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49 Kugeln, die das große Glück verheißen

Lotto 49 Kugeln, die das große Glück verheißen

Von allen Hessen investieren die Offenbacher am meisten in Lotto. Doch wer hat 2013 abkassiert? Die Spieler aus Marburg-Biedenkopf.

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Jede Woche hoffen Millionen von Lottospielern auf den Hauptgewinn: Sie wollen den Jackpot im Lotto knacken. Dabei haben die Bewohner unseres Landkreises zumindest statistisch gesehen das meiste Glück.Foto: Arne Dedert

Quelle: Arne Dedert

Marburg. Jochen Weber sitzt am Wohnzimmertisch und füllt seinen Lottozettel aus. Wie jede Woche: „Ich spiele schon seit gut 15 Jahren“, sagt der 47-Jährige. Damals hat er mit seiner Frau gebaut - und hoffte auf den berühmten „Sechser“, der sein Leben radikal verändern würde. „Das Häuschen wäre bezahlt, und so viel arbeiten müsste ich auch nicht mehr“, sagt Weber.

Dabei bleibt er seinem „System“, wie er es nennt, treu: Vier Kästchen füllt er aus, immer mit denselben Zahlen. „Aber manchmal werde ich schwach“, verrät der kaufmännische Angestellte. „Wenn der Jackpot besonders hoch ist, kommen zwei Kästchen dazu - mit Zufallszahlen.“

Dabei achtet Weber genau darauf, dass sich diese „Zufallszahlen“ nicht mit seinen Stammzahlen doppeln. „Ich will ja die Chance erhöhen“, sagt er lachend. Denn er weiß genau, dass es wahrscheinlicher ist, vom Blitz getroffen zu werden als sechs Richtige zu bekommen.

Einmal war er dicht dran am großen Gewinn: Fünf Richtige hatte er, doch der Gewinn hielt sich in Grenzen: „Gut 1000 Euro waren es, denn es gab sehr viele Tipper mit fünf Richtigen.“

Das ist wohl auch der Beliebtheit einiger Zahlen geschuldet: Viele Tipper verwenden Geburtsdaten von sich und ihren Liebsten - das heißt, dass für sie bei der 31 Schluss ist. „Die Enttäuschung war natürlich zunächst da“, verrät Weber. „Aber dann haben wir uns gefreut und das Geld mit in unseren Urlaub eingeplant“, sagt der 47-Jährige.

Schmerzt ihn der wöchentliche Einsatz nicht? „Nein, es ist ja nicht viel, keine fünf Euro in der Woche, also weniger als 250 Euro im Jahr“, rechnet Weber vor. Auch, wenn die Preise immer mal wieder leicht anstiegen. „Aber dafür rauche ich nicht“, sagt er, das käme ihn teurer. „Und wenn der große Gewinn kommt - dann hat sich der Einsatz gelohnt“, schmunzelt Weber.

Kein Lotto-Millionär im Landkreis

Dafür stehen seine Chancen statistisch gesehen gar nicht so schlecht. Denn im Landkreis Marburg-Biedenkopf wohnen laut Lotto Hessen die Spieler mit dem glücklichsten Händchen: Wer hier einen Euro einsetzt, gewinnt rechnerisch im Durchschnitt 41,33 Cent.

Und auch unsere direkten Nachbarn im Landkreis Waldeck-Frankenberg sind gute Tipper: Sie landen mit rechnerisch 40,30 Cent je Euro auf dem zweiten Platz. Schlusslicht bei der Gewinnausschöpfung ist indes die Südspitze Hessens: Im Odenwaldkreis erzielen die Spieler mit 31 Cent Gewinn je Euro den niedrigsten Gewinn. Durch Lottospielen sind vergangenes Jahr in Hessen zwölf Menschen zum Millionär geworden.

Dabei ging Marburg-Biedenkopf aber leer aus: Je zweimal räumten Glückspilze in den Landkreisen Gießen, Lahn-Dill und Hochtaunus ab, die Kreise Kassel, Fulda, Main-Kinzig, Main-Taunus und Rheingau-Taunus sind um jeweils einen Millionengewinner reicher. Ein Hesse aus dem Rhein-Main-Gebiet knackte im April vergangenen Jahres den Eurojackpot und erzielte mit 46,1 Millionen Euro den größten je in Deutschland erzielten Lottogewinn.

Lotto Hessen steigerte seinen Umsatz um 9,5 Prozent auf 587,3 Millionen Euro, wie die Gesellschaft mitteilte. Davon wurden 288,3 Millionen Euro als Gewinne ausgeschüttet. Sport, Kultur und Denkmalpflege wurden mit 125 Millionen Euro gefördert.

Geschäftsführer Heinz-Georg Sundermann beklagte eine Überregulierung, die staatliche Lotterieanbieter gegenüber privaten Anbietern benachteilige. Jeder Hesse gab vergangenes Jahr rechnerisch 97,62 Euro für Lotto aus, damit lag das Land bundesweit an der Spitze.

Am intensivsten versuchten Einwohner des Kreises Offenbach ihr Glück und zahlten 111,53 Euro je Kopf.

Den gesteigerten Umsatz führte der hessische Lotto-Chef auf veränderte Gewinnpläne zurück. Außerdem hätten sich 2013 mehrmals 20 Millionen Euro und mehr im Gewinntopf angesammelt. Das locke jedes Mal zahlreiche Gelegenheitsspieler an.

Für dieses Jahr erwartete Sundermann Einsätze in Hessen um die 620 Millionen Euro. Als neues Produkt soll ab Sommer eine Deutsche Sportlotterie den Spitzensport fördern. Dafür stehe aber noch die Genehmigung durch das Finanzministerium von Rheinland-Pfalz aus.

von Andreas Schmidt und unserer Agentur

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