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Bartol und Heck im Bundestag, Löber und Spies nach Wiesbaden, Fründt ist Landrätin

Der Super-Wahlsonntag: Bartol und Heck im Bundestag, Löber und Spies nach Wiesbaden, Fründt ist Landrätin

In Hessen und Berlin wird es neue Regierungen geben - die FDP erlebte eine historische Wahlschlappe und flog aus beiden Parlamenten, die CDU/CSU verpasste in Berlin die absolute Mehrheit der Mandate nur knapp.

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Heck schafft Einzug in den Bundestag

Können regieren: Kirsten Fründt (SPD) als Landrätin, Volker Bouffier als hessischer Minister­präsident und Angela Merkel als Bundeskanzlerin.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg/Berlin. Im Landkreis ist die SPD der absolute Wahlgewinner: Die Sozialdemokratin Kirsten Fründt gewann überlegen die Stichwahl um den Landratsposten mit 60,58 zu 39,42 Prozent gegen Marian Zachow (CDU).

Die Sozialdemokraten gewannen außerdem alle drei Direktmandate, die der Landkreis zu vergeben hatte. Sören Bartol hängte den CDU-Mann Dr. Stefan Heck beim Kampf um den direkten Einzug in den Bundestag um mehr als 5000 Stimmen ab. Tief in der Nacht war aber klar: Der Christdemokrat Heck zieht über die hessische Landesliste als zweiter Abgeordneter aus Marburg-Biedenkopf ebenfalls in den Bundestag ein.

Dr. Thomas Spies (SPD) schlug Christdemokratin Rose-Marie Lecher bei der Landtagswahl im Wahlkreis 13 um 4450 Stimmen, und Angelika Löber sorgte am späten Abend für den Paukenschlag. Die bislang noch wenig bekannte Sozialdemo­kratin schlug den hessischen Finanzminister Dr. Thomas Schäfer beim Kampf um das Direktmandat im Wahlkreis 12 um 215 Stimmen.

Das Ergebnis der heimischen Kandidaten trübte ein wenig die Stimmung bei den Christdemokraten, die ansonsten reichlich Grund zur Freude hatten: CDU/CSU holten bei der Bundestagswahl mehr als 42 Prozent der Stimmen und verpassten die Mehrheit der Mandate nur ganz knapp. Da die SPD aber eine rot-rot-grüne Regierung ausschloss,  spricht in Berlin jetzt vieles für eine große Koalition.

Ähnliche Signale gibt es im Kreis: CDU-Fraktionschef Werner Waßmuth deutete nach der Wahl von Kirsten Fründt die Bereitschaft seiner Fraktion zu Koalitionsverhandlungen mit der SPD an. Fründt wiederum will nach einer Mehrheit im Kreistag suchen. Weitere Stimmen zur Wahl von Kirsten Fründt lesen Sie hier.

von Till Conrad

Kommentar von Christoph Linne, Chefredakteur der OP:

Weiter mit „Mutti“ und Ja zu „Kiki“Die Wähler im Kreis haben eindrucksvoll bewiesen, dass sie genau abwägen, an wen sie ihre Stimmen vergeben. So lassen sich die teils erheblichen Abweichungen zwischen den Ergebnissen für Parteien und Personen erklären. Besonders auffällig ist dies bei den Erst- und Zweitstimmen im Bund zu beobachten – erst recht im Vergleich zur Stichwahl um den Landrats-Posten. Während auch die Wähler vor Ort dem Rat aus Europa folgen („Halt dich an Mutti“), ein „Weiter so!“ unter Kanzlerin Angela Merkel wollen – gilt für Marburg-Biedenkopf der Auftrag, neue Wege zu wagen. Um im Bild zu bleiben: „Probieren wir es mit Kiki“. So wird die triumphale Siegerin Kirsten Fründt von Freunden genannt. Wünschen wir der ersten Frau an der Spitze des Kreises, dass sie sich ihren Elan und Charme, ihre Offenheit und den unverbrauchten politischen Stil lang bewahrt.

von Christoph Linne

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Ein Abend mit einer klaren Siegerin

Kirsten Fründt strahlt. Die frisch gewählte SPD-Landrätin ist die Gewinnerin des Abends. Bei allen anderen Kandidaten des großen Wahltags ist die Stimmung eher gedämpft. Es scheint ein bisschen so, als habe hier jeder verpasste Ziele zu beklagen.

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Die heimische CDU hat nach elf Jahren ohne eigenen Wahlkreis-Abgeordneten wieder einen Mann in Berlin. Für Dr. Stefan Heck hat eine Zeit des Eingewöhnens und des Organisierens begonnen. Im Kreis und in Berlin stellt er sich auf für seine Arbeit.

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