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Zeiteninsel baut auf das Mittelalter

Argenstein Zeiteninsel baut auf das Mittelalter

Neueste Grabungsfunde auf dem Gelände der zukünftigen Zeiteninsel hat Grabungsleiter Uwe Schneider den Mitgliedern des Fördervereins im Vorfeld der Jahreshauptversammlung präsentiert.

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Diese mittelalterlichen Brunnen haben Archäologen bei Ausgrabungen in der Nähe von Argenstein entdeckt. Anhand des Brunnens, den Uwe Schneider zeigt, werden archäologische Befunde auch für Laien sichtbar: Durch die unterschiedliche Färbung der Erdschichten wird eine Art Grube deutlich, die in der mittelalterlichen Siedlung vermutlich der Wasserentnahme gedient hat, bevor sie später mit Erde verfüllt wurde.

Quelle: Patricia Kutsch

Argenstein. Seit acht Monaten graben Archäologen auf dem Gelände der geplanten Zeiteninsel bei Argenstein. Dabei haben sie einige seltene, interessante und Aufsehen erregende Funde gemacht, wie Bezirksarchäologe Dr. Andreas Thiedmann berichtete. Einige dieser spannenden Funde hat Grabungsleiter Uwe Schneider den Mitgliedern bei einem Rundgang über die künftige Zeiteninsel gezeigt. „Wir haben beispielsweise zahlreiche Funde aus der Hügelgräberbronzezeit“, erzählte Schneider den rund 50 Zuhörern. „Im Umkreis ist keine weitere Siedlung aus dieser Zeit bekannt.“

Ganz neue Erkenntnisse habe man während der Grabungen gewonnen: Während die Archäologen bisher davon ausgegangen seien, dass bei Argenstein hauptsächlich in der vorgeschichtlichen Zeit Menschen lebten, habe man bei den neuesten Ausgrabungen Befunde für eine mittelalterliche Siedlung entdecken können. Neben einigen Brunnen – darunter ein solide gemauertes Bauwerk – haben die Forscher Knochen von Schlachtabfällen und Gerät zum Spinnen von Wolle ausgegraben. Der Fund von Eisenschlacke belegt laut Schneider, dass auch ein Schmied in der mittelalterlichen Siedlung gelebt haben müsse.

Für Thiedmann ist es ein sehr spannender Zufall, dass das Museumsdorf direkt auf mittelalterlichen und prähistorischen Siedlungen entstehen solle. Wie er berichtet, grabe man nicht das komplette Gelände aus, sondern arbeite nur an einigen Randbereichen, wo jetzt auch die mittelalterliche Siedlung entdeckt wurde. Der größte Teil dieser Siedlung werde laut Thiedmann nicht ausgegraben. Stattdessen bringe man eine meterdicke Erdschicht auf, mit der man das Gelände der Zeiteninsel modelliere und erhalte somit die archäologischen Befunde direkt unter dem Museum.

Bei der Versammlung gab der Bezirksarchäologe bekannt, dass er sich vorstellen könne, das geplante prähistorische Museumsdorf um eine Zeitstation aus dem Mittelalter zu erweitern. „Wir sitzen direkt auf dem Mittelalter drauf, also sollten wir es auch präsentieren!“ So hat Thiedmann nun angeregt, den mittelalterlichen, gemauerten Brunnen zu erhalten. „Das wird aber schwer“, gab er gleich zu bedenken. Der Brunnen befindet sich genau dort, wo künftig die ParAllna verlaufen solle.

Der Archäologe und Vorsitzende des Fördervereins Zeiteninsel gab den Mitgliedern einen Ausblick mit großen Zielen: Zunächst wolle man nach Abschluss der Grabungen die „Funde mit großer Bedeutung für Argenstein“ im Ort präsentieren. „Auf unseren schönen Erkenntnissen wollen wir schließlich nicht hocken bleiben.“

von Patricia Kutsch

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