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Zwangsweise Nichtwähler

Wahl-Tagebuch Zwangsweise Nichtwähler

Mit der Wahlbeteiligung ist das so eine Sache: Je direkter die Bürger Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen können, desto geringer ist die Wahlbeteiligung – etwa bei Kommunal- oder Kreistagswahlen. Das verstehe, wer will. Ich nicht.

In Bayern gingen gestern immerhin rund 65 Prozent der Berechtigten zur Wahl. Zwar fiel die Wahlbeteiligung damit deutlich höher aus als ursprünglich gedacht und lag auch über der in den Jahren 2008 und 2003. Dass aber jeder dritte Bürger von seinem Recht der Mitbestimmung keinen Gebrauch macht, stimmt doch bedenklich.

Bundesweit allerdings könnte dieser Trend womöglich kippen. Denn wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in seiner neuen Ausgabe berichtet, steuert die Zahl der Briefwähler bei der Bundestagswahl auf ein neues Rekordhoch zu. So seien in den zehn größten Städten so viele Unterlagen angefordert worden wie noch nie, heißt es dort. Allein in Stuttgart seien es über 25 Prozent mehr als bei der Bundestagswahl 2009, in München und Köln rund 20 Prozent mehr. Zum Vergleich: 2005 hatten bei der Bundestagswahl 18,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme vor dem eigentlichen Wahltag abgegeben, 2009 waren es 21,4 Prozent.

Neun Deutsche allerdings, die womöglich ihre Stimme gern abgegeben hätten, am 22. September aber nicht ins Wahllokal gehen können, können auch per Brief nicht abstimmen. Die Forscher auf der Neumayer-Station III in der Antarktis werden zwangsweise zu Nichtwählern – weil es schlicht keine Postverbindung gibt. Erst im Oktober, wenn die Wetterbedingungen besser werden, wird auch der Flugbetrieb zur Forschungsstation wieder aufgenommen. Leider zu spät.

Von Anja Luckas

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