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Was sehen Sie auf diesem Bild? (Teil 1)

OP-Frage an die Landratskandidaten Was sehen Sie auf diesem Bild? (Teil 1)

Eine Gemeinsamkeit steht im Vordergrund: sie alle wollen Landrat werden. Zum Auftakt der Wahlberichterstattung in der OP interpretieren die Kandidaten ein Foto und geben dabei Einblick in ihr politisches Denken und persönliches Leben.

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Ein Schwan treibt bei Hochwasser auf der Lahn in Marburg. Doch was erkennen unsere Landratskandidaten in dem Bild?

Quelle: Thorsten Richter

Natur und dynamisches Treiben

Landkreis. Wie schön, dass es die Lahn gibt: Sie sorgt für Atmosphäre – nicht nur in der Stadt Marburg, sondern an vielen Orten überall in unserem Landkreis. In der Lahn habe ich geschwommen, am Lahnufer gelernt und gelesen, mit Freund/innen geredet und gefeiert – und sogar schon Walzer getanzt. Und ich denke an Abende zu zweit zurück, bei denen die Lahn viel romantischer war als jeder andere Ort auf der Welt.

Außerdem fällt mir sofort die Brücke auf, die mir sehr vertraut ist. Schräg gegenüber liegt der Fachbereich Evangelische Theologie, so dass ich als Student fast täglich auf dem Weg zur Uni hier vorbeikam. Mal aufgeregt vor Prüfungen, mal begeistert angesichts neuer wissenschaftlicher Ideen – und manchmal einfach nur froh über den „Feierabend“ nach einem langen Tag voller Arbeit. 

 Das Bild zeigt aber noch eines: In Marburg-Biedenkopf können idyllische, ruhige Natur und dynamisches, geschäftiges Treiben ganz nah beieinander sein. Das macht unsere Region so besonders – und so lebenswert.

Marian Alexander Zachow (34), Pfarrer, kandidiert für die CDU.
 

Ohne Wasser geht hier nichts

Wasser ist die Grundlage allen Lebens auf der Erde, unserem Blauen Planeten. Alle Menschen, Tiere und Pflanzen brauchen Wasser – als gelernte Gärtnerin weiß ich das.

Wasser spielt aber auch in unserem Landkreis eine sehr wichtige Rolle. Unsere Flüsse wie zum Beispiel Lahn, Ohm, Wetschaft oder Allna prägen unsere Landschaften. Die Flüsse und Seen im Landkreis dienen der Erholung und Freizeit oder sind ein wichtiger Tourismusfaktor. Das gilt für den Kanutourismus auf der Lahn ebenso wie für die Lahnterrassen in Marburg, den Perfstausee in Breidenbach oder den Seepark in Niederweimar.

 In der Landwirtschaft geht ohne Wasser gar nichts. Und für die Gewinnung von Trinkwasser und auch von Elektrizität oder den Betrieb von Mühlen sind unsere Flüsse von großer Bedeutung. Deshalb werde ich mich für eine nachhaltige Wasserwirtschaft einsetzen. Auch für mich persönlich ist Wasser wichtig. Meinen Sommerurlaub verbringe ich gerne auf der kleinen Insel Barnholmen im Stockholmer Schärengarten.

Kirsten Fründt (46), Agraringenieurin, kandidiert für die SPD.

Zwischen Romantik und Erneuerungen

Der Schwan auf der Lahn vor der alten Brücke ist für mich ein schönes, romantisches Motiv. Da sehe ich gerne hin und ignoriere die hässliche Leitung unter der Weidenhäuser Brücke und die rot-weiße Absperrung im Hintergrund.
Der Schwan – oder ist es eine Schwänin? – scheint sich gerade zum Ufer zu orientieren. Sind dort noch Artgenossen oder gar Küken? Dann wäre die Romantik fast perfekt.
Wäre da nur nicht diese Leitung und die Absperrung. Konnte für das Foto keine schönere Stelle gefunden werden? Oder soll damit die in Marburg häufig anzutreffende Spannung zwischen der romantischen Seite der Stadt und den Erneuerungen und „Wunden“ im Stadtbild betont werden?
Für heute ändere ich einfach den Bildausschnitt. Stelle mir vor, gerade im Boot auf der Lahn zu sitzen und mit dem notwendigen Abstand nachzuschauen, ob da nicht doch gleich ein paar Jungschwäne auftauchen. An der alten Leitung wird man eh nichts ändern können und die Absperrung verschwindet bestimmt bald.
Dr. Karsten Mc Govern (49), Erster Kreisbeigeordneter, kandidiert für die Grünen.

Erholung, Abkühlung – und Gefahr

Aus dem Wasser entsteht alles Leben. Der Schwan zieht friedlich seine Runde und beobachtet die hektische Welt um sich herum. Vielleicht die rund 2 000 Menschen, die am 5. Juli den Fußweg an der Lahn in Richtung Uni-Stadion laufen oder den Fahrzeugverkehr auf der Weidenhäuser Brücke. Wie wichtig Erholungsraum und Freizeitwert in der Stadt sind, zeigt das Bild besonders.

Bei aller Ruhe und Beschaulichkeit fallen mir aber beim Anblick des Wassers auch die Gefahren ein, die davon ausgehen.

Die Bilder von der Elbe, die Schäden, das Leid und wie wichtig es ist diese Gefahren durch entsprechenden Hochwasserschutz zu minimieren. Zuletzt denke ich beim Anblick des Wassers im Moment an Abkühlung, Schwimmen und viel Spaß mit der Familie am See oder Meer.

Kai-Uwe Spanka (49), Bürgermeister von Wetter, kandidiert parteilos.

Ökologisches Risiko trägtder Burgwald

Die Lahn symbolisiert für mich: Leben. Denn für alle gesellschaftlichen und ökologischen Prozesse ist Wasser unentbehrlich. In Zeiten von Klimawandel, Globalisierung und Umweltkatastrophen ist die Verfügbarkeit von gutem Trinkwasser nicht nur in Entwicklungsländern ein großes Problem. Verteilungskämpfe finden auch schon vor Ort statt: Dabei geht es vor allem um möglichst hohe Profite zu-lasten von Umweltstandards: So hat der Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke in einem Vertrag ausgehandelt, Grundwasservorkommen aus Kirchhain, Stadtallendorf und dem Burgwald auch in Trockenperioden nach Frankfurt zu exportieren. Das ökologische Risiko trägt vor allem der Burgwald: Bei extremer Dürre können dort Moore austrocknen und seltene Pflanzenarten wie der Bärlapp vernichtet werden. Dieser Vertrag wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit beschlossen. Das zeigt: Wasserversorgung darf keinem Gewinnstreben unterworfen werden, sondern gehört in die öffentliche Hand. Wasser ist ein Lebensrecht.

Anna Hofmann (32), Studentin, kandidiert für Die Linke.

Datenschutz auf de Lahn?

Wasser und um bewusster Umgang mit Daten? Das hat ja nun wirklich nichts miteinander zu tun, oder?

Mal sehen: Das Foto hat den Titel: „Ein Schwan treibt bei Hochwasser auf der Lahn in Marburg“, wurde von Herrn Thorsten Richter für die Oberhessische Presse mit einer Canon EOS 7D aufgenommen und mit dem Bildbearbeitungsprogramm Adobe Photoshop 7.0 bearbeitet. Das war am 27. Mai dieses Jahres. Fotografiert wurde es ohne einen Blitz mit einer Belichtungszeit von 1/500 Sekunde bei einer Brennweite von 200 mm und mit Blende 7,03. GPS-Daten des Standortes des Fotografen sind nicht enthalten.

Hochwasserschutz für die Universitätsstadt Marburg durch die Lahnauen im Hinterland des Landkreises, Wasser als alternativer Energieträger, strittige Abwasser-Splittinggebühren und deren Ermittlung durch Luftbilder fielen mir natürlich bei dem Motiv ebenso ein. Leider reicht dafür der Platz nicht...

Jens Fricke (48), CNC-Fräser, kandidiert für die Piraten.

Biotope fallen Ökowahn  zum Opfer

Ich sehe die Lahn, deren Uferbereiche – allgemein als „Lahnwiesen“ bekannt – von der herrschenden Politik existenziell bedroht sind. Bei der geplanten Renaturierung der Lahn wird der Verlust großer Teile der Lahnwiesen als Kollateralschaden hingenommen. Natürlich gewachsene kulturelle Biotope fallen so dem Ökowahn zum Opfer. Schließlich handelt es sich um ein Paradebeispiel spontaner Balkanisierung, da sich an diesen Örtlichkeiten die friedliche Koexistenz verschiedenster Asozialer Parasiten Zonen (APZ) – angefangen beim Who is Who des Marburger Pogo-Anarchismus bis hin zur universitären Bildungselite diverser Fachbereiche – bewährt hat.

Mirco Rosenberger (43),  Sozialhilfeempfänger, kandidiert für die Anarchistische Pogo-Partei (APPD)

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