Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Drastische Parolen gegen die SPD

Bundestagswahl historisch Teil 2 Drastische Parolen gegen die SPD

Ähnlich wie heute scheint die Bundestagswahl 1953 in den Umfragen schon gelaufen zu sein. Doch am 6. September übertrifft das Ergebnis alle Erwartungen: Die Union erringt einen triumphalen Sieg.

Voriger Artikel
Verteidigungspolitik: Was will welche Partei?
Nächster Artikel
C wie CDU/CSU

Nach Schließung der Wahllokale am 6. September 1953 in Hamburg werden die Wahlurnen ausgeleert. Foto: Kurt Rohwedder

Berlin. Der bereits 77-jährige Kanzler Konrad Adenauer kann seinen Kurs der Westbindung fortsetzen und absichern.

Nicht zuletzt der DDR-Volksaufstand vom 17. Juni kommt ihm im Wahlkampf zugute. Unter dem Eindruck der von Sowjet-Panzern niedergewalzten Proteste warnt die Kanzlerpartei mit einer drastischen Parole vor der SPD: „Alle Wege des Marxismus führen nach Moskau!“

Als Garant für zunehmenden Wohlstand wird Ludwig Erhards Soziale Marktwirtschaft gepriesen. Dem haben die Sozialdemokraten wenig entgegenzusetzen. Ihr Kanzlerkandidat und Parteichef Erich Ollenhauer gilt im Vergleich zum charismatischen Adenauer als farblose Gestalt. Auch der schlichte Wahlslogan „Deutsche Einheit. Darum SPD“ verfängt angesichts der Ereignisse in der DDR nicht.

Im Ergebnis legt die Union so stark zu wie später nie wieder: um 14,2 Punkte auf 45,2 Prozent der Stimmen. Die Sozialdemokraten rutschen mit 28,8 Prozent noch unter ihr bereits enttäuschendes Ergebnis von 1949. Mit den Koalitionspartnern FDP (9,5 Prozent), Flüchtlingspartei BHE (5,9) und Deutsche Partei (3,3) kommen CDU und CSU im Bundestag auf eine Zweidrittelmehrheit. Zwar wäre die Deutsche Partei an der erstmals geltenden Fünf-Prozent-Hürde gescheitert, doch nach einer Wahlabsprache dürfen Mitglieder für die Union antreten.

In der zweiten Wahlperiode setzt Adenauer seine Westpolitik beharrlich fort. 1955 gestehen die Westmächte der Bundesrepublik weitgehende Souveränität zu. Im selben Jahr wird die Bundeswehr gegründet und Westdeutschland Mitglied der Nato. In Moskau pokert Adenauer mit Erfolg um die Freilassung der letzten fast 10000 Kriegsgefangenen. Kurz vor der nächsten Wahl setzt er noch eine grundlegende Rentenreform durch.(dpa)

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Bundestagswahl

Wahl-Berichterstattung

Top 3 und Flop 3 der Wahllokale: Kandidaten im Vergleich

Altkreis Marburg entscheidet für Löber

Bis ganz zum Schluss musste Angelika Löber zittern: Nach 23 Uhr am Sonntagabend stand fest, dass die Lahntalerin in den Hessischen Landtag einzieht. mehr

KommentareKommentar