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Bürgermeisterwahl

Zur fünften Amtszeit das beste Ergebnis

Nach einer halben Stunde stand das Ergebnis fest. Bei konstanter Wahlbeteiligung im Vergleich zur Wahl von vor sechs Jahren konnte Andreas Schulz noch einmal sechs Prozent zulegen und kam somit auf 78,2 Prozent.
Bei der Bürgermeisterwahl stützten 78,2 Prozent den Amtsinhaber Andreas Schulz. Archivfoto: Manfred Schubert

Bei der Bürgermeisterwahl stützten 78,2 Prozent den Amtsinhaber Andreas Schulz.

© Archivfoto: Manfred Schubert

Ebsdorfergrund. CDU und ÜBE/FWG haben kurz vor der Wahl das Wahlvolk nicht nur aufgefordert zur Wahl zu gehen. Sie haben beide auch darauf hingewiesen, dass man durchaus auch gegen den Einzelkandidaten Schulz stimmen kann. Die einen mit einem farblich kräftigeren Pfeil beim „Nein“, die anderen mit einem dick gedruckteren „Nein“.

Das kam bei den Gästen der Wahlparty nach Bekanntgabe der Wahl nicht so gut an, der Tenor war immer derselbe: Wer den Bürgermeister offensichtlich ablehnt, hatte die Chance, einen Gegenkandidaten zu stellen. „Aber wie will man seine Kritik erklären, wenn man schon seit vielen Jahren die Haushalte einstimmig mitträgt?“, fragt Heinrich Rabenau, der für die Grünen im neuen Gemeindevorstand sitzt. Schulz  sagte nichts direkt zu dieser Aktion der Oppositionsparteien, hätte sich aber wohl auch darüber gefreut, wenn er an diesem Abend wenigstens in der Gemeindeverwaltung offizielle Vertreter von CDU und ÜBE/FWG gesehen hätte, gerne auch bei der Wahlparty.

Doch  blieben sie aus, wie auch offizielle Vertreter vom Landkreis.  Niemand vom Kreis kam zur Ergebnispräsentation, niemand war bei der anschließenden Wahlparty unter den Rednern. Bis auch die letzte Rede verklungen war, gab es auch keine offizielle Gratulation eines Vertreters aus dem Kreishaus, die Landrätin selbst weilte am Wochenende zum Partnerschaftstreffen in Polen.

Nun, die – nennen wir sie mal interessanten – Wahlaufrufe von CDU und ÜBE/FWG  verfehlten ihre Wirkung. Schulz steigerte sein Ergebnis von vor sechs Jahren bei konstant gebliebener Wahlbeteiligung um sechs Prozent auf nun 78,2 Prozent. „Ich war am Vormittag schon etwas erschrocken“, gibt er zu, als bis 12 Uhr gerade mal zehn Prozent der Wahlberechtigten ihr Kreuz gemacht hatten. Doch wie schon Gemeindewahlleiterin Beate Betz am Freitag gegenüber der OP sagte, gab es doch einige Briefwähler, die das Gesamtergebnis dann doch auf das Niveau von 2010 brachten.

Schulz versäumte es nicht, sein Wahlergebnis Ergebnis auf mehrere Schultern zu legen. Auf ziemlich viele sogar. So sei er auch nur so stark, wie eine Gemeindeverwaltung arbeite. Und die seinige arbeite sehr gut, in allen Teilen, alle 152 Mitarbeiter. Politisch könne er sich auf die SPD und die Grünen verlassen, er betonte aber auch, kein Partei-Bürgermeister sein zu wollen.

Schulz: „Ich verstehe mich als Bürgermeister für alle Bürger der Gemeinde.“ Er freue sich sehr, dass er nun auf eine 30 Jahre währende Gesamtamtszeit zusteuern dürfe. Das mache ihn stolz, und bestätige seine vollbrachte Arbeit und auch die Ziele, die er noch erreichen wolle. 

Stimmen
  • FDP-Kreistagsabgeordneter Jörg Behlen, der in Ebsdorfergrund wohnt, via Facebook: „Andreas Schulz erhält meine Stimme. [...] Wir behalten unbestritten einen der fachlich fähigsten Bürgermeister Hessens.“
  • Reinhold Weber, ehemaliger Bürgermeister von Fronhausen und Freund von Andreas Schulz: „Ich habe dich während meiner Amtszeit als Bürgermeisterkollege schätzen gelernt. Du bist ein Bürgermeister, der Ziele hat und diese auch konsequent verfolgt.“
  • Werner Böckler, SPD-Fraktionschef: „Ich blicke jetzt auf eine 20-jährige Zusammenarbeit zurück und bin sehr froh über dein Ergebnis. Wir haben viel erreicht, Schulden abgebaut und schlau gesparrt. So darf es weitergehen.“ Erwin Junker, ehemaliger Erster Beigeordneter: „Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass wir als SPD 1992 das richtige getan hatten, als wir einem jungen Mann das Vertrauen geschenkt haben. Er hat es uns nun schon 24 Jahre lang mitBravour zurückgegeben.“
  • Rudi Claar, Vorsitzender der SPD Ebsdorfergrund: „Bleib so wie du bist, das würde uns sehr gefallen.“
  • Heinrich Rabenau, Gemeindevorstandsmitglied der Grünen in Ebsdorfergrund: „Ich bin etwas enttäuscht , was die Wahlbeteiligung angeht. Aber das Ergebnis freut mich sehr, Die Steigerung von sechs Prozent hat er den Grünen zu
  • verdanken. Ich setze nach dem Koalitionsvertrag nun auch auf eine gute Zusammenarbeit.“
  • Angelika Löber, SPD-Landtagsabgeordnete des Landkreises Marburg-Biedenkopf: „Ich freue mich sehr über das tolle Ergebnis für Andreas Schulz. Das bestätigt seine gute Arbeit.“

von Götz Schaub


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