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Wo Entdecker zu Forschern werden

"Unsere Spielplätze": Weimar Wo Entdecker zu Forschern werden

Spielerisch lernen, das mögen schon die Jüngsten. In Niederwalgern gibt es das Lern- und Experimentierfeld, ein Spielplatz mit Mehrwert, der auch Erwachsenen Spaß macht.

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Erst muss man kurbeln, dann fließt das Wasser: Das Lern- und Experimentierfeld in Niederwalgern bietet viele verschiedene Geräte, die die Kinder spielerisch mit Technik und Mechanik vertraut machen.

Quelle: Katharina Kaufmann-Hirsch

Niederwalgern. Janne kurbelt. Und kurbelt und kurbelt. Der Dreijährige ist ganz vertieft in diese Tätigkeit. „Ich brauche Wasser. Ganz viel Wasser“, erklärt er. Ins Becken rein schauen, in das er das Wasser kurbelt, kann er zwar nicht. Aber irgendwann findet er: „Jetzt hab ich genug gekurbelt. Zieh du mal den Stöpsel, Mama!“ Gesagt, getan. Der Stöpsel wird gezogen - und das Wasser fließt. Die Aufregung des Kindes ist riesig, die Begeisterung noch größer. „Das Rad dreht sich, weil Wasser drauf läuft, siehst du“, stellt Janne fest. Und hat damit das Prinzip der Wasserspiele auf dem Lern- und Experimentierfeld in Niederwalgern begriffen.

Die Wasserspiele (Foto: Kaufmann-Hirsch) sind nur eine von mehr als zehn Stationen auf dem größten Spielplatz der Gemeinde Weimar. Liebevoll und mit viel Elan ist dieser vor einigen Jahren angelegt worden. Die täglichen Besucherzahlen zeigen, dass die Idee dahinter ankommt: Kinder schon in jungen Jahren mit Technik, Mechanik, Hydraulik und Co. vertraut zu machen.

Alle Spielplätze der Gemeinde würden gut angenommen, antwortet Wolfram Jakobi vom Bauamt der Gemeinde auf die Frage der Besucherresonanz. Aus pädagogischer Sicht besonders nachgefragt sei das Niederwälger Lern- und Experimentierfeld. Dorthin kämen sogar auswärtige Schulklassen.

Diese haben dort vielfältige Möglichkeiten. Genauso wie der kleine Janne. Der will jetzt klettern, „und zwar da drüben auf dem Schiff“, sagt er und zeigt auf einen großen Kasten mit zwei Türmen.

Ein Schiff ist das Gerät zwar nicht, Spaß macht es trotzdem - und bringt so Kindern (und Erwachsenen) das System der Hydraulik näher. Durch das Hüpfen auf den Plattformen nämlich findet eine Kraftübertragung durch Flüssigkeit statt, sodass die eine Plattform sich absenkt und die andere nach oben steigt.

Ein Rohrtelefon, eine Camera Obscura, eine Personenwaage, ein Labyrinth aus Steinen, eine Deutschlandkarte mit den Landeshauptstädten und ein Formenpuzzle sind weitere Spielgeräte mit Lerneffekt. Eine Rutsche, mehrere Schaukeln, eine Wippe, ein Karussell und eine Seilbahn ergänzen das Angebot auf der gut 3000 Quadratmeter großen Fläche, die sowohl für Kleinkinder als auch Schulkinder zum Spielen geeignet ist.

Der Fun-Park (Foto: Kaufmann-Hirsch), zwischen den Gleisen an der Kreisstraße 59 am Ortsausgang Niederwalgern nach Roth gelegen, ist eher ein Spielplatz für ältere Kinder und Jugendliche. Ein Ballsportfeld lädt dort zum Spielen ein, eine Grillecke bietet Platz für die Zubereitung des Picknicks und ein grasbewachsener Parcours führt Mountainbiker und BMXler über Hügel, Rampen und durch einen kleinen Tunnel. Angelegt wurde das Freizeitgelände im Jahr 2014 von den Niederwälger Heinzelmännchen. Von ihnen wurde auch der Natur- und Erlebnispark mit Tretbecken, Holztierfiguren und Tipi am Waldrand gebaut. Dort bietet sich naturnah viel Platz zum Toben.

Viel Raum gibt es auch auf dem Spielplatz „Hainäcker“ inmitten von Niederweimar. Fünf Spielgeräte, darunter eine Karussell-Wippe sorgen für viel Spaß bei Jung und Alt.

Insgesamt unterhält die Gemeinde Weimar in ihren zwölf Stadtteilen 33 Spielplätze, die meisten davon in Niederwalgern und Niederweimar. Der Spielplatz mit den meisten Spielgeräten - nämlich 17 - ist übrigens das Lern- und Experimentierfeld. Dort stürmt Janne nochmal zu den Wasserspielen. „Ich will wieder kurbeln“, verkündet er und legt los.

Aus der Statistik
  • Zahl der Spielplätze: insgesamt 33
  • Größe: Die Größe der Flächen variiert zwischen 100 Quadratmetern und 3116 Quadratmetern.
  • Spielgeräte: Je nach Größe des Platzes gibt es zwischen einem und 17 Spielgeräten, darunter auch Spielgeräte für Kleinkinder, zum Beispiel auf dem Spielplatz „Hainäcker“ in Niederweimar, dem Spielplatz am Dorfgemeinschaftshaus Oberweimar und dem Spielplatz am Friedhof in Roth.
  • Haushaltsmittel: Im Haushalt des Jahres 2014 wurden 9500 Euro für die Spielplätze eingestellt und 7800 Euro davon ausgegeben.
  • Empfehlung: Besonders empfehlenswert ist das Lern- und Experimentierfeld in Niederwalgern.

von Katharina Kaufmann-Hirsch

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