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3U zahlt Dividende von 1 Cent je Aktie

Hauptversammlung 3U zahlt Dividende von 1 Cent je Aktie

Positive Zahlen und kritische Stimmen: Bei der Hauptversammlung der Marburger 3U Holding AG gab es am Donnerstag für Vorstand und Aufsichtsrat nicht nur Lob, sondern auch einige Seitenhiebe von den Aktionären.

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Der Konzern erwirtschaftete einen Gewinn von 633.120 Euro. Doch die Aktionäre erteilten dem Vorstandssprecher keine Entlastung.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren einen gewaltigen Transformationsprozess durchlaufen, mit dessen Entwicklung wir heute zufrieden sind“, sagte Ralf Thoenes, Vorsitzender des Aufsichtsrates zur Begrüßung der etwa 20 zur Hauptversammlung der 3U Holding AG erschienenen Aktionäre. Anschließend erläuterte Vorstandssprecher Michael Schmidt die Details.

„Die 3U-Gruppe steht heute gut da“, betonte Schmidt, ergänzte aber auch: „Es gibt verschiedene Bereiche, in denen wir uns noch verbessern können.“ So sei das börsennotierte Unternehmen im vergangenen Jahr zwar in die Gewinnzone zurückgekehrt, habe kontinuierlich positive Quartalsergebnisse zu vermelden gehabt und die beiden Segmente Erneuerbare Energien sowie Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik erfolgreich ausgebaut, „aber die Erträge in der Telefonie sind kontinuierlich zurückgegangen“. Dennoch stehe 3U in diesem Unternehmensbereich besser da als mancher Wettbewerber.

Aktie erwacht aus 
„Dornröschen-Schlaf“

Als besondere Höhepunkte des vergangenen Geschäftsjahres nannte Schmidt das rasante Wachstum der 3U-Tochterfirma Weclapp GmbH, die in den vergangenen zwölf Monaten ihre Kundenzahl nahezu habe verdoppeln können. „Auch die Selfio GmbH befindet sich weiter auf Erfolgskurs“, berichtete Schmidt. Der Umsatz der Onlinevertriebsgesellschaft sei von 1,5 Millionen Euro im Jahr 2011 auf 12,9 Millionen Euro in 2016 gestiegen. Zudem sei das Unternehmen kürzlich von der Zeitschrift Computer Bild als ein „Top Shop 2017“ ausgezeichnet worden. Getestet worden waren insgesamt 5900 Onlineshops.

Die 3U-Aktie sei aus ihrem „Dornröschen-Schlaf“ erwacht, erklärte Schmidt und fügte hinzu: „Wir haben jetzt das Kursniveau von vor zehn Jahren wieder erreicht. Wir müssen aber noch deutlich zulegen.“ Für das laufende Geschäftsjahr sei er verhalten optimistisch, „auch wenn für einzelne Segmente der Gruppe größere Herausforderungen bestehen“.

Dass 3U noch deutlich zulegen muss, fanden auch verschiedene Aktionäre. So kritisierten etwa Marvin Müller-Blom und Matthias Zettler die Vergütungen des Aufsichtsrates und des Vorstandes. „Waren sieben Aufsichtsratssitzungen, für die Sitzungsgelder von insgesamt 53.000 Euro gezahlt wurden, wirklich notwendig?“, fragte Müller-Blom und befand, dass die Vergütung des Kontrollgremiums nicht an den Erfolg des Unternehmens gekoppelt gehöre. „Dieser Aufwand ist nötig“, antwortete darauf Vorstandsmitglied Andreas Odenbreit, „damit der Aufsichtsrat seiner Aufgabe als Kontrollgremium nachkommen kann.“

Vorstand und Aufsichtsrat der 3U Holding AG stellten am Donnerstag in der Hauptversammlung die Bilanz der Marburger Unternehmensgruppe für das Jahr 2016 vor. Foto: Katharina Kaufmann-Hirsch

„Erst einmal sind wir Aktionäre dran mit Verdienen, dann der Vorstand“, kritisierte Matthias Zettler: Die hohen Gehälter des Vorstandes von insgesamt 727.000 Euro im vergangenen Jahr seien eine Frechheit bei einer Unternehmensgruppe mit einem Umsatz zwischen 40 und 45 Millionen Euro im Jahr. Aktionär Zettler sah zudem eine zu geringe Rendite bei einem zu hohem Risiko für die Aktionäre. „Das ist ganz und gar nicht zufriedenstellend für mich, auch wenn wir jetzt eine Dividendenzahlung in Aussicht haben.“

Diese wurde am Ende des Tages mit knapp 94 Prozent der Stimmen beschlossen. Der Bilanzgewinn von 633.120 Euro wird demnach mit einer Zahlung von einem Cent je Aktie ausgeschüttet, der Rest von 301.816 Euro als Gewinnvortrag verbucht. Hauptprofiteur dieser Auszahlung ist Vorstandssprecher Michael Schmidt, der 25,49 Prozent der Unternehmensaktien und damit den größten Einzelanteil hält.

Das half ihm allerdings nicht, als es um seine Entlastung ging: Die Vorstandsmitglieder Andreas Odenbreit und Christoph Hellrung erhielten von den Aktionären Zustimmung für ihre Arbeit, Vorstandssprecher Michael Schmidt nicht. Mit 76 Prozent der Stimmen wurde seine Entlastung abgelehnt. „Das hat rein faktisch aber keinerlei Auswirkung. Das ist einfach ein Zeichen der Aktionäre, dass sie seine Vergütung für nicht gerechtfertigt halten“, erläuterte Unternehmenssprecher Peter Alex das Abstimmungsergebnis.

von Katharina Kaufmann-Hirsch

 Bilanzzahle

 Konzernumsatz: Gegenüber dem Vorjahr sank dieser um 4,5 Millionen Euro auf 43,74 Millionen Euro. Rückläufig war dabei der Umsatz in den Segmenten Informations- und Telekommunikationstechnik sowie Erneuerbare Energien, während im Segment Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik der Umsatz leicht ausgeweitet werden konnte.

EBITDA: Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen verbesserte sich 2016 um 690.000 Euro auf 4,7 Millionen Euro.

Konzernergebnis: Mit rund 633.000 Euro liegt der Bilanzgewinn des Jahres 2016 um 1,45 Millionen Euro über dem des Vorjahres. Damals (2015) hatte das Ergebnis noch ein Minus von etwa 820.000 Euro aufgewiesen.

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