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Wie Andrea Nahles um Spenden für die CDU wirbt

Wahltagebuch Wie Andrea Nahles um Spenden für die CDU wirbt

"Mehr wir und weniger ich" - diese Losung hat Andrea Nahles gerade vor zwei Tagen in einem Interview ausgegeben. Man darf also annehmen, dass die SPD-Generalsekretärin ein großes Herz besitzt und eigene Interessen gerne hinten anstellt.

Trotzdem sind auch Nahles-Kenner überrascht, wie weit diese Selbstlosigkeit geht: Die SPD-Politikerin wirbt um Spenden für die CDU.

Jedenfalls hatte die 43-Jährige bis Mittwochabend auf ihrer Website www.andrea-­nahles.de einen Text zur steuerlichen Absetzbarkeit von Parteispenden, in dem von „Spenden und Mandatsträgerbeiträgen an die CDU Deutschlands“ die Rede war. Offenbar hatte sie das Informationsblatt einfach von der politischen Konkurrenz kopiert.

In Friedenszeiten würde man so etwas „Plagiat“ nennen. In Wahlkampfzeiten sorgt es nur für Spott und Hohn. „Das ist aber nett von Frau Nahles“, kommentierte die Junge Union Augsburg-West. Der FDP-Politiker Volker Wissing spekulierte, Nahles übe schon für eine große Koalition.

Vielleicht hilft Nahles‘ Patzer ja trotz allem der SPD. Bisher dachten nämlich viele, Kanzlerkandidat Peer Steinbrück trete in jedes Fettnäpfchen. Jetzt wissen wir, dass er manche Fettnäpfchen auch der Generalsekretärin überlässt. So bringt Nahles den gebeutelten Kandidaten endlich einmal aus der Schusslinie. Ein Akt der Selbstlosigkeit, ganz im Sinne des Mottos: „Mehr wir und weniger ich.“

von Stefan Dietrich

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