brunett. Das unterscheide ein Taxi zum Beispiel von anderen „Mitbewerbern“, die sich nicht an die Tarifverordnung halten müssen. Diese Anbieter sind rein rechtlich Mietwagen. Brunett sagt, dass viele dieser „Mietwagen“ mittlerweile unerlaubt auf Taxiplätzen vor dem Cineplex oder zumindest in der Nähe halten, um Fahrgäste mitzunehmen. „Dabei dürfen solche Wagen keine Passanten aufgabeln und sobald sie Kunden abgesetzt haben, wieder zurück in ihre Zentrale fahren“, so Brunett. Und: In der Oberstadt dürfen nur Taxis fahren, keine günstigeren Fahrdienstleister. Aber auch dies, so Brunett werde nicht eingehalten. Das kann Vaupel nicht bestätigen. Er habe eher von Beschweren erfahren, dass sich Leute die Öffnung der Oberstadt auch für andere Fahrzeuge wünschen.

von Anna Ntemiris

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