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Was sehen Sie auf diesem Bild? (Teil 2)

Landratswahl 2013 Was sehen Sie auf diesem Bild? (Teil 2)

Teil 2 der Reihe: Die Landratskandidaten beschreiben ein Foto und verraten Ihre Gedanken zum Motiv

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Marburg. Kirsten Fründt (46), Agraringenieurin, SPD:

„Wald – das ist für mich Ruhe, Entspannung und Erholung finden beim Spaziergang. Zum Abschluss ein Kaffee – ein perfekter Herbsttag. Der Wald im Landkreis hat eine große wirtschaftliche Bedeutung. Auch als Lieferant erneuerbarer Energien ist er wichtig. Allerdings zeigt das Foto einen artenarmen Fichtenforst. Artenarme Fichtenforste gehören eigentlich nicht in unsere Landschaft, auch wenn deren Anteil immer noch hoch ist. Trotz eines Umdenkens in der Forstwirtschaft, nicht zuletzt aufgrund der großen Sturmschäden der letzten Jahre. Ziel muss bleiben, den Anteil der mit Buche und Eiche bestandenen Waldfläche zu vergrößern. Denn die Laubwälder bieten für deutlich mehr Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum, sind abwechslungsreicher auch im Erleben der unterschiedlichen Jahreszeiten und sind für Erholungssuchende und Wanderer interessanter. Und gerade die Wanderwege haben sich im Landkreis in den letzten Jahren sehr gut entwickelt, werden touristisch immer wichtiger.“

Karsten McGovern (49), Erster Kreisbeigeordneter, Grüne:

„Der lichtdurchflutete Wald steht für mich für Erholung. Im Wald gehe ich gerne mit meiner Familie spazieren und halte mich durch regelmäßiges Laufen fit. Der Duft des Waldes kommt mir in den Sinn und ich spüre die Kühle der Luft und die Wärme der Sonnenstrahlen, wenn diese auf den Weg durchkommen. Das Bild scheint in der kühleren Jahreszeit gemacht, jedenfalls haben die Laubbäume im Hintergrund kaum Blätter, und gerade dann sind die Lichtstrahlen besonders willkommen.
Eine Gruppe von Waldarbeitern, mit Helm ausgestattet, macht sich gerade auf den Weg zur Arbeit. Die werden wenig Zeit haben und können den Zauber des Waldes kaum genießen. Es ist ein hartes Geschäft und für die Betriebe hängt viel vom internationalen Holzpreis ab. Da ist Rationalisierung auch hierzulande schon lange angesagt. Und dennoch ist es gut, wenn heimisches Holz in einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Bewirtschaftungssystem genutzt wird. Das gilt auch für die Nutzung von Holz als Energieträger.“

Kai-Uwe Spanka (49), Bürgermeister von Wetter, parteilos:

„Wir leben im waldreichsten Bundesland Deutschlands. Unser Wald ist Erholungsraum und Nutzwald. Morgendliche Läufe durch den heimischen Burgwald, die Jagd, Wanderrouten, Nordic Walking, Kletterpark. Gehen wir mit der Natur immer mit dem nötigen Respekt und Rücksicht um? Was haben die drei Menschen vor? Der rechte trägt einen Helm. Sind es Waldarbeiter oder Mitarbeiter einer Firma, die Windkraftanlagen baut? Auch die müssen sein, aber bitte mit der entsprechenden Rücksicht bei der Wirkung auf Natur und Mensch. Wir wollen und brauchen alle Energie. Eins ist klar, die Anlagen werden nach ihrer Laufzeit ohne Suche nach einem Endlager (wie bei der Atomkraft) abgebaut und recycelt – eigentlich eine gute Sache. Oder sind es doch Waldarbeiter die unseren Rohstoff Holz ernten und in unseren regionalen Wirtschaftskreislauf bringen. Sägewerke, Schreinereien und die Resthölzer in die Biomasseheizwerke der Genossenschaften. In unserem Landkreis bewegt sich viel – auch dank unserer Natur und ihrer Rohstoffe.“

Mirco Rosenberger (43), Sozialhilfeempfänger, Anarchistische Pogopartei:

„Ich sehe unsere Wälder als ideales Naherholungsgebiet für Gewalttäter aller Art. Bislang wussten wir nicht, wohin mit schießfreudigen Waidleuten und Wehrsportgruppen, mit bösen Onkels und deren Freiwild. Diese sollen sich zukünftig in Gewalterlebnisparks (GEP) austoben können. Auch dem Marburger Verbindungswesen kann so die Wiederbelebung alter Traditionen erleichtert werden.
Denkbar wäre neben der Mensur mit freiem Oberkörper und Säbel auch die Rückentwicklung zur schießenden Verbindung im Sinne des klassischen Pistolenduells. Im gesamten Landkreis soll so eine Infrastruktur verschiedenster GEPs – je nach persönlicher Vorliebe und Gewaltdisziplin der Besucher – geschaffen werden.
Nur mit diesem Angebot einer geordneten Triebabfuhr kann der friedliebende Bürger vor diesen bedauernswerten Menschen dauerhaft geschützt werden.“

Marian Zachow (34), Pfarrer, CDU:

„Ich sehe dieses Bild und habe das Gefühl, als erfrischte mich der aufsteigende Nebel und würde die aufgehende Morgensonne die letzten Anflüge von Müdigkeit in mir verjagen. Der Geruch von Tannennadeln umweht meine Nase und es ist mir, als würde ich ein Knistern im Unterholz hören...Dort möchte ich sein! Ich liebe es, im Wald in eine Welt voller Stille und Natürlichkeit einzutauchen. Gerade weil ich in der Stadt groß geworden bin, genieße ich es umso mehr, dass ich nun so nah am Waldrand lebe und oft wandern und spazieren gehen kann. Wald hat aber auch etwas Geheimnisvolles: Wenn es dunkel wird, können seine Geräusche unheimlich sein. Das macht ihn erst recht faszinierend. Dann kann man sich auch im Burgwald, im Herrenwald oder einem der anderen Wälder in Marburg-Biedenkopf so fühlen wie in einem Zauberwald. Ich bin dankbar, dass sich so viele Waldbesitzer(innen), Landwirt(innen), Förster(innen), Waldarbeiter(innen) und Jäger(innen) beruflich und in Vereinen um unsere Wälder kümmern.“

Anna Hofmann (32), Studentin, Die Linke:

„Mich erinnert das Bild an Spaziergänge mit meinen Großeltern durch den Wollenberg. Gemeinsam haben wir Rehe und den seltenen Schwarzstorch beobachtet. Diese Erfahrung wünsche ich auch der nachfolgenden Generation. Daher macht mich das Bild auch nachdenklich, denn der Klimawandel und die explodierenden Energiepreise lässt Holz wieder zu einem begehrten Rohstoff werden – das führt zur gnadenlosen Abholzung des alten Waldbestands und zum Einsatz schwerer Forstmaschinen. Die Folgen kann man an dem einst schönen Waldhügel Sackpfeife sehen, der zu einer reinen Holzfällerzone verschandelt wurde: Walzprofile schwerer Kettenfahrzeuge und weite Lichtungen mit frisch geschlagenen Baumstümpfen sind ein Desaster für Tier-, Pflanzen-, Arten- und Klimaschutz. Verantwortlich ist die hessische Landesregierung, die mit diesem Kahlschlag außerdem über 1 000 Tonnen Kohlendioxid frei gesetzt hat. Dennoch habe ich die Hoffnung, dass Bürgerprotest wie ‚Rettet den Burgwald‘ unseren Waldbestand erhalten wird.“

Jens Fricke (48), CNC-Fräser, Piraten:

„Die drei Männer sind offensichtlich beruflich in schöner Landschaft unterwegs. Das wird in den Wäldern im Landkreis hoffentlich in Zukunft häufiger der Fall sein, denn die Umstellung unserer Energieversorgung auf Alternativen zu Uran und Kohle kann nicht länger warten.
Das zwischen den Bäumen hier und da der Mast eines Windrades steht, gehört hoffentlich bald zum allgemein akzeptierten Landschaftsbild. Und damit alle Bürger und nicht nur die Eigentümer oder Pächter der Waldflächen daran beteiligt werden können, sind die drei auf dem Bild hoffentlich im Auftrag einer lokalen, bürgerschaftlich verwalteten Energiegenossenschaft unterwegs, an deren wirtschaftlicher Tätigkeit und Geschäftserfolg sich jeder Bürger auch mit kleinem finanziellen Einsatz beteiligen kann.“     

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