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2015 will 3U die Gewinnzone erreichen

Hauptversammlung 2015 will 3U die Gewinnzone erreichen

Deutlich verbesserte Geschäftszahlen, aber noch keine „schwarze Null“ präsentierte 3U seinen Aktionären am Mittwoch bei der Hauptversammlung.

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Bei der Aktionärsversammlung verdeutlichte 3U, dass das Unternehmen „in einem Transformationsprozess“ stecke.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Knapp 40 Aktionäre waren in den Rosenpark gekommen, um an der Aktionärsversammlung teilzunehmen. Gemeinsam mit Vorstand und Großaktionär Michael Schmidt, der alleine knapp 9 Millionen Aktien und somit mehr als 25 Prozent des Unternehmens besitzt, standen diese für fast 16 Millionen Aktien, was gleichbedeutend mit der Stimmenanzahl ist. Somit waren 45,19 Prozent des Grundkapitals der 3U vertreten.

Konzern befindet sich in „Transformationsprozess“

In seinem Jahresbericht verdeutlichte Schmidt, dass sich das Unternehmen weiterhin „in einem Transformationsprozess“ befinde. Die ursprünglich aus der Telekommunikationsbranche stammende Management- und Beteiligungsgesellschaft setzt aufgrund des starken Wandels im Telefongeschäft mittlerweile auf drei Säulen: Telefonie, Services und erneuerbare Energien. Insgesamt vereint die 3U Holding unter ihrem Dach 30 Einzelkonzerne.

Schmidt sagte, dass „uns von Kritikern vorgehalten wird, ein zu komplexes Sammelsurium an Beteiligungen zu haben“. Dem sei jedoch entgegenzuhalten, dass es „aus unserer Sicht unter Risikogesichtspunkten vernünftig erscheint, eine gute Diversifikation der geschäftlichen Aktivitäten zu betreiben“. Aus diesem Grund habe sich 3U auch in den Geschäftsfeldern neben der Telefonie verstärkt betätigt.

Vor allem von den Investitionen in die erneuerbaren Energien verspreche man sich sehr gute Wachstumsaussichten. So hat die 3U Anfang August die Windpark-Projektentwicklungsgesellschaft „Aufwind & Orbis“ für 2 Millionen Euro gekauft, die bereits „mehrere interessante Projekte in der Pipeline“ habe.

Das vergangene Geschäftsjahr sei von der Umsetzung einer Ende 2012 beschlossenen „Vier-Punkte-Zielerreichungs-Strategie“ geprägt gewesen - mit dem Ziel, das Unternehmen wieder in die Gewinnzone zu fahren. Laut Schmidt seien die vereinbarten Teilziele erreicht worden - die Strategie fange nun an, Früchte zu tragen.

Das Konzernergebnis habe sich im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich verbessert: Das Defizit sei von 9,4 Millionen Euro auf 4,1 Millionen Euro geschrumpft. Durch die Zahlen der ersten beiden Quartale 2014 sehe man sich darin bestärkt, dass das Konzernergebnis dieses Jahr zwischen -3,5 und -1,5 Millionen Euro liegen werde, in 2015 rechnet Schmidt mit einem positiven Ergebnis.

Die Aktionäre waren mit dem Ergebnis nicht sonderlich zufrieden, was sich an den mehr als 80 gestellten Fragen zeigte, die alle beantwortet werden mussten. Dazu zogen sich Vorstand und Aufsichtsrat insgesamt mehr als drei Stunden zurück, sodass die Versammlung gut acht Stunden dauerte.

Aktionäre kritisieren ausgezahlten Bonus

Dennoch bezeichnet Unternehmenssprecher Peter Alex die Hauptversammlung als „relativ harmonisch“. Er verdeutlicht: „Aus unserer Sicht war das eine gelungene Veranstaltung, die uns die Gelegenheit gab, das Informationsbedürfnis unserer Aktionäre zu befriedigen.“ Peter Alex weiter: „Auch unser letztjähriger Hauptkritiker zeigte sich in seiner Rede recht versöhnlich und sprach sich dann ja auch für eine Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat aus.“

Die Aktionäre kritisierten vor allem, dass der Vorstand trotz des defizitären Ergebnisses 50 Prozent der Bonuszahlungen erhalte. Auch eine Erhöhung der Vorstandsgehälter wurde kritisiert: „In jeder soliden Firma wird der Vorstand gefeuert, hier werden die Bezüge erhöht - ist das normal?“, fragte ein Aktionär. Der Vorstand verdeutlichte dazu, dass die Bezüge im Vergleich zum Vorjahr zwar erhöht worden seien. Allerdings liege dies nicht an einer Gehaltserhöhung der Vorstandsmitglieder. Vielmehr sei Christoph Hellrung erst im März 2012 zum Vorstand berufen worden und erhalte daher Vorstandsbezüge, die weiteren Vergütungen hätten sich durch Sachleistungen, wie etwa neue Dienstwagen, erhöht.

Diskutiert wurde auch die geplante Kapitalerhöhung der 3U um 20 Prozent.

Aktie soll für Transaktionen als Währung dienen

Der Vorstand erläuterte, dass es dabei darum gehe, dem Vorstand die Möglichkeit zu bieten, die Aktie für Geschäfte als Transaktionswährung einzusetzen. Außerdem könne man so kurzfristig auf auftretende Finanzierungserfordernisse reagieren. Der Vorschlag wurde von den Aktionären mit gut 97 Prozent Ja-Stimmen angenommen.

Letztendlich erteilten die Aktionäre Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung - auch wenn sie Michael Schmidt mit knapp 32 Prozent an Nein-Stimmen erneut abstraften.

von Andreas Schmidt

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