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110 Jahre und noch kein bisschen alt

Malerbetrieb Velte 110 Jahre und noch kein bisschen alt

Rund 200 Gäste kamen zu den Malermeistern Velte aus Weidenhausen. Bei strahlendem Sonnenschein ging es rund um die Mühlstraße 36 vergnügt und angeregt zu – genau an dem Ort, an dem einst vor 110 Jahren der Malerbetrieb Velte gegründet wurde.

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Der Weidenhäuser Malerbetrieb Velte mit der dritten, vierten und vielleicht fünften Generation. Am Haus wurden in den vergangenen 110 Jahren einige Umbauten vorgenommen, die Grundmauern sind noch die gleichen.

Quelle: Privatfotos

Weidenhausen. 1901, 1936, 1965, 2009... – den Grund zum Feiern bringt Seniorchef Willi Velte schnell auf den Punkt. 1901 gründete sein Großvater Jost Velte den Malerbetrieb in dem Gladenbacher Stadtteil, 1936 übernahm sein Vater Otto Velte die Geschäftsführung, von 1965 an führte er den Betrieb und übergab im Jahr 2009 an seinen Sohn Henrik. Enkel Adrian muss sich noch entscheiden, ob er den Betrieb in der fünften Generation fortführen mag. ­Fifty-fifty steht es derzeit: Entweder Paläontologe oder Malermeister will der Zwölfjährige werden und erläutert auf Nachfrage zur Berufsalternative: „Na, Dinosaurier erforschen!“

Fünf Köpfe zählt Henrik Velte zu seinem Team und an Arbeit mangelt es nicht. Jeder wolle derzeit Energiekosten sparen und so zähle die Wärmedämmung derzeit zum Hauptgeschäft. Zu diesem wichtigen Thema bilde man sich regelmäßig fort und arbeite mit Energieberatern zusammen. Darüber hinaus seien die Klassiker immer gefragt: Anstrich und Putz, Tapezierarbeiten, Trockenausbau und Fußbodenverlegung.

Die schwerste Zeit habe sein Vater bewältigt, berichtet der Seniorchef: Otto Velte musste in den Krieg ziehen und verlor ein Bein. Dennoch habe er das Geschäft geführt bis er 65 Jahre alt war, sich nicht geschont und selbst auf dem Gerüst gearbeitet. „Wir haben alle die Arbeit nie gescheut, aber was er geleistet hat, das war großartig.“ Zumal die 50er Jahre geschäftlich nicht immer einfach gewesen seien. Er selbst habe den Betrieb mit insgesamt 44 Jahren bislang am längsten geführt: „In den 60ern ging’s bergauf, die goldenen Jahre begannen Ende 1960 und reichten bis weit in die 80er.“

Dem Standort in der Mühlstraße 36 ist der Familienbetrieb über all die Jahre treu geblieben. 1930, 1960, 1967 und 2001 – Seniorchef Velte kennt die Zahlen aus dem Kopf – wurde das Firmengebäude jeweils um- und angebaut oder aufgestockt, 1972 kam der Laden dazu, der 1988 um Lager und Geschäftsraum erweitert wurde. Nur eine Zahl wurde verpasst: Das 100-jährige Bestehen verstrich sang und klanglos, weil das Gründungsdatum erst nachträglich aus alten Innungsdokumenten zu erfahren war.

„Alles Gute, Willi“, „Herzlichen Glückwunsch, Henrik“ ... – viele Innungskollegen waren unter den Gratulanten. Friedrich Lissner brachte einen „Pinselbaum Pinslana Gracilis“ zum Jubiläum mit, damit die Geschäfte immer gut laufen. „Wir sind wichtig für die Gesellschaft“, betonte der Kollege: „Wir sorgen schließlich für eine bunte Welt.“ Innungsobermeister Armin Pfeifer hielt eine Rede genau wie Gladenbachs Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim.

„Ja“, bestätigen Vater und Sohn Velte, „in der Innung in Biedenkopf haben wir schon immer eine gute Kameradschaft gehabt“.

von Dr. Imke Troltenier

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