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Welcher Landrat ist am besten für die Schulen?

Eine Frage, sieben Antworten Welcher Landrat ist am besten für die Schulen?

Wir fragten die Landratskandidaten: "Wie stellen Sie sich als Landrat / Landrätin 
die Zukunft der Schulstandorte im Landkreis vor?"

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Gesamtschule oder klassisches System, altersübergreifender Unterricht, Schulstandorte - auf dies und einige Punkte mehr gehen die Kandidaten ein.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Karsten McGovern (49), Erster Kreisbeigeordneter:

„Erstens möchte ich das dezentrale Schulsystem und auch kleine Schulstandorte erhalten, so wie es der Schulentwicklungsplan, den ich mit auf den Weg gebracht habe, vorsieht. Zweitens ist mir eine sehr gute Schulbildung wichtig, die allen Kindern, ihren Fähigkeiten entsprechend, die besten Chancen eröffnet. Drittens möchte ich, dass Inklusion tatsächlich gut gelingt und die Schulen dafür personell hinreichend ausgestattet sind. Viertens sollen die beruflichen Schulen in Biedenkopf und Kirchhain weiterhin jungen Menschen gute berufliche Perspektiven geben können. Fünftens setze ich darauf, dass junge Menschen durch das duale Studienangebot in Biedenkopf und das Studienangebot in Marburg verstärkt in der Region bleiben. Sechstens möchte ich, dass die Sanierung der Schulen im Landkreis weitergeht. Dies bringt bessere Lernbedingungen und spart Geld und Energie für den Betrieb. Siebtens muss der Landkreis in Ganztagsangebote, neue Medien sowie Bewegungs- und Sportangebote investieren.“

Kirsten Fründt (46), Agraringenieurin:

„Ich bin dafür, dass die Grundschule am besten im Ort bleibt. Denn: Kurze Beine, kurze Wege. Die Schließung einer Schule ist für die betroffenen Kinder und Eltern immer schlecht. Aber wir alle wissen auch, dass die Schülerzahlen zurück gehen, Schulstandorte gefährdet sind. Entscheidend für den Erhalt einer Schule ist die Lehrerzuweisung durch das Land Hessen anhand von Richtzahlen. Zum Beispiel braucht eine Grundschulklasse mindestens 13 Kinder. Da wäre es doch am sinnvollsten, eher die Klassen kleiner zu machen, als Standorte zu schließen. Die Kinder profitieren so von besserer Betreuung, Standorte können erhalten bleiben. Dafür brauchen wir aber eine andere Landespolitik!Bei der Diskussion über die Zusammenlegung oder Schließung von Schulen und der Einrichtung von Verbundschulen müssen alle Betroffenen früh einbezogen werden. Man kann solche Entscheidungen nicht von oben herab treffen, sondern nur in Zusammenarbeit mit den Betroffenen. Die Kinder müssen an erster Stelle stehen.“

Anna Hofmann (32) Studentin: 

"Die Wahrheit ist, dass im Kreis die Schülerzahlen so massiv sinken, dass durch die Vorgaben der hessischen Regierung viele Schulschließungen drohen. Auch die von McGovern hastig eingerichteten Verbundschulen werden langfristig nicht bestehen. 3 Schulen zusammenzulegen, die 15 km auseinanderliegen, senkt die Attraktivität der Schulstandorte weiter. Schon jetzt schicken 70% der Eltern aus der Umgebung von Biedenkopf ihre Kinder lieber nach NRW. Eine Alternative wäre die beiden Biedenköpfer Schulen Lahntal- und Stadtschule in eine Gesamtschule umzuwandeln. Verbundschulen sind ein Wähler-Bluff, denn Schulschließungen sind geplant: Bei der Sanierung der Schulgebäude konzentriert sich der Kreis nur auf die großen Standorte. Eine Sanierung aller Schulen wäre angeblich zu teuer: 137 Mio. Euro kostet allein die energetische Optimierung. 71 Mio. Euro der Brandschutz und Lernumfeldverbesserungen 47 Mio. Euro. Inklusion wurde nicht mal berechnet. Nur massiver Bürgerprotest kann unsere Schulen noch retten.“

Kai-Uwe Spanka (49), Bürgermeister von Wetter:

„Die Schulstandorte und Kindertagesstätten haben in den kleineren Gemeinden eine wichtige infrastrukturelle Aufgabe. Ich bin gegen eine weitere Zusammenlegung an den größeren Standorten. Problematisch ist die geteilte Aufgabenzuweisung zwischen dem Landkreis als Schulträger und dem Staatlichen Schulamt in seiner Zuständigkeit für die Lehrerzuweisung. Die Kommunen sind beim Thema Schule, außer der Stellungnahme zum Schulentwicklungsplan, außen vor und das ist meiner Ansicht falsch. Es gilt frühzeitig mit den Kommunen als Träger der Kindertagesstätten, den Elternbeiräten und dem Staatlichem Schulamt Konzeptionen zu erarbeiten um möglichst viele Standorte zu erhalten und Synergien zu nutzen. Vorschularbeit, Integration und gemeinsame Betreuungskonzepte stärken die Standorte im ländlichen Raum. Mit einer vorausschauenden Planung und breiten Kommunikation kann man mehr erreichen als nur mit Reaktionen auf zurückgehende Schülerzahlen. Der Demografische Wandel ist die Aufforderung zu Gestalten.“

Jens Fricke (48), CNC-Fräser:

„Die Zukunft der Schulen besonders in den Randgebieten des Kreises ist derzeit ungewiss. Sinkende Schülerzahlen resultieren nicht nur aus demografischen Gegebenheiten sondern auch aus qualitativen Unterschieden zu den Nachbarkreisen.Zuallererst dürfen die Schulen nicht zum Bestandteil von parteipolitischen Profilierungsversuchen gemacht werden. Leider bietet die Zersplitterung der Zuständigkeiten zwischen Landkreis, Schulämtern, Land Hessen und Schulen selbst für Gebäude, Ausstattung, Lehrpersonal, Lehrinhalte, Ganztagsbetreuung usw. unendlich Gelegenheit, die tatsächlichen Defizite zu verschleiern. Als notwendige Sofortmaßnahmen plane ich: offene und öffentliche Bestandsanalyse; Runder Tisch mit allen Akteuren, auch der Nachbarkreise; Sanierungen und Modernisierungen nach Mängellage, nicht nach politischer Werbewirksamkeit; Beendigung der unsäglichen Praxis, Lehrer befristet für ein Schuljahr anzustellen; besser kleine Schulen statt vom Land diktierter Großverbünde mit pendelndem Personal und Schülern.“

Marian Zachow (34), Pfarrer:

„Die Schule bleibt im Dorf“, dieses Motto wird mein Handeln bestimmen. Ich will auch kleine Grundschulstandorte erhalten, damit unsere Jüngsten in vertrauter Umgebung lernen können. Übrigens auch, weil oft die Kosten für zusätzliche Schulbusse fast genauso hoch sind wie der vermeintliche Einspareffekt bei Aufgabe eines Schulstandortes. Um Schulen zu erhalten setze ich auf jahrgangsübergreifenden Unterricht und auf Kooperation und Vernetzung zwischen verschiedenen Standorten. Leider macht es uns die Landespolitik mit ihren Vorgaben oft schwer: Ich werde für neue Regelungen kämpfen. In kleinen Dörfern, wo die nächste Schule weit weg ist, müssen andere Richtlinien für die Klassengrößen gelten als in Ballungsgebieten. Bei den weiterführenden Schulen will ich seitens des Schulträgers stärkere Profilbildung unterstützen: Verschiedene Schüler/innen brauchen vielfältige Bildungsangebote – und keine Einheitsschule! Wo es die Schulgemeinde will, sollen auch mutige pädagogische Projekte sein.

Mirco Rosenberger (43), Sozialhilfeempfänger:

Hat sich zu dieser Frage nicht geäußert.

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