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Diesmal soll es klappen

Im Porträt Diesmal soll es klappen

Drei Prozent fehlten Stefan Heck im Jahr 2009 für den Einzug in den Deutschen Bundestag. Am 22. September startet der 31-Jährige noch einmal den Versuch – und diesmal soll es klappen.

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Sprechblasen lassen ihn „austicken“

evor wir mit Stefan Heck über seine politische Zukunft sprechen können, unternehmen wir zunächst einmal einen Ausflug in die Vergangenheit. Wir treffen uns in Amöneburg an der Stiftsschule, genauer hinter der Schule. Treffpunkt ist ein idyllisches Plätzchen mit Bank und Blick über den Landkreis. Große Teile seiner Jugend hat Stefan Heck an diesem Platz verbracht. In den Pausen hat er sich als Schüler hierher zurückgezogen. Wohl nicht immer allein, aber stets mit Blick auf das kleine Städtchen Mardorf. Es ist der Geburtsort des heute 31-Jährigen, in den es ihn – trotz Zwischenstationen in Krakau und Speyer – immer wieder zurückgezogen hat. Und auch wenn es am 22. September im zweiten Anlauf dann für ein Abgeordnetenmandat in Berlin reichen sollte, ganz weggehen würde er aus dem Landkreis nie. „Hier hat man doch alles, was man braucht“, sagt Heck später beim Chinesen am Marktplatz, den es ebenfalls schon zu Schulzeiten gab.

Ein Auto-Pendler

„Auf der einen Seite das Oberzentrum Marburg und andererseits die Attraktivität des ländlichen Raums.“ Und den weiß der CDU-Politiker durchaus zu schätzen, entspannt er sich doch am besten auf der Wanderschaft. Früher, erzählt der Jurist, sei er viel gelaufen. Bis zum Halbmarathon. Seit er in einer Frankfurter Anwaltskanzlei arbeitet und sich gleichzeitig noch in der Politik engagiert, komme das allerdings ein bisschen zu kurz. Und auch die Wanderungen werden kürzer. Wie als Student mit Rucksack und Zelt drei Wochen nach Skandinavien – das ist heute nicht mehr drin. „Aber es gibt ja viele schöne Wanderwege in der Region.“ Wenn Stefan Heck dort unterwegs ist, „um den Kopf frei zu kriegen“, dann bleibt das Handy übrigens aus. Noch geht das. Im September könnte sich das allerdings ändern. Denn „ich habe schon den Ehrgeiz, dass es diesmal klappen muss“, sagt Heck. Und wenn nicht? Darüber will der stets ein bisschen schüchtern wirkende Mann nicht nachdenken. „Das überleg ich mir dann danach.“ Momentan geht er jedenfalls davon aus, dass er am 22. September mit Freunden das ein oder andere Bier trinken und „ordentlich feiern“ wird. Berufliches Standbein Gleichwohl merkt man ihm eine gewisse Aufregung an. Der Mardorfer macht allerdings auch keinen Hehl daraus, dass er auf das Abenteuer Bundestag schon sehr gespannt ist und er noch nicht weiß, was genau ihn in Berlin erwarten würde. Außer, dass es in seinem Leben vermutlich einige Veränderungen gäbe – schon durch die Pendelei zwischen Mardorf und Berlin. Dabei ist Stefan Heck Pendeln gewohnt. Seit er in Frankfurt arbeitet, sitzt er viel im Auto. Das aber macht ihm nichts aus, zumal er sich auch für den Fall eines Wahlsiegs auf jeden Fall ein „berufliches Standbein“ irgendwie erhalten will. Überdies macht ihm die Arbeit als Anwalt für Wirtschaftsrecht Spaß, auch wenn er gesteht, dass „ich anfangs mit dem Jurastudium ein wenig gehadert habe“.

Wichtige Erfahrungen in Polen gesammelt

Aber Stefan Heck ist zielstrebig. Und er weiß, was er will. Das war schon zu Schulzeiten so. Klassensprecher, Schülersprecher, Jugendparlament: „Meine Motivation war es immer schon, sich für andere einzusetzen“. Mithin feierte er auch schon früh seinen ersten „politischen“ Erfolg, als er nämlich in einer gemeinsamen Aktion mit der Schülerzeitung dafür sorgte, dass an der Stiftsschule die Englandreisen in der neunten Klasse nicht wie geplant abgeschafft wurden. Dass damals schon der Grundstein für eine politische Karriere gelegt wurde, würde Heck wohl bestreiten. Sein Lebensweg aber ist überaus geradlinig. Schule, Bundeswehr, Studium, daneben erst Stadtverordneter für die CDU, später dann Fraktionsvorsitzender, Landesvorsitzender der Jungen Union Hessen und schließlich Direktkandidat für den Bundestag – diesmal will er es schaffen. Der 31-Jährige weiß auch bereits, in welchem Bereich er sich im Bundestag engagieren würde. Verteidigungspolitik würde er gern machen, nicht zuletzt wegen des großen Divisionsstandorts in Stadtallendorf, wo er selbst seinen Wehrdienst geleistet hat. „Eine wichtige Erfahrung“, wie Heck rückblickend sagt. Hier habe er Menschen kennengelernt, denen er sonst womöglich nie begegnet wäre. Aber auch die Erfahrung, mit diesen Menschen auf engstem Raum leben zu müssen, sei für einen jungen Mann durchaus wichtig und „prägend“. Auch deshalb bedauert Heck, dass die Wehrpflicht abgeschafft wurde. Und das würde er auch Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) so sagen, wenn er denn Minister bleibt. Stefan Heck glaubt: ja. Noch lieber als den Verteidigungsminister würde der Mann aus Mardorf allerdings gern mal Bundespräsident Joachim Gauck kennenlernen. Der Mann imponiert ihm. Umso mehr bedauert er, dass er „einen Monat zu spät“ zum JU-Landesvorsitzenden gewählt wurde. „Die hatten nämlich ein Treffen mit ihm.“ Und was ist mit dem Papst? Beim Stichwort fällt Heck seine Zeit in Krakau ein, wo er 2005 ein Auslandssemester verbrachte. „Polen war gerade ganz neu in der EU“, erzählt Stefan Heck sichtlich begeistert von Aufbruchsstimmung und wunderbaren Menschen. Er selbst sprach kein Wort Polnisch, aber „als dann ausgerechnet der Papst starb, war die Atmosphäre in der Stadt unglaublich“, erinnert er sich. Dass zum Nachfolger auch noch ein Deutscher gewählt wurde – das halbe Jahr in Krakau wird Stefan Heck wohl nie vergessen. Zurückgekommen ist er trotzdem. Um jetzt zu neuen Abenteuern aufzubrechen. Das Ziel diesmal: Berlin.

von Anja Luckas

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Dr. Stefan Heck (CDU)
Geschenke aus der Heimat, die sich in Marburg befinden und im Berliner Büro noch ihren Platz finden müssen: Stefan Heck zeigt Bilder, die ihm Freunde geschenkt haben. Wandschmuck für seine Abgeordneten-Räume in der Hauptstadt: Motive aus seinem Heimatort Mardorf (von links), ein Bild mit Eseln darauf in Anlehnung an den heimathistorischen Namen „Mardorfer Esel“ und eine Collage mit Parteifotos. Zudem (im Hintergrund zu sehen) ein Motiv aus der heimischen Vogelwelt, aufgenommen von einem Naturfot

Die heimische CDU hat nach elf Jahren ohne eigenen Wahlkreis-Abgeordneten wieder einen Mann in Berlin. Für Dr. Stefan Heck hat eine Zeit des Eingewöhnens und des Organisierens begonnen. Im Kreis und in Berlin stellt er sich auf für seine Arbeit.

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