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Volker Bouffier in Gladenbach

Wahlkampf auf amerikanisch Volker Bouffier in Gladenbach

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hat seine Partei und deren Anhänger 17 Tage vor der Landtags- und der Bundestagswahl am 22. September in Gladenbach auf einen knappen Wahlausgang vorbereitet. Der Ministerpräsident warnt vor den Folgen eines Kurswechsels und gibt sich persönlich.

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Wahlkampf auf amerikansich: Volker Bouffier und seine Frau Ursula ließen sich von einer wohlwollenden Moderatorin interviewen.

Quelle: Foto: Thorsten Richter

Gladenbach. In Gladenbach sagte Bouffier am Donnerstagabend vor 150 Zuhörern, in beiden Wahlen gehe es darum, einen Kurswechsel zu vermeiden. Hessens CDU-Chef warnte vor Veggie-Day, Einheitsschule und der Einführung der Vermögenssteuer, die jeden treffe.

Bouffier hat sich viel von amerikanischem Wahlkampf abgeschaut: Der Ministerpräsident betrat die Bühne zu den Klängen einer amerikanischen Rockgruppe, stellte sich anschließend gemeinsam mit Ehefrau Ursula den Fragen der RTL-Journalistin Ursula Habib (links) und nutzte die Gelegenheit, sich als Familienmensch darzustellen. Zum Ende hin hielten Anhänger Pappschilder hoch. Auf vielen stand schlicht „Ja“.

Volker Bouffier in Gladenbach. Foto: Thorsten Richter (thr)

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Die Wahlkampfauftritt von Volker Bouffier laufen in Hessen stets nach der gleichen Choreografie ab: Zuerst sagen Dutzende Hessen in einem Einspielfilm einfach nur „Ja!“,  dann ertönen die Klänge von „Burning heart“, einer Rock-Hymne der amerikanischen Gruppe „Surviver“, der Ministerpräsident nebst Ehefrau Ursula betritt den Saal, schüttelt Hände und wird zunächst in einer lockeren Talkrunde persönlich vorgestellt: Als Familienmensch, der täglich mit seiner Mutter telefoniert, nach Feierabend mit seinen Söhnen Playstation Fifa spielt und seine Frau bewundert, weil die die Großfamilie zusammenhält und ihn selbst noch vorbehaltlos unterstützt.

Bouffier erzählt in Gladenbach seinen 150 Zuhörern, dass er als Student in Gießen in einem Kaufhaus gejobbt hat („Heimwerker und Gartengeräte und dazu ich, zwei Welten haben sich getroffen“) flicht ein, dass die „Menschen sich sehr anstrengen müssen, um etwas zu verdienen“ und schafft damit den Übergang zu seiner 45-minütigen Rede.

„Wir sind nicht auf der Schlagsahne geboren, wir haben kämpfen müssen, um da zu stehen, wo wir in Hessen jetzt stehen“, sagt der Ministerpräsident,  um hinzuzufügen: „Aber es geht nicht um uns, es geht um Sie!“. Und zwar in Bund und Land. Bouffier warnt vor dem Kurswechsel, den „die anderen“ in Berlin und in Wiesbaden herbeiführen wollen.

Kurswechsel bedeutet für den hessischen CDU-Chef  eine Grundsatzentscheidung etwa in der Schulpolitik: „Jeder Mensch ist gleich viel wert, aber nicht jeder Mensch ist gleich“, ruft er aus und geißelt pädagogische Konzepte, die  Schulnoten und Versetzung abschaffen wollen: „Wer so etwas will, überwindet Verstand und Vernunft."

Kurswechsel bedeutet für Bouffier auch Abkehr von der Sicherheitspolitik. Hessen sei das Land, in dem Polizeibeamte besser bezahlt werden als in allen anderen Bundesländern. 96 Prozent der Hessen fühlten sich wohl, sagt der Landesvater. Hier erklärt sich der Wahlslogan „Ja!“, den Anhänger auf Pappschildern hochhalten und der in dem Eingangs-Einspieler aufgegriffen wird: 96 Prozent der Hessen sagen ja zu ihrem Heimatland.

Aber Kurswechsel bedeutet noch mehr, auf der Bundesebende sind dies etwa: Abschaffung der 450-Euro-Jobs, die besonders Schüler und Studierende träfe, höhere Mieten, die vom kleinen Mann, etwa über höhere Steuern, zu bezahlen sei. Angela Merkel könne dies alles verhindern, sagt Bouffier. Es gebe für Deutschland keinen Grund für einen Kurswechsel, fügt er bei, und wie durch Zufall erklingt eine Stimme aus dem hinteren Teil des Saales: „Never change a winning team!“ „Genau", greift Bouffier diesen choreografischen Kunstgriff auf und entlässt seine Anhänger  mit der Bitte: „Kämpft!“

von Till Conrad

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