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SPD-Hinterbänkler laufen sich warm

Post-Steinbrück-Szenarien SPD-Hinterbänkler laufen sich warm

Die zu Ende gehende Legislaturperiode ist in mindestens einer Beziehung rekordverdächtig: Wohl noch nie gab es mehr Ressortchefs, die schon vor der Wahl öffentlich betonten, dass sie nach der Wahl auf jeden Fall bleiben wollen, was sie sind.

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Bereit für neue Aufgaben? Könnte Joachim Watzke im Falle einer Wahlniederlage die SPD retten.

Quelle: Bernd Thissen

Berlin. Während man früher demütig das Wählervotum abwartete, gab es dieses Mal Vorabbekenntnisse en masse: beispielsweise von Peter Altmaier, Wolfgang Schäuble, Thomas de Maizière, Peter Ramsauer, Hans-Peter Friedrich, Guido Westerwelle und natürlich von Angela Merkel. Selbst FDP-Entwicklungsminister Dirk Niebel ist wild entschlossen, falls er als Spitzenkandidat der Liberalen in Baden-Württemberg ein sehr gutes Ergebnis einfahren kann. Bis auf Westerwelle stünden fast alle anderen auch gern - manche auch sehr gern - für eine große Koalition bereit.

Wohin mit von der Leyen?

Als Aufsteiger sieht sich, trotz vorübergehender Datenkrise, Kanzleramtsminister Ronald Pofalla. Der hat angeblich bereits die Zusage von ganz oben, dass er im Erfolgsfall das Arbeitsressort von Ursula von der Leyen übernehmen darf. Das war schon vor vier Jahren Pofallas großer Traum gewesen. Käme es jetzt im Herbst dazu, dann wären vermutlich auch jene in der Union besänftigt, die die Nase voll von der besonders intensiv an der eigenen Karriere strickenden Sozialministerin haben, die aber gleichzeitig einräumen, kämpferisch mache der besten Frau an Angela Merkels Seite so schnell niemand was vor.

Aber was tun mit der nimmermüden von der Leyen? Ideal für die ambitionierte CDU-Vize wäre das Verbraucherressort, sagen Kabinettsplaner. CSU-Frau Ilse Aigner ist zum Glück drauf und dran, sich als baldige Fraktionschefin im bayerischen Landtag auf das Erbe von Horst Seehofer vorzubereiten. Angeblich hat sie das entsprechende Versprechen des CSU-Chefs.

An der Spitze der SPD-internen Kandidaten für die Zeit nach der Kanzlerkandidatur von Peer Steinbrück rangieren stabil zwei Vertreter des als modern geltenden nüchternen Politikstils norddeutscher Prägung: Thomas Oppermann, PR-Star in Steinbrücks Kompetenzteam und derzeit noch hauptberuflicher Fraktionsgeschäftsführer im Bundestag, sowie Olaf Scholz, Hamburger Bürgermeister mit absoluter SPD-Mehrheit. Unaufgeregt nach außen, entschlossen karrierebewusst nach innen ist der politische Chef von der Elbe längst nicht mehr der „Scholzomat“ aus Schröderschen SPD-Zeiten. Zusammen mit der nordrhein-westfälischen Vorzeigefrau Hannelore Kraft, die gerade wieder mal das Goldene Sportabzeichen abgelegt hat, gelten die drei aus dem SPD-Kraftzentrum als Führungspersönlichkeiten der nächsten Saison für Partei, Bundestag und Bundesrat.

Not macht erfinderisch

In den Staatskanzleien von der Ostsee bis an den Main ist man sich darin weitgehend einig. Für manche Strippenzieher spielen schon jetzt Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück allenfalls die zweite Geige.

Not macht erfinderisch! Als Super-Kandidatenlösung für die übernächste Wahl denken manche in der SPD an einen Verzweiflungscoup: Hans-Joachim Watzke, erfolgreicher Chef von Borussia Dortmund. Das wäre dann ein konsequenter roter Traum mit Schwarz-Gelb. Watzke hat in beinah aussichtsloser SPD-Situation über Peer Steinbrück gesagt: „Es wäre gut für Deutschland, würde Peer Steinbrück Kanzlerkandidat der SPD.“ Auch bei der Borussia hat Watzke gezeigt, wie man den Bogen vom Beinah-Konkurs zur Meisterschaft hinbekommt.

von Dieter Wonka

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