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3U kauft Windpark für zwölf Millionen Euro

Investition 3U kauft Windpark für zwölf Millionen Euro

Das Marburger Unternehmen 3U setzt seinen eingeschlagenen Weg fort - weg von der Sonne, hin zur Windkraft: Jüngst kaufte die Holding einen Windpark.

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Das Marburger Unternehmen 3U setzt weiter auf die Windkraft: Das Unternehmen kaufte jüngst einen Windpark in Sachsen-Anhalt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die 3U Energy AG, eine Tochtergesellschaft der 3U Holding AG, unterzeichnete einen Vertrag zum Kauf der Gesellschaftsanteile des Windparks Langendorf. Dieser besteht laut Unternehmensangaben aus 15 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 22,5 Megawatt.

„Dass wir uns in dem Bereich Windenergie engagieren wollen, ist ja schon lange bekannt - spätestens seitdem es klar ist, dass es mit der Photovoltaik in Deutschland so nicht weitergeht“, sagt 3U-Vorstandssprecher Peter Alex.

542.000 Euro für jedes Megawatt Leistung

Man habe sich einige Projekte angeschaut und sei dann auf den Windpark in Langendorf aufmerksam geworden - „mit dem beschäftigen wir uns schon seit März“, so Alex.

Der Kaufpreis für den vollständigen Erwerb der Gesellschaftsanteile liegt laut 3U bei rund 12,2 Millionen Euro - das entspreche 542.000 Euro je Megawatt. „Das ist für ein Unternehmen wie 3U schon eine wichtige Größenordnung - auch wenn wir uns ,nur‘ mit gut 3 Millionen Euro Eigenkapital engagieren werden.“

Die restlichen rund 9 Millionen Euro sollen fremdfinanziert werden - über Bankenkredite. Dazu liege bereits „ein indikatives Angebot einer renommierten deutschen Großbank vor“.

Zwar sei noch nicht „alles in trockenen Tüchern“, wie Alex zu bedenken gibt. „Aber mit den Angeboten, die uns vorliegen, gehen wir fest davon aus, dass wir die Fremdfinanzierung bekommen werden.“

Die „Einlösung“ des Kaufvertrags und die Fälligkeit des Kaufpreises hänge jedoch noch an einigen Prämissen - „von denen allerdings nicht sehr wahrscheinlich ist, dass sie eintreten“, äußerte Alex im Gespräch mit der OP. Dadurch, dass der Windpark unterjährig übernommen und von dänischen Investoren verkauft werde, sei die steuerliche Behandlung noch nicht 100-prozentig geklärt. Finanzbehörden müssten noch Auskünfte erteilen, „das lässt sich leider schlecht beschleunigen“. Man gehe jedoch davon aus, die entsprechenden Informationen noch dieses Jahr zu bekommen, „spätestens zum 31. Januar soll der Deckel draufkommen“, so Alex - sonst müsse man vom Vertrag zurücktreten.

Mit dem Kauf erreiche die 3U Holding AG „einen weiteren wichtigen Meilenstein ihres strategischen Ziels zum Ausbau des Geschäftsbereichs erneuerbare Energien“, heißt es vonseiten des Unternehmens. Der Windpark Langendorf im Bundesland Sachsen-Anhalt wurde demnach im Jahr 2001 mit insgesamt 15 Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von jeweils 1,5 Megawatt gebaut und in Betrieb genommen. Die eingesetzte Windkraftanlage sei langjährig bewährt.

Der Betrieb des Windparks werde durch die Fortführung der bestehenden Service- und Wartungsverträge sowie eines erfahrenen Unternehmens im Bereich der technischen Betriebsführung sichergestellt.

Die Anlage sei technisch in einem sehr guten Zustand, davon habe man sich durch verschiedene Gutachten überzeugen können. 3U bezeichnet den Standort als „aus Windertragssicht günstig“.

Zahlungsströme bis 2021 „sehr gut berechenbar“

Bis Ende 2021 sei die Einspeisevergütung nach EEG gewährleistet - die Zahlungsströme seien also sehr gut berechenbar. „Was danach kommt, weiß noch keiner“, so Alex. Der Windpark biete nach Ende der technischen Lebensdauer auch gute Voraussetzungen für ein „Repowering“ der Windkraftanlagen. Unter „Repowering“ versteht man laut Bundesverband Windenergie das Ersetzen von Windenergieanlagen durch moderne Turbinen. So könne durch effizientere Nutzung des Standorts ein wesentlich höherer Ertrag erreicht werden.

Und Alex verdeutlicht: „Wenn sich nach 2021 kein Strom zu attraktiven Konditionen mehr herstellen lässt und wir müssten unserer Rückbauverpflichtung nachkommen, deckt das Material in der Regel die Kosten des Rückbaus.“

Dies sei durchaus in die Kalkulation eingeflossen.

von Andreas Schmidt

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