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Ziemlich beste Lesefreunde

LEA Leseklub Ziemlich beste Lesefreunde

Beim LEA Leseklub treffen sich wöchentlich Menschen mit und ohne Behinderung zum gemeinsamen Lesen in der Kaffeerösterei in Kehna. Im Mittelpunkt steht der Austausch über das Gelesene.

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Lucia Korzen (links) und Ursula Heuser (3. von rechts) lesen zurzeit mit den Besuchern des
LEA-­Leseklubs „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ von Christiane F.

Quelle: Philipp Lauer

Kehna. LEA steht für „Lesen Einmal Anders“ und ist Programm, wenn die Leseklubber donnerstags in der Kaffeerösterei ihre Bücher aufschlagen. Aktuell ist es das Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ von Christiane F. Das hat die Gruppe demokratisch abgestimmt. Christiane F. kommt nämlich ursprünglich aus Rachelshausen - der lokale Bezug war wohl ausschlaggebend, glaubt Lucia Korzen.

Korzen hat den Leseklub in Kehna im Dezember des vergangenen Jahres gemeinsam mit Ursula Heuser ins Leben gerufen und ist Woche für Woche dabei.

Es geht um den Austausch über das Gelesene

In der gemütlichen Runde haben sie schon „Ziemlich beste Freunde“ und „Das Wunder von Bern“ gelesen und besprochen. Populäre Titel der Erwachsenenliteratur - umgeschrieben in einfache Sprache, gedruckt in etwas größerer Schrift (wie im Hintergrundkasten). Zusätzlich werden schwierige oder nicht alltägliche Worte wie Sozialarbeiter oder Berliner Mauer in einem Glossar erklärt und in der Runde besprochen.

Bevor es losgehen kann, wird kurz besprochen, wo man in der vergangenen Woche stehengeblieben ist. Dann wird reihum vorgelesen, die beiden Nichtleser wiederholen im Echo-Prinzip, was Korzen oder Heuser vorlesen und erfassen auf diese Weise, worum es in dem Buch geht. Von den vier anderen Leseklubbern kann der eine besser vorlesen, mancher liest laut und deutlich, manch anderer etwas leiser. So geht es Absatz für Absatz voran im Buch.

Austausch über Bücher steht im Mittelpunkt

Immer wieder wird kurz besprochen, worum es ging und versucht, sich in die Handlung hineinzuversetzen. „Es geht nicht so sehr darum, schnell voran zu kommen. Vielmehr wollen wir uns über das Buch austauschen. Manchmal können wir auch Parallelen zum eigenen Leben ziehen, das ist besonders interessant“, erklärt Korzen. Wenn ein Buch dann durchgelesen ist, schauen die Leseklubber gemeinsam den dazugehörigen Film, wenn es einen gibt.

Nach Christiane F. steht wohl ein Besuch in Rachelshausen auf dem Programm. Vorher geht es im Oktober für einige Teilnehmer auf das LEA-Literaturfest in Berlin. Die Idee für die Leseklubs brachte eine Studentin aus den USA nach Deutschland, mittlerweile gibt es landesweit etwa 16 Klubs, viele in Köln und Berlin.

Nach einer Stunde Lesen geht es zurück an die Arbeit. Der Leseklub ist wie eine kurze Auszeit - das gemeinsame Lesen bereitet den Teilnehmern sichtlich Spaß. Zu den wöchentlichen Treffen des Leseklubs, donnerstags von 14.30 bis 15.30 Uhr, sind auch neue Mitleser willkommen.

Hintergrund: LEA Leseklub
LEA heißt Lesen Einmal Anders. Der LEA Leseklub trifft sich zum Lesen im Café in Kehna. Jeden Donnerstag, von 14.30 Uhr bis 15.30 Uhr.
Die Bücher sind in einfacher Sprache geschrieben. Einer nach dem anderen liest laut vor. Dann wird über das Buch gesprochen. Was gerade in der Geschichte passiert und was das bedeutet. Schwierige Wörter werden auch erklärt.
Der Leseklub liest gerade das Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“. Davor haben sie „Ziemlich beste Freunde“ und „Das Wunder von Bern“ gelesen. Wenn sie mit einem Buch fertig sind, schauen sie den Film dazu. Wenn es einen gibt.
Zum Leseklub kann jeder kommen, der Lust hat. Es ist nicht schlimm, wenn man nicht so gut lesen kann. Lucia Korzen und Ursula Heuser helfen dann dabei.

von Philipp Lauer

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