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Sören Bartol holt erneut das Direktmandat

Erststimmen-Erfolg für die SPD Sören Bartol holt erneut das Direktmandat

Zum vierten Mal in Folge schafft es der Marburger SPD-Politiker Sören Bartol (39), den Wahlkreis für sich zu gewinnen, zum zweiten Mal hängt er den CDU-Konkurrenten Dr. Stefan Heck (31) ab.

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Sören Bartol war am Abend nicht bei der Wahlparty im Kreishaus.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Als erstes: Nein, Sören Bartol ist noch nicht Vater geworden. So zumindest der Stand bis Redaktionsschluss. Weil sich das minütlich ändern kann, blieb Sören Bartol am Sonntag bei seiner Lebensgefährtin in Berlin und schaltete sich per Telefon und Skype zur Wahl­party der SPD in Marburg dazu. Der Marburger hat erneut das Direktmandat für den Wahlkreis geholt und wird die Menschen aus dem Landkreis für weitere vier Jahre in der Hauptstadt vertreten. „Ich freue mich riesig. Bei dem Wahlergebnis im Bund ist das keine Selbstverständlichkeit“, sagte der 39-jährige Diplom-Politologe im OP-Gespräch. Wie vor vier Jahren erreichte er einen deutlichen Vorsprung gegen den CDU-Konkurrenten Dr. Stefan Heck aus Amöneburg. Diesmal ist der Abstand zu Heck mit rund 5301 Stimmen sogar etwas größer. 2009 hatte er einen Vorsprung von 4399 Stimmen.

Bartol punktet nicht nur in Marburg, sondern liegt auch in den meisten Kommunen des Landkreises vorn.

„Die SPD räumt im Landkreis ab“, sagt Sören Bartol, diesmal nicht als Bundestagsabgeordneter, sondern in der Funktion des heimischen SPD-Parteichefs, und weist auf die Ergebnisse von Thomas Spies, Angelika Löber und Kirsten Fründt hin. Der Bundestagskandidat Dr. Stefan Heck gewinnt die Städte und Gemeinden, die traditionell eher CDU-Hochburgen sind - zum Beispiel Amöne­burg, Stadtallendorf oder Bad Endbach und Gladenbach. In Marburg hat der CDU-Kandidat diesmal mehr Stimmen als 2009 bekommen. Fast 32 Prozent votierten für ihn, vor vier Jahren waren es nur 29,64 Prozent. Doch Bartol holt in der Universitätsstadt rund 44 Prozent. „Leider hat es am Ende dennoch nicht gereicht“, sagt er. Seine Hoffnung, es über die Landesliste, also die Zweitstimmen, in den Bundestag zu schaffen, blieb bis Redaktionsschluss. „Es ist spannend“, sagte Heck zurückhaltend. Sollte er es erneut nicht in den Bundestag schaffen, werde er wie bisher Politik weiter ehrenamtlich betreiben - also Fraktionschef in Amöne­burg und Landesvorsitzender der Jungen Union. In Hessen, so Heck, werde es nun schwierig mit einer Koalitionsbildung. Die hessischen Grünen seien linker als in anderen Bundesländern. Die CDU sollte auf jeden Fall die Führung übernehmen.

Wird Bartol nun als Bundestagsabgeordneter der Regierungs- oder Oppositionfraktion angehören? Er weiß es am Sonntagabend noch nicht. „Ich habe ein lachendes Auge und ein weinendes.“ Auf Bundesebene habe er sich ein deutlich besseres Ergebnis für seine Partei erhofft gehabt. Und die Landtagswahl kommentiert der Marburger folgendermaßen: „Hessische Verhältnisse sind bewältigbar“.

Der Kandidat der Grünen, Matthias Knoche, erklärte bei der OP-Wahlparty im Landratsamt: „Ich habe nicht um das Direktmandat gekämpft“. Er habe gehofft, über die Landesliste in den Bundestag zu kommen. Viele Grüne hätten taktisch gewählt und „Richtung Sören Bartol tendiert“, so Knoche.

von Anna Ntemiris

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