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Die Wahlprogramme auf einen Blick Thema Rente

Wahlprogramme im Überblick

Thema Rente

Mütterrente von CDU oder SPD, Garantierente der Grünen oder Kapitalrente der FDP - die Linke will zurück zur Rente mit 65 beziehungsweise zur Rente mit 60, wenn der Arbeitnehmer 40 Jahre lang eingezahlt hat.

Die Wahlprogramme auf einen Blick.

© Grafik: Nikola Ohlen

CDU/CSU
Die Frauen Union hat sich durchgesetzt: Die Mütterente steht im Wahlprogramm. Die Union will die Benachteiligung von Eltern, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, bereits im nächsten Jahr abmildern. Sie sollen bei der Berechnung ihrer Rente einen zusätzlichen Entgeltpunkt gutgeschrieben bekommen, was etwa 330 Euro im Jahr pro Kind ausmacht. Mehr als acht Millionen Mütter könnten von der Aufstockung der Renten profitieren; die Kosten von etwa 7,5 Milliarden Euro sollen aus der Rentenkasse bezahlt werden. Auch die steuerfinanzierte „Lebensleistungsrente“ von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen landete im Wahlprogramm. Geringverdienern wird die Aufstockung kleiner Renten auf 850 Euro im Monat versprochen. Voraussetzung: private Altersvorsorge und mindestens 40 Jahre „Leistung für die Gesellschaft“ – durch Berufstätigkeit, Erziehungszeiten oder Pflege von Angehörigen. Für Selbsständige ohne Absicherung will die Union eine Altersvorsorgepflicht einführen, egal ob privat oder gesetzlich.
 

SPD
Die Mütterrente hat es auch ins Wahlprogramm der SPD geschafft. Das Geburtsdatum der Kinder soll bei der Anrechnung von Erziehungszeiten keine Rolle mehr spielen –­ profitieren werden alle Neurentner. Um Altersarmut zu vermeiden, verspricht die SPD Geringverdienern statt der Lebensleistungsrente (Union) eine „Solidarrente“ von monatlich 850 Euro. Voraussetzung: 30 Beitragsjahre, 40 Versicherungsjahre. Ob privat vorgesorgt wurde, ist egal. Besonders wichtig ist den Sozialdemokraten, den Übergang vom Erwerbsleben in die Rente zu erleichtern. Die Rente mit 67 wird nicht aufgekündigt, aber wer 45 Jahre in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat, soll zum Beispiel mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen können. Außerdem soll das derzeitige Niveau der gesetzlichen Rente bis zum Ende des Jahrzehnts nicht weiter gesenkt werden. 2020 soll die Situation „neu bewertet“ werden. Die SPD will Betriebsrenten stärken, die Riester-Rente komplett überarbeiten und Selbstständige in die gesetzliche Rentenversicherung integrieren.
Grüne
Die Antwort der Grünen auf das Problem der Altersarmut heißt „Garantierente“. Wie bei der Lebensleistungsrente (Union) und der Solidarrente (SPD) soll die Monatsrente auf 850 Euro aufgestockt werden. Die Voraussetzungen unterscheiden sich jedoch von Modell zu Modell. Um die Garantierente zu bekommen, müssen Rentner mindestens 30 Jahre lang versichert gewesen sein –­ egal, ob sie in Vollzeit oder in Teilzeit gearbeitet haben. Da auch bis zu zehn Jahre Kindererziehung geltend gemacht werden könen, würden vor allem Frauen von diesem Modell profitieren. „Mittelfristig“ wollen die Grünen die Rentenversicherung zu einer Bürgerversicherung weiterentwickeln, in die alle Bürger, „das heißt auch BeamtInnen, Selbstständige und Abgeordnete, auf alle Einkommensarten unabhängig vom Erwerbstatus einzahlen“. Die Rente mit 67 halten die Grünen für notwendig ­– bessere Arbeitsmarktchancen für Ältere seien jedoch Voraussetzung.
FDP
Das Kapitel Rente ist im Wahlprogramm der Liberalen relativ kurz. Im Mittelpunkt steht die Wahlfreiheit. Die FDP will das gesetzliche Renteneintrittsalter streichen. Jeder, der älter als 60 Jahre ist, soll selbst entscheiden können, wann er sich in den Ruhestand verabschiedet. Je länger er arbeitet, desto geringer fallen die Abschläge aus, im besten Fall kann er sogar Zuschläge zur Rente erwarten. Einzige Voraussetzung für einen frühen Rentenbeginn im FDP-Modell: Der Rentenanspruch muss das Niveau der staatlichen Grundsicherung übersteigen. Im Wahlprogramm versprechen die Liberalen außerdem, die „Barrieren für Arbeit im Alter zu beseitigen“. Rentner sollen unbegrenzt und ohne Abzug hinzuverdienen dürfen. Momentan dürfen bei vorzeitigen Bezug der Rente maximal 450 Euro monatlich hinzuverdient werden.
Linke
Gysi und Co. stehen noch stramm an der Seite der Gewerkschaften: Sie sind die einzige Partei, die die Rente mit 67 abschaffen und zur Rente mit 65 zurückkehren will. Wer 40 Jahre lang in die Rentenversicherung eingezahlt hat, soll bereits mit 60 Jahren eine abschlagsfreie Rente bekommen. Das Konzept der Linken gegen Altersamut heißt „Solidarische Mindestrente“ – und liegt bei 1050 Euro netto im Monat. Während SPD, Union und Grüne bestimmte Voraussetzungen für die Rentenaufstockung verlangen, ist den Linken egal, wie lange und wie viel jemand in die Rentenkasse eingezahlt hat. Ein teures Modell? Für mehr Geld in der Rentenkasse sollen die Gutverdiener sorgen. Die Beitragsbemessungsgrenze wollen die Linken streichen – damit würden auf Einkommen oberhalb von 5800 Euro brutto (West) und 4900 Euro (Ost) Beiträge fällig. Ebenfalls im Programm: Eine Angleichung der Renten in Ost und West und eine Weiterentwickliung der Rentenversicherung zur Bürgerversicherung.

von Gabi Stief

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