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„Wollen Bürgerhaus attraktiv machen“

Ortsbeirat Wolfshausen „Wollen Bürgerhaus attraktiv machen“

Bürgerhäuser - einst die Aushängeschilder der Ortschaften - sind heute oftmals nur noch ein Schatten ihrer selbst. Kaum dass sie ihrer Funktion noch gerecht werden, drücken sie auf den Geldbeutel der Kommunen.

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Das Bürgerhaus wurde 1978 bis 1980 eingerichtet. Oben: Der Ortsbeirat zeigt den erst vor wenigen Tagen neu gestrichenen großen Saal.

Quelle: Götz Schaub

Wolfshausen. Die Gemeinde Weimar hat sich bereits einen Überblick verschafft, was in ihren Bürgerhäusern noch läuft, wie lange sie ungenutzt sind, in welchem Zustand sie sich befinden und welches Defizit sie im Jahr verursachen. Mit 16700 Euro belastet das Bürgerhaus Wolfshausen die Gemeindekasse. Die Auslastung lässt zugegebenermaßen sehr viel Luft nach oben. Und doch: Wolfshausen ohne Bürgerhaus, das können sich die drei Ortsbeiratsmitglieder, Guido Wege, Helge Schwartz und Claus Bingel nicht wirklich vorstellen.

Und das passt jetzt auch gar nicht ins Bild, haben doch erst zehn fleißige Wolfshäuser mitgeholfen, dem großen Saal einen neuen Anstrich zu verpassen. „Wir wollen unser Bürgerhaus attraktiv machen und auch halten“, gibt Ortsvorsteher Guido Wege während der Ortsbeiratssitzung am Dienstagabend die Marschrichtung vor.

So aus dem Bauch heraus wollte Wege jetzt nicht verbindlich sagen, dass sich beispielsweise Vereine und/oder engagierte Bürger finden lassen, die die Trägerschaft übernehmen. „Wir haben es aber jetzt noch in der Hand, Vorschläge zu machen und die Zukunft des Bürgerhauses zu sichern“, so Wege. Ein „weiter so“ könne schließlich nicht die Lösung sein, und man müsse schließlich auch zur Kenntnis nehmen, dass die Gemeinde in einem überschaubaren Zeitraum Entscheidungen für eine effektive Sparpolitik treffen muss. Alarmiert sei man in Wolfshausen schon. So geht ein Gutachter davon aus, dass das Bürgerhaus in Wolfshausen, obwohl es gute 3000 Euro weniger Defizit im Jahr verursacht als beispielsweise das Bürgerhaus von Wenkbach, auf den Prüfstand kommen soll, während im Fall Wenkbach eher ein Erhalt empfohlen wird. Natürlich wissen die Wolfshäuser auch, dass das etwas mit der Auslastung durch Vereine zu tun hat. Die können sich die Wolfshäuser wiederum nicht backen, aber allein durch den in Wolfshausen beheimateten Förderverein Bürgerhilfe Weimar könne man sicher einen Ideenkatalog entwickeln. Dass die Einrichtung und die Angebote moderner werden müssen, sei unabdingbar, ein Internet-Zugang absolute Pflicht.

Die Stühle sind weit über 30 Jahre alt, die Sitzlehnen aus Holz bergen schon die Gefahr, einfach zu brechen. „So locken wir niemanden hierher“, stellt Wege fest. Der Gutachter, der die Bürgerhäuser mit Zahlen und Fakten für die Gemeinde aufgelistet hat, soll von einem 70er-Jahre Charme gesprochen haben.

Der Ortsbeirat kam in Absprache mit Dieter Happel, der im Vorstand des Fördervereins Bürgerhilfe Weimar mitarbeitet, überein, das Thema Bürgerhaus während der Jahreshauptversammlung des Vereins unter dem Tagesordnungspunkt Verschiedenes anzusprechen, zumal auch alle drei Ortsbeiratsmitglieder dem Förderverein angehören, und dann konkrete Vorschläge zu sammeln.

Die Jahreshauptversammlung findet am Donnerstag, 19. März, ab 19.30 Uhr statt. Wo? Na, natürlich im Bürgerhaus von Wolfshausen.

von Götz Schaub

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