Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Ziel ist eine freie Fahrt für Rettungsfahrzeuge

Mehr Sicherheit am Seepark Ziel ist eine freie Fahrt für Rettungsfahrzeuge

Unglücke passieren. Sie lassen sich nicht hundertprozentig ausschließen. Auch an einem Badesee nicht. Aber in Sache schnelle Hilfe und Rettung möchte die Familie Gerkau als Seebesitzer alles bestmöglich gestalten.

Voriger Artikel
Kinderbetreuung: Angebot beschlossen
Nächster Artikel
Kita-Kinder können jetzt besser Ordnung halten

Ein neues Hinweisschild im Seepark Niederweimar erklärt, wo geschwommen werden darf.

Quelle: Thorsten Richter

Niederweimar. Wettertechnisch hat das Jahr 2013 bei Günter Gerkau noch keine Pluspunkte gesammelt. Seit 1980 ist dies wirklich das bisher schlechteste Jahr. Doch pünktlich für den ersten Feriensonntag ist ja endlich Sommerwetter angesagt. „Wäre schön“, sagt Gerkau.

Nach den Erfahrungen eines Unglücksfalls mit Todesfolge im vergangenen Sommer haben die Familie Gerkau als Seebesitzer und Betreiber der Freizeiteinrichtungen am See sowie die Gemeinde Weimar inklusive Feuerwehr und dem Schutzmann vor Ort Martin Agel Gespräche geführt. Anlass waren vor allem die schlechten Erfahrungen der Rettungskräfte der Feuerwehr bei dem Versuch mit dem Fahrzeug möglichst schnell an die Unglücksstelle zu gelangen.

Weil es damals ein besonders heißer Tag war und großer Besucherandrang herrschte standen sehr viele wild geparkte Autos an der Zufahrtsstraße im Weg und auf dem Gelände räumten einige Badegäste nur zögerlich und widerwillig ihren Liegeplatz, um die Rettungskräfte passieren zu lassen.

„Das war für uns alle eine Negativerfahrung“, resümierteGerkau schon im vergangenen Jahr. Nun war es so, dass das Todesopfer generell viel zu spät als vermisst gemeldet wurde, so dass die Ersthelfer, obgleich sie alles taten, was möglich war, keine echte Chance hatten, den Mann zu retten. „Wir wollen natürlich allen Badegästen die bestmöglichste Sicherheit und schnellste Rettung in der Not bieten“, sagt Gerkau. Deshalb hat sich im Vergleich zu vergangenem Jahr einiges verändert. Auf dem Gelände wurde ein neuer drei Meter breiter durch weiße Striche visuell erkennbarer Rettungsweg angelegt. Die Bänke wurden so aufgestellt, dass die Zufahrt frei bleibt.

„Alle 300 Mitglieder des Freundeskreises Baden werden an knalligen neon-grünen T-Shirts zu erkennen sein. Sie haben sich bereiterklärt, die Rettungszufahrt im Notfall von allen Hindernissen freizuräumen“, erläutert Gerkau. Zudem wurde ein Schild für ausländische Badegäste aufgestellt mit den wichtigsten Informationen zum Schwimmbereich sowie mehrere Hinweisschilder, wie ein Notruf erfolgreich abgesetzt wird.

So viel zu den Neuerungen auf dem Seepark-Gelände. Die Gemeinde als örtliche Ordnungsbehörde wird vor allem bei großem Besucherandrang den Parkraum, sprich den ruhenden Verkehr kontrollieren. Parkverstöße sollen konsequent geahndet werden. Falsch geparkte Fahrzeuge, die ersichtlich Rettungsfahrzeugen die Zufahrt erschweren würden, werden auf Kosten des Besitzers entfernt. „Wir appellieren an die Vernunft der Badegäste, denn schließlich kann auch jeder einmal in eine Notlage kommen“, sagte Bürgermeister Peter Eidam dieser Tage gegenüber der OP. Der Hilfspolizist der Gemeinde Weimar soll vom so genannten „Schutzmann vor Ort“, Martin Agel, unterstützt werden.

Die Badegäste, die mit ihren Autos anreisen werden darüber auch nicht im Unklaren gelassen. Die Gemeinde und die Firma Hotsport informieren gemeinsam in schriftlicher Form darüber.

Die Gemeinde befindet sich darüber hinaus noch in Gesprächen mit der Firma Cemex, mit dem Ziel eine zweite alternative Zufahrt für Rettungsfahrzeuge über das ehemalige Betriebsgelände einzurichten. Ergebnisse stehen noch aus.

von Götz Schaub

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Südkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr