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Welcher Landrat bringt Breitband-Internet?

Teil 2: Eine Frage sieben Antworten Welcher Landrat bringt Breitband-Internet?

Wir haben alle Landratskandidaten gefragt: Wie sorgen Sie als Landrätin bzw. als Landrat dafür, dass tatsächlich jeder Haushalt im Landkreis schnelles Internet bekommt?

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Wer hat das Zeug, Landrat zu werden?

Leerrohre fürs Glasfaserkabel: In verschiedenen Orten im Landkreis liegen sie unter der Erde schon bereit für den Breitband-Ausbau.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Kai-Uwe Spanka (49) Bürgermeister von Wetter, parteilos:

„Mit unserer gemeinsamen Gesellschaft „Breitband Marburg-Biedenkopf“ haben wir  die besten Grundlagen geschaffen. Zum weiteren Netzausbau gehört aber auch der kontinuierliche Ausbau der so genannten letzten Meile, von den Ortsverteilern bis in die einzelnen Häuser. Durch die Kooperation mit der Deutschen Telekom sehe ich hier sehr gute Möglichkeiten, dies in Zukunft zu realisieren, wobei man dabei auch nicht zu blauäugig sein darf. Es gilt jedoch jede innerörtliche Baumaßnahme zu nutzen, um FTTH (Fibre to the Home – Kabel bis ins Haus) zu verlegen. Beim Bau von örtlichen Nahwärmenetzen bietet sich dies zum Beispiel gut an.“

Marian Zachow (34) Pfarrer, CDU:

„Die Breitbandversorgung ist heute so wichtig, wie vor vielen Jahrzehnten die Versorgung mit Strom, Wasser und Telefon. Sie ist einer der wichtigsten Standortfaktoren für die Zukunftsfähigkeit unserer Region. Unsere Unternehmen sind auf die Glasfaseranbindung angewiesen, und für Unternehmensansiedler und Neugründer ist sie eine zwingende Voraussetzung, genauso wie für die Entscheidung, wo Menschen wohnen möchten. Bei der erst kürzlich abgeschlossenen Breitbandumfrage des Landkreises meldeten sogar 96 Prozent der Teilnehmer Bedarf für schnelles Internet an. Deshalb unterstütze ich nachdrücklich den vom Kreistag mit breiter Mehrheit eingeschlagenen Weg, gemeinsam mit den Städten und Gemeinden und der Breitband GmbH eine flächendeckende Breitbandversorgung von 50 Megabit pro Sekunde für unseren Landkreis zu erreichen. Wir brauchen Chancengleichheit mit dem städtischen Raum und ich bin überzeugt, dass die eingeleiteten Maßnahmen in drei Jahren erfolgreich abgeschlossen sind.“

Anna Hofmann (32) Studentin, Die Linke:

„Eine zukunftssichere und flächendeckende Internetversorgung kann nur durch Glasfaser gesichert werden. Der Kreis hätte sich 43 Mio. Euro von der Infrastrukturbank Hessen leihen können und wäre dann sogar Inhaber des passiven Netzes geworden. Die Entscheidung: Telekom und Vectoring ist eine pure Notlösung. Die Telekom versucht erneut zu einem Monopolisten zu werden, indem sie aus der veralteten DSL-Kupfer Technik – unter anderem durch verbesserte Algorithmen – schnellere Übertragungsraten herausquetscht. Dies ist jedoch nur ein technisches Provisorium, störanfällig und eventuell nicht einmal EU-konform. Der Kreis subventioniert die Telekom sogar noch mit 10 Millionen Euro für die Erdarbeiten. Aber was machen wir, wenn höhere Durchleitungsraten benötigt werden, aber das Netz nicht erneuert werden darf, weil es der Telekom gehört? Vermutlich muss der Kreis (wie bei EON) der Telekom dann das Netz überteuert abkaufen und in 20 Jahren wird die Erde erneut aufgebuddelt, um Glasfaser zu verlegen. Verrückt?!“

Jens Fricke (48) CNC-Fräser, Piraten:

„Ich sehe die 100-prozentige Versorgung mit Breitbandverbindungen bis 1GBit/s Up- und Down-stream als  Bestandteil der staatlichen Daseinsvorsorge an, vergleichbar mit der Strom- und Wasserversorgung. Leider wurde die zu diesem Zwecke gegründete Breitband GmbH kurz vor Ende der Wahlperiode unter dem Vorwand der Alternativlosigkeit und unter nahezu vollständiger Geheimhaltung der Umstände zum Steigbügelhalter der Telekom AG missbraucht. Die tatsächliche Versorgung aller Haushalte und Unternehmen mit minimalen Breitbandverbindungen von 50 MBit/s muss derzeit als gefährdet angesehen werden. Zunächst sind also die bereits geschlossenen Verträge offen zu legen und gegebenenfalls neu zu verhandeln. Ziel muss es sein, das Breitbandnetz wie auch das Wasser- und Stromnetz in öffentlicher Hand zu betreiben, die Einhaltung der Netzneutralität sicher zu stellen und unter diesen Bedingungen die auf diesem Netz erbrachten Dienstleistungen an Dritte zu beauftragen.“

Karsten McGovern (49)Erster Kreisbeigeordneter, Grüne:

„Indem der jetzt anlaufende Ausbau des Breitbandnetzes (Glasfaser) ohne Verzögerung umgesetzt wird. Die vom Landkreis mit den Kommunen getragene Breitband GmbH hat, nach einem Vergabeverfahren, die Telekom mit dem flächendeckenden Ausbau beauftragt. Damit ist die Grundlage dafür geschaffen, dass jeder Haushalt, aber auch jedes Unternehmen und die Schulen im Landkreis schnelles Internet innerhalb von zwei Jahren erhalten können. Den Vertrag mit dem Betreiber muss allerdings jeder Einzelne abschließen. Glasfaser hat gegenüber anderen Techniken (LTE oder Kabel) den Vorteil, dass viele Nutzer gleichzeitig ohne Verlust surfen können.Für den Landkreis ist es wichtig, dass alle Orte angebunden werden und nicht nur die Zentren, da sonst der ländliche Raum leer ausgeht. Dies rechtfertigt auch, dass wir uns als Landkreis an der Investition beteiligen. Gegenüber dem vorher verfolgten Modell eines eigenen Netzes ist der jetzt gewählte Weg schneller umsetzbar und weniger riskant.“

Mirco Rosenberger (43) Sozialhilfeempfänger, APPD:

„Dem trete ich energisch entgegen. Es muss jedem Bürger selbst überlassen bleiben, die NSA und ihre deutschen Schergen in seine Wohnung zu lassen oder nicht. Staatlicher Zwangsanschluss ans Stasi-net ist keine Option. Für unsere exhibitionistisch veranlagten Mitbürger mit entsprechender Profilneurose soll jedoch ein flächendeckendes WLAN-Netzwerk eingerichtet werden. Hierzu gedenke ich, die bereits vorhandenen Drohnen unserer Landespolizei zu WLAN-Routern umzufunktionieren. Das spart Anschaffungs- und Baukosten, erleichtert die Arbeit der Geheimdienste und ermöglicht obendrein den schnellen, kostenlosen Download pornografischen Materials.“

Kirsten Fründt (46) Agraringenieurin, SPD:

„Alle in der kommunalen Breitband GmbH vertretenen Bürgermeister haben dem Vertragsentwurf zur Zusammenarbeit mit der Telekom zugestimmt. Nach dieser Vereinbarung soll ab September 2013 der Breitbandausbau in sieben Bauabschnitten beginnen. Innerhalb von zwei Jahren soll der Landkreis flächendeckend über Breitbandinternetanschlüsse verfügen. Der Landkreis ist prinzipiell also auf einem guten Weg. Flächendeckend laut Vertrag heißt aber nicht unbedingt jeder Haushalt. Um jeden Haushalt auch in sehr kleinen Ortsteilen oder auch Aussiedlerhöfen einen Breitbandanschluss zu ermöglichen, könnten neuere Richtfunktechnologien (kein LTE!) wie die „Millilink“-Technik zum Einsatz kommen. Über solche breitbandigen Richtfunkstrecken werden Übertragungsraten von bis zu 40 Gbit/s ermöglicht.  Diese sicherlich in einigen Jahren marktreife Technologie könnte mit Richtfunkstrecken gegebenenfalls wegen des zu hohen Verlegungsaufwandes entstehende Lücken in der Glasfaserversorgung schließen.“

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