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Blitzer-Warner bereichern Schilderwald

Umstrittene Schilder Blitzer-Warner bereichern Schilderwald

Nun kommen sie auch in unseren Kreis: Die umstrittenen Warnschilder vor fest installierten Blitzern werden seit Freitag auf Weisung des hessischen Verkehrsministeriums montiert.

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Markus Ueberschaer (links) und Frank Schnabel hängen das erste Radarwarnschild im Landkreis auf – 200 Meter vor dem ersten Blitzer aus Fahrtrichtung Süden.Foto: Andreas Schmidt

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Am Freitagmorgen um kurz nach 7.30 Uhr beladen Frank Schnabel und Markus Ueberschaer auf dem Gelände der Straßenmeisterei ihren Lastwagen. 30 Schilder in verschiedenen Größen kommen auf die Pritsche, dazu Schellen, Schrauben, Muttern. „Radarkontrolle“ steht auf den Schildern: Vor knapp drei Wochen noch öffentlichkeitsheischend von Wirtschaftsminister Florian Rentsch an einer Autobahn bei Darmstadt angebracht, sind die Schilder nun auch in unserem Landkreis angekommen.

Erster Stopp von Schnabel und Ueberschaer ist der Blitzer an der B3 aus Richtung Süden. Die neuen Pfosten, die von Kollegen in den vergangenen Wochen kreisweit gesetzt wurden, glänzen noch in der Sonne.

Mit ihrem Lastwagen halten die beiden auf dem Randstreifen, schalten die Rundumleuchte und den Warnblinker ein. Dann kommen die Arbeitsschritte, die die beiden bis zum Ende der Schicht noch dutzende Male wiederholen werden: Jeweils zwei Schellen an den Schildern befestigen, passende Gegenstücke vormontieren, rauf auf die Leiter, Schild in die entsprechende Höhe schieben, ausrichten, festschrauben.

Alleine an der Stadtautobahn werden acht Warnschilder montiert: Zwei vor jedem Blitzer, links und rechts der Fahrstreifen. Denn es könnte ja jemand ein Schild wegen eines Überholvorgangs übersehen. 75 mal 41 Zentimeter messen die Autobahn-Schilder, die auf Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften sind 60 mal 33 Zentimeter groß. Und die kleinen Schilder innerhalb von Ortschaften bringen es auf 42 mal 23 Zentimeter.

Die Blitzer in der B3-Baustelle werden erst später beschildert, ebenso, wie die in Wetter. Denn dort möchte am Montag ein Fernsehteam dabei sein - Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka weiß jedoch von nichts. Im Landkreis werden insgesamt 30 solcher Schilder installiert, der Materialwert inklusive Pfosten und Beton beträgt allein etwa 800 Euro, dazu kommen noch die Arbeitskosten für das Setzen der Pfosten und die Montage der Schilder.

Hintergrund: Verkehrsschilder:

Nach der Anordnung des Verkehrsministeriums muss in geschlossenen Ortschaften vor jeder fest installierten Anlage in 50 Meter Entfernung ein Warnschild „Radarkontrolle“ angebracht werden, außerhalb geschlossener Ortschaften gilt ein 100-Meter-Abstand, auf Autobahnen 200 Meter.Der Hessische Städtetag hält die Anordnung nach wie vor für rechtswidrig. Er begründet das unter anderem damit, dass laut Straßenverkehrsordnung „Landesrecht über den Straßenverkehr unzulässig“ sei. Das Ministerium besitze keine Anordnungsbefugnis für landesweit aufzustellende sogenannte nichtamtliche Verkehrszeichen. Dies obliege dem Bund. Zudem sei in jedem Einzelfall zu prüfen, ob ein Verkehrszeichen „nach den Umständen geboten ist“, damit dem Grundsatz „so wenig Verkehrszeichen wie möglich anzuordnen“, Rechnung getragen wird.

von Andreas Schmidt und Michael Agricola

Kommentar von Michael Agricola: Willkommenin Absurdistan

Wahlkampf trübt offenbar manchmal den Scharfsinn.Anders ist die Schnapsidee des hessischen Verkehrsministers nicht zu erklären.Wo allerorten jährlich in Verkehrsschauen mühsam versucht wird, den Schilderwald auszudünnen, forstet Florian Rentsch im Alleingang flächendeckend auf. Anstatt dosiert und sinnvoll und in Abstimmung mit den Menschen vor Ort zu handeln – etwa mit einem Tempo-120-Trichter vor der B-3-Blitzanlage in Marburg-Süd – schüttet er das Kind gleich mit dem Bade aus.Auch wenn nun doch das Land die Kosten trägt, statt sie den Kommunen aufzudrücken, darf man davon ausgehen, dass der Rechnungshof sich diesen Irrsinn schon für den nächsten Steuergeldverschwendungsbericht notiert hat.

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