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47 Jahre prägte er die Kreishandwerkerschaft

Geschäftsführer 47 Jahre prägte er die Kreishandwerkerschaft

Der Mann, der hinter den Kulissen die Geschicke der Kreishandwerkerschaft Marburg lenkte, hört auf: Fast ein halbes Jahrhundert setzte sich Lothar Kaiser für die Belange der Innungen ein.

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Kreishandwerksmeister Rolph Limbacher (links) ehrte und verabschiedete Lothar Kaiser. Die Laudatio hielt Peter Göbel, der frühere Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Kassel (rechts, sitzend). Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Als Lothar Kaiser in den 60er Jahren bei der Kreishandwerkerschaft als Auszubildender anfing, gab es jede Menge Handwerker: 100 Bäcker und Fleischer sowie 150 Maler- und Lackierbetriebe waren zum Beispiel im Altkreis Marburg gemeldet. „Die Mitgliederzahl bei der Kreishandwerkerschaft hat sich seitdem halbiert“, sagt Lothar Kaiser. Dass die Beiträge bis heute dennoch stabil bleiben konnten, ist ein Verdienst von Lothar Kaiser, der seinem Ausbildungsbetrieb treu blieb und dort die Karriereleiter hochkletterte.

Als Geschäftsführer kann Kaiser seinem Nachfolger Meinhard Moog sichere Rücklagen übergeben, wie er am Donnerstag während seiner Verabschiedung sagte. 100 geladene Gäste, Weggefährten und zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft, würdigten die Arbeit von Lothar Kaiser, der 47 Jahre lang bei der Kreishandwerkerschaft gearbeitet hat. Stets ruhig und sachlich, nie laut war Lothar Kaiser, erklärte Kreishandwerksmeister Rolph Limbacher, der der vierte Kreishandwerksmeister unter der Geschäftsführung von Kaiser war.

Kompromissloser Einsatz für die Handwerksbetriebe

Dass Kaiser nicht immer einer Meinung mit Vertretern aus Politik und Verbänden war, stellten mehrere Redner fest. „Sie haben kompromisslos die Interessen des Handwerks vertreten“, sagte Landrätin Kirsten Fründt (SPD).

Der Präsident der Handwerkskammer Kassel, Heinrich Gringel, würdigte die Verdienste seines langjährigen Weggefährten, der sich besonders um das Wohl der Auszubildenden eingesetzt habe.

Gringel erklärte aber auch, dass die Kammer nicht immer einer Meinung mit Kaiser war. Es gab eben nicht nur gute Zeiten in den vergangenen 47 Jahren: So erinnerte Gringel daran, dass vor vielen Jahren das Personal in der überbetrieblichen Ausbildungsstätte für das Baugewerbe ausgetauscht werden musste, weil es Probleme zwischen Ausbildern und Jugendlichen gegeben habe.

„Sie haben immer angepackt, wenn es um eine Verbesserung ging. Das ist immer gelungen“, so Gringel.

Kaiser hat weittragende und mutige Entscheidungen getroffen, die er mit Engagement und Zuverlässigkeit umsetzte, sagte Peter Göbel, der frühere Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Kassel, in seiner Laudatio. 1976 brachte Kaiser den Umzug der Kreishandwerkerschaft von der Innenstadt in den Neubau nach Cappel voran. Zahlreiche Modernisierungen, in den Büros, Betrieben und in der Verwaltung sind auf Kaiser zurückzuführen, so Göbel. Kaiser war in zahlreichen Ausschüssen und Gremien aktiv - auch dort immer als Repräsentant der Mitgliedsbetriebe. Durch seinen Einsatz habe nicht nur er persönlich Anerkennung und Respekt bekommen, sondern die gesamte Kreishandwer-kerschaft, merkte Göbel an,

Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) erklärte, Lothar Kaiser sei für ihn das „Gesicht der Kreishandwerkerschaft“. Als Kollege und Mitarbeiter berichtete der neue Geschäftsführer Moog: „Sie fehlen uns. Sie hatten für jede Frage eine Antwort. Sie waren die Instanz im Hintergrund, das gab den Mitarbeitern Sicherheit.“

In seiner neuen Funktion als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Kreishandwerkerschaften zeichnete Limbacher Kaiser mit der goldenen Ehrennadel des Verbands aus. Der 63-jährige Familienvater aus Dreihausen will nun die Ruhe - im Garten und später auch mal im Urlaub - genießen und viele Spaziergänge mit seiner Frau unternehmen, erzählte er im OP-Gespräch.

von Anna Ntemiris

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