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Zukunft steht auf sicheren Füßen

25 Jahre Jugendwaldheim Zukunft steht auf sicheren Füßen

Entdeckungstouren durch die Natur, Feldforschung, Spiele und jede Menge spannende Experimente - mit einem bunten Festprogramm feierte das Jugendwaldheim Roßberg sein 25-jähriges Bestehen.

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Auf dem Tandem-Sägefahrrad von Hessenforst legten sich Nevio und Mutter Katrin Beliza ins Zeug.

Quelle: Ina Tannert

Roßberg. Zwei Tage lang konnte der Verein zahlreiche Gäste, Gratulanten und Besucher begrüßen, an die bewegte Vergangenheit des Waldheims erinnern und spannende Einblicke in die vielfältige Welt der Natur aufzeigen.

Peter Honig zeigte den Kindern wie die Steinzeitmenschen Feuer machten.

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Jede Menge Ehrengäste, Mitbegründer, Ehemalige und Kooperationspartner konnten die Vereinsmitglieder bereits zum großen Festakt am Freitag im Bürgerhaus in Empfang nehmen und gemeinsam einen Rückblick über die Geschichte des viel genutzten, außerschulischen Lernortes geben. Viel Lob von den zahlreichen Gratulanten erhielt das vielfältige Lernangebot für Schüler wie Lehrer und die Förderung des Umweltgedankens über die pädagogische Arbeit im Waldheim. Was dort vor 25 Jahren begann, wurde „zu einer Erfolgsstory“, lobte Landrätin Kirsten Fründt. Das sich entwickelnde Konzept war damals alles andere als alltäglich und bis heute „ein besonderes Erlebnis. Ich bin froh und stolz darauf, dass es das Heim gibt“, betonte Fründt. Gegründet wurde das Jugendwaldheim bereits 1991 - „als idealen Standort für einen außerschulischen Lernort“ entdeckten die späteren Vereinsgründer und Naturpädagogen das ehemalige Forsthaus schon einige Jahre zuvor, berichtete der neue Vereinsvorsitzende Florian Rüther. Die Umweltziehung folge bis heute dem pädagogischen Konzept über „erlebbare, handlungs- und erfahrungsorientierte Lernwege“ und der Beschäftigung mit den Naturelementen Feuer, Erde, Wasser und Luft. Kurz gesagt: „Wir nutzen die Natur als Lernhelfer“, erklärte Rüther.

Er bedankte sich für die anhaltende Unterstützung verschiedener Stiftungen, von Stadt und Gemeinde sowie vom Landkreis und dem Land Hessen. Nur mithilfe zahlreicher Förderer konnte das Haus wachsen, das Bildungsangebot stetig weiter entwickelt werden. Die Förderung eines „wichtigen Lernortes in einem wunderbaren, authentischen Umfeld“ sei auch in Zukunft gesichert, gratulierte Stadträtin Kerstin Weinbach im Namen des Marburger Magistrats.

Großes Lob für den Macher Dr. Hartmut Bölts

Die praxisnahe Umweltbildung ist vor allem heutzutage, „in einer bewegungsarmen Zeit“, in der sich Kinder immer seltener in der Natur aufhielten, und erst Recht in der Zukunft „wichtiger denn je“, lobte auch Bürgermeister Andreas Schulz die Jubilare. Besonderes Lob erhielt der erst vor kurzem zurückgetretene, ehemalige Vereinsvorsitzende Dr. Hartmut Bölts. Für dessen langjährige Arbeit bedankte sich Rüther herzlich bei seinem Vorgänger. Dass er in dessen große Fußstapfen treten könne - darauf sei er „wirklich sehr stolz“. Bölts ­gründete und baute das Waldheim mit auf, „begleitete und bearbeitete es lange 25 Jahre und konnte ganzen Generationen junger Menschen die Natur näher bringen“, lobte Mitarbeiter Peter Honig. Zum Dank überreichten die Kollegen dem langjährigen Vereinschef eine ganz besondere Erinnerung: eine glänzende Schüssel aus Eschenholz, in der sie ganze 23 Stücke aller auf dem Gelände des Waldheims wachsenden Baumarten gesammelt hatten. Und die galt es auch aus der Nähe zu betrachten. Bei strahlendem Sonnenschein begaben sich einige Gäste an diesem Nachmittag auf Entdeckungstour durch Wald und Flur und widmeten sich vor allem der Bodenbeschaffenheit der Umgebung. Unter Anleitung von Dr. Claudia Wulff von der Universität Kassel untersuchten die Teilnehmer mithilfe von Bodenbohrern die unterschiedliche Zusammensetzung der Erde von Wald, Wiese und Bachlauf. Den ersten Festtag ließen Gäste und Vereinsmitglieder mit einer abendlichen Grillpartie am Jugendwaldheim ausklingen.

Auch am Samstag herrschte bunter Trubel rund um das ehemalige Forsthaus. Besonders den kleinen Besuchern wurden am Familientag so einige spannende Eindrücke in die Natur geboten. Pünktlich zum Beginn besserte sich auch das wechselhafte Wetter, das generell passend zum festlichen Hintergrund die ganze Vielfalt der wechselhaften Natur demonstrierte. Kleine und große Besucher genossen bei Wasserspielen, Papierschöpfen, Spinnen und Basteln einen sonnigen Nachmittag. In der „Steinzeithöhle“ demonstrierte „Feuermacher“ Honig wie unsere Vorfahren mit schwefel- und eisenhaltigem Markasitstein ein Feuer entzündeten. Ganzer Körpereinsatz war ebenfalls auf dem Tandem-Sägefahrrad von Hessenforst gefragt, auf dem sich die Besucher in die Pedale legten und durch den eigenen Kraftaufwand einen Baumstamm zersägten.

In die lange Reihe der Gratulanten und Förderer des Waldheims reihte sich zum Jubiläum ebenfalls die muslimische Ahmadiyya Gemeinde aus Marburg ein. Während des Familientages überreichten Vertreter der „Ahmadiyya Muslim Jamaat“ eine Spende an den Verein und ließen gemeinsam mit Mitgliedern, Pädagogen und Besuchern ein buntes Jubiläumsprogramm ausklingen.

von Ina Tannert

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