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Welcher Landrat ist am besten für die Energiewende

Eine Frage sieben Antworten Welcher Landrat ist am besten für die Energiewende

100 Prozent erneuerbare Energien bis 2040: Wie bringen Sie den Landkreis als Landrat oder Landrätin unterwegs zum großen Energieziel zügig voran?

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Am Ende des Regenbogens liegt der große Energie-Schatz - wem trauen Sie am ehesten zu, den Schatz für unseren Landkreis zu heben?

Quelle: Christian Charisius

Kai-Uwe Spanka (49), Bürgermeister von Wetter (parteilos):

„Ich möchte den in den letzten Jahren in Wetter eingeschlagenen Weg fortsetzen. Wetter hat heute einen guten Energiemix und stellt einen Großteil der Versorgung aus erneuerbaren Energien sicher. Die Kombination zwischen Landwirten, Kommune und den ehrenamtlich agierenden Bürger-/innen hat sich dabei bewährt. Die Menschen haben erkannt, wie wichtig das Thema Energie für sie ist. Ich möchte sie weiter motivieren, mich eng einbinden und aktiv unterstützen. Dabei stehen die kleinräumigen Projekte im Vordergrund. Sie sind zusammen mit den Kommunen zügig umzusetzen und haben als positiven Nebeneffekt eine enorme Wirkung auf die örtliche Gemeinschaft. Die genossenschaftlichen Vorzeigeprojekte im Landkreis bestätigen dies. Der Rückkauf der Stromnetze hat oberste Priorität. Wir müssen weg von den Großkonzernen und zurück in die regionale Versorgung und Wertschöpfungskette. Der Werteabfluss aus dem Landkreis muss auf das Nötigste beschränkt sein. Mehr Infos auf www.stadtwerke-wetter.de“

Anna Hofmann (32), Studentin (Linke):

„Wir brauchen einen Energieumstieg mit Bedacht, der nicht erneut große Umweltsünden begeht und die Bürger/Innen von Anfang an mit einbezieht. Dazu muss zunächst eine bessere Datengrundlage geschaffen werden. Ein kreisweiter Energie-Atlas würde darüber Auskunft geben, welche Standorte besonders günstig für Windkraft, Biogas, Solar- und Erdwärme sind. Energiegewinnung geht immer zu Ungunsten der Natur, aber mit einer besseren Planung müssten keine Maiswüsten entstehen oder schützenswerte Wälder abgeholzt werden. Darüber hinaus sehe ich in Erdwärme die Zukunft. Um ein teures Geothermieheizkraftwerk zu betreiben, könnten mehrere Gemeinden, Bürger und der Kreis eine Genossenschaft gründen. Ebenso sollten alle Schulen mit einer Solaranlage ausgestattet werden. Außerdem würde ich den Anbau von alternativen Energiepflanzen subventionieren, um dem Bienensterben entgegenzuwirken. 26% der CO2-Emissionen kommen derzeit vom Verkehr. Diese könnte man durch einen Nulltarif im ÖPNV deutlich senken.“

Karsten McGovern (49), Erster Kreisbeigeordneter (Grüne):

Indem ich 1. dafür werbe, dass wir die Energiewende als gemeinsames Ziel sehen: für Klimaschutz und regionalen Wohlstand; 2. die Maßnahmen des Klimaschutzkonzeptes umgesetzt werden; 3. der Landkreis noch aktiver beim Ausbau von Nahwärme, Biomasse, PV, Solarthermie und Windkraft ist; 4. die Beteiligung beim Ausbau erneuerbarer Energien insbesondere Windkraft verbessert wird, damit die Bürgerinnen und Bürger auch profitieren und nicht nur Belastungen ertragen müssen; 5. der hohe Energieverbrauch der eigenen Gebäude insbesondere der Schulen durch energetische Sanierungen gesenkt wird; 6. der Kreis mit einem Energieeinsparprogramm vorangeht, da ohne sparen und effiziente Energienutzung das 100%-Ziel nicht erreichbar ist; 7. die Unternehmen für eine Effizienzkampagne gewonnen werden; 8. eine konzertierte Aktion zur energetischen Sanierung von Privat- und Firmengebäuden gestartet wird und 9. wir die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung stärker unterstützen, da die Energiewende langen Atem braucht.

Kirsten Fründt (46), Agraringenieurin (SPD):

"Zwei Drittel der Energie wird im Wärmebereich verbraucht, ein Drittel beim Strom. So kann die Reduzierung des Stromverbrauchs allein nicht dazu führen, das große Energieziel zu erreichen. Vielmehr müssen wir alle für die Energieeinsparung insgesamt sensibilisiert und Maßnahmen dazu unterstützt werden. Mit mehr Bürgerinformation über Energieeinsparung, die durch individuelle Konzepte und Beteiligungsprozesse breit in die Städte und Dörfer getragen wird.Für den Strom muss ein Mix aus erneuerbaren Energieträgern im Landkreis etabliert werden, auch damit die Wertschöpfung in der Region bleibt. Fotovoltaik und Windkraft haben hier viel Potenzial und müssen von Beginn an in engem Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam entwickelt werden, genauso wie im Wärmebereich Bioenergieanlagen, die in Nahwärmenetze eingebunden sind.Die Schnittstellen von Wirtschaft und Wissenschaft in dem Bereich sind zu unterstützen und die zahlreichen Initiativen zu bündeln, um Synergieeffekte zu stärken.“

Mirco Rosenberger (43), Sozialhilfeempfänger (APPD):

Die APPD hat jetzt die ultimative Lösung: Der Landkreis ist geradezu prädestiniert für das erste Politbioenergiekraftwerk der BRD. Seien wir mal ehrlich: In Marburg wird viel zu viel Scheiße erzählt und die Stadtverwaltung bleibt auf der Entsorgung hocken. Ein Politbioenergiekraftwerk kann dieses Problem beheben. All der Mist, all die Scheiße, die in Marburg gesagt, diskutiert oder auch nur gedacht wird, muss lediglich von ihren Verursachern online gestellt werden und wird direkt digital in Methangas transformiert, welches dann in einem klassischen Heizkraftwerk in Strom umgewandelt wird. Zweimal im Monat dürfen außerdem Politiker, Universitätsprofessoren und alle, die sich berufen fühlen, persönlich vorsprechen. Dabei wird dann auch die heiße Luft, die sie produzieren, zur Energiegewinnung verarbeitet.“

Jens Fricke (49), CNC-Fräser (Piraten):

Ein hehres Ziel!  Oder doch nur Marketingparole von Berufspolitikern, die zum Zielzeitpunkt keine Verantwortung mehr übernehmen müssen?Der Ausbau von Wind- und Solarenergie hat gerade begonnen. Weitere alternative Energieträger und Energiespeicher werden hinzu kommen. Diesen grundlegenden Wandel der Energieversorgung zu begleiten, jeden Menschen über Planungs- und Organisationsstand vor Entscheidungen zu informieren und daran zu beteiligen, Verträge offenzulegen, Genossenschaften zu gründen, die nicht nur aus Aufsichtsräten bestehen, widerstreitende Interessen und deren Vertreter unter einen „Hut“ zu bringen und nicht zuletzt die Rahmenbedingungen in Land und Bund einzufordern – das wird Aufgabe des Landkreises sein. Auf Marketinggeschwätz und Hochglanzprospekte werden wir dann allerdings verzichten müssen.Andererseits: „100% der Energieversorgung in Bürgerhand!“ wird als meine Arbeitsgrundlage erhalten bleiben, ganz ohne „Masterplan“.

Marian Zachow (34), Pfarrer (CDU):

„Für mehr Tempo bei der Energiewende setze ich auf Entschleunigung. Wir werden schneller vorankommen, wenn wir auf sorgfältige Planung statt auf hektische Schnellschüsse setzen. Vor allem muss bei jedem Projekt das Gespräch mit den Beteiligten gesucht werden. Kein Wind- oder Solarpark ist so wichtig, dass dafür das Miteinander im Dorf gefährdet werden darf. Als Landrat mit Ideen vertraue ich auf Innovation: Ich möchte z.B. auf Agro-Pellets setzen. Wenn man das Rapsstroh, das derzeit untergepflügt wird, zu Pellets verarbeitet, ließe sich damit ungefähr der Energiebedarf von einer Stadt wie Biedenkopf decken. Sehr gut könnte ich mir auch vorstellen, mit Partnern aus der Energiewirtschaft ein Modellprojekt für die „Power to Gas“-Technologie anzusiedeln. Dabei wird Energie in Methangas umgewandelt und gespeichert. Die Kernenergie hat uns gelehrt, wie falsch es ist, auf etwas zu setzen, dessen Folgen nicht absehbar sind. Deswegen stehe ich dem sogenannten Fracking kritisch gegenüber.“

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