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Grandioser Triumph für Angela Merkel

CDU-Wahlsieg Grandioser Triumph für Angela Merkel

Angela Merkel ist auf dem Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere. An ihr als Kanzlerin führt nach der Wahl kein Weg vorbei.

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Euphorische Stimmung: Bundeskanzlerin Angela Merkel (rechts, CDU) und Ursula von der Leyen feiern in der Parteizentrale in Berlin die Ergebnisse der Bundestagswahl. Foto: Marcus Brandt

Quelle: Marcus Brandt

Berlin. Der SPD-Parlamentsgeschäftsführer Thomas Opper­mann ist in der CDU alles andere als beliebt. Doch gestern Abend ist die Stimmung in der CDU-Parteizentrale so euphorisch, dass selbst Oppermann heftigen Applaus erhält, als er im Fernsehen kurz nach 18 Uhr Angela Merkel zu ihrem „großartigen Wahlerfolg“ gratuliert. Und noch einmal braust Beifall auf, als er feststellt, dass die SPD keinen Auftrag zur Regierungsbildung erhalten habe und „der Ball jetzt bei Angela Merkel liegt“.

Gegen 18.45 Uhr tritt die Kanzlerin dann mit einigen Mitstreitern wie Generalsekretär Hermann Gröhe und Fraktionschef Volker Kauder auf die Bühne im Foyer des Konrad-Adenauer-Hauses und wird erst einmal mit minutenlangem Jubel und „Angie, Angie“-Rufen begrüßt. Für Merkel offenbar überraschend, springt auch Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf die Bühne und mischt sich in die kleine Gruppe neben Merkel.

De Maizière hält sich zurück

„Der Jubel zeigt, wir können uns heute alle freuen, das ist ein super Ergebnis“, sagt die Parteichefin und versichert dann aber schnell, man werde „damit verantwortungsvoll und sorgsam umgehen“. Es sei auch zu früh, zu sagen, „wie wir vorgehen, aber feiern dürfen wir heute schon“. Neben den Wahlkämpfern dankt sie auch ihrem sonst so öffentlichkeitsscheuen Ehemann Joachim Sauer, der ausnahmsweise mitgekommen ist in die Parteizentrale und während ihres Auftritts an der Seite steht. Dort beobachtet auch der angeschlagene CDU-Ver­teidigungsminister Thomas de Maizière Merkels Auftritt - er wagt es nicht, auch noch auf die Bühne zu springen.

Selbst wenn die Umfragewerte für CDU/CSU seit Monaten sehr gut waren, gab es bis zum Ende große Skepsis in der CDU-Spitze, ob man am Ende tatsächlich ein Ergebnis um die 40 Prozent erreichen würde. Zu tief sitzt noch die Erinnerung an die Wahl 2005, als Merkel trotz hervorragender Umfragewerte am Ende noch beinahe gegen Gerhard Schröder verlor.

Doch gestern war alles anders. Schon gegen 15 Uhr erhielt Merkel von den Meinungsforschungsinstituten erste Zahlen, die auf Befragungen der Wähler nach der Stimmabgabe beruhten. Und die sagten bereits voraus, dass es diesmal klappen könnte mit einem Ergebnis um die 40 Prozent.

Wie die Überväter

Für Merkel ist es ein grandioser Erfolg, galt sie doch bisher als eher schwache Wahlkämpferin, die auch 2009 ein recht bescheidenes Ergebnis erzielt hatte. Und jetzt ein Zuwachs von mehr als acht Prozent und ein Ergebnis von deutlich über 40 Prozent! Nun hat Merkel auch bei den Wahlerfolgen mit den beiden CDU-Übervätern Konrad Adenauer und Helmut Kohl gleichgezogen.

Fast ungläubiges Staunen löst es unter den Gästen der Wahlparty aus, als gegen 19 Uhr die Prognosen sogar eine Mehrheit der Sitze für die Union im Bundestag voraussagen. Gegen 22 Uhr rückte die absolute Mehrheit aber wieder in weite Ferne. Merkel hat jetzt alle Karten in der Hand - nach den Hochrechnungen eine große Koalition mit der SPD oder Schwarz-Grün.

Mehrfach sagte die Kanzlerin, dass sie erst einmal das Endergebnis abwarten wolle, bis sie zu einer Alleinregierung oder einer möglichen Koalition Stellung nimmt. Dass dafür nur die SPD in Frage kommt, wurde auch in der Fernsehrunde deutlich - die Gräben zwischen Union und Grünen sind im Wahlkampf größer geworden.Merkel erteilte auch Spekulationen eine Absage, dass sie zur Mitte der Legislaturperiode einem Nachfolger Platz machen könne.

von Joachim Riecker

Drei Fragen an Umweltminister Peter Altmaier

OP: Sind nun vier ganze Jahre Angela Merkel an der Spitze garantiert?

Peter Altmaier: Wir freuen uns über einen historisch großen Wahlsieg. Angela Merkel hat klar und deutlich gesagt, dass sie für vier Jahre antritt, und alles andere ist abwegig.

OP: Der Bürger will eine große Koalition. Sind Sie froh darüber?

Altmaier: Es gibt einen überwältigenden großen Auftrag für die Regierungsbildung durch die Union und durch Angela Merkel. Für alles ande­re nehmen wir uns Zeit. Wir wissen, dass wir mehrere Optionen haben.

OP: Wird es nun Zeit dafür, dass sich die Union nach diesem Merkel-Sieg personell breiter hinter der Chefin präsentiert?

Altmaier: Wenn eine Partei es schafft, unter diesen schwierigen Bedingungen mit sechs oder sieben konkurrierenden Parteien ein Ergebnis von deutlich über 40 Prozent zu erzielen, dann bedeutet es auch, dass sie hervorragend aufgestellt ist. Dahinter steht eine Mannschaft, die diese Bundeskanzlerin in ihrer Arbeit breit unterstützt. Es liegt am Bürger, darüber zu entscheiden, was mit der AfD in Zukunft passiert. Für uns ist klar, wir werden an unserer verantwortungsvollen Haltung zu Europa und im Umgang mit dem Euro nichts ändern. Wir fühlen uns darin vom Wähler bestätigt und lassen uns da von niemandem beirren.(dw)

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