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Wittelsberger sehen sich auf gutem Weg

Dorferneuerung Wittelsberger sehen sich auf gutem Weg

Nach vier Jahren geht das Wittelsberger Dorfentwicklungsprogramm so langsam Richtung Endspurt. Mit weiteren Projekten zur Aufwertung und Identitätsstärkung beschäftigten sich nun Arbeitskreis und Bewohner.

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In der Hirtenwiesenstraße in Wittelsberg werden derzeit die Kanalrohre erneuert.

Quelle: Thorsten Richter

Wittelsberg. Tourismus am Kirchberg, aufgepepptes Landschaftsbild, neue Wasserleitungen, Jugendarbeit und Seniorenbegegnungsstätte - eine Zusammenfassung über nahezu abgeschlossene Programme und Ausblicke auf künftige Projekte gab der Arbeitskreis Dorfentwicklung Wittelsberg am vergangenen Mittwoch. „Es tut sich viel“, fasste Bürgermeister Andreas Schulz den aktuellen Stand zusammen. „Wir wollen Wittelsberg ganz nach vorne bringen und auch das Wir-Gefühl stärken“, betonte der Vorsitzende. Umgesetzt werden soll dies demnächst etwa im Rahmen eines Moderationsprojektes „Identitätsstärkung für Wittelsberg“.

Ziel ist es neben dem Aufbau einer Steuerungsgruppe aus Wittelsberger Bürgern die Verbundenheit der Einwohner mit ihrem Dorf zu stärken und zu mobilisieren. Geplant ist erst einmal eine „Bestandsaufnahme durch Selbsteinschätzung“ per Bürgerbefragung, berichtete Kommunikationswirtin Ellen Ehring als Vertretung des beauftragten Planungsbüros „Cognitio“ während der Sitzung.

Beim Brainstorming Ideen gesammelt

Den Anfang machten die rund 25 anwesenden Wittelsberger, die im kurzen Brainstorming erste Ideen, Ziele und Umsetzungsmöglichkeiten auf farbigen Karteikarten fest hielten. Probleme sahen die Bewohner vor allem in einem fehlenden Interesse der Dorfgemeinschaft an örtlichen Veranstaltungen, wie etwa Vereinsfesten. Auch eine zu geringe Integration von Neubürgern bemängelten die Anwesenden, wünschen sich „neue Gesichter“ im Ort und den Vereinen. Daneben habe die Schließung des ehemaligen Dorfladens als „kommunikative Mitte“ von Wittelsberg eine Lücke hinterlassen, urteilten die Bürger. Weitere Interviews mit Bewohnern, um mögliche Perspektiven zu bestimmen, sollen demnächst folgen.

Einen Überblick über bisherige, nahezu abgeschlossene Projekte gab der Vorstand des Arbeitskreises. Die touristische Aufwertung des Kirchbergs geht voran, „es läuft alles gut“, so Schulz. Bisher konnte das Kriegerdenkmal versetzt, der Bereich vor der Kirche gepflastert und erste Sandsteine gesetzt werden. Weitere Wegebaumaßnahmen laufen derzeit. Eine Einweihung könne wie geplant am 18. Juli folgen. Daneben ist die Erneuerung der Wasserleitungen in der Hirtenwiesenstraße in vollem Gange, soll bis Oktober fertig werden.

Im Anschluss kann die geplante Umfeldgestaltung der Straße und rund um das Bürgerhaus samt Neugestaltung des Areals zwischen der Landesstraße und der Fußgängerbrücke „Am Steinbrunnen“ beginnen. Geplant ist unter anderem ein Multifunktionsplatz als neuer Ortstreffpunkt, eine Teil-Erneuerung der Randsteine sowie Baumpflanzungen. Dieses schließt direkt an die neue Konzeption des Bürgerhauses als „Seniorentreffpunkt für die gesamte Gemeinde“ an, Kostenpunkt 400000 Euro, teilte Schulz mit.

Gemeindehaus: „Einmalige Senioreneinrichtung“

Die Arbeiten sollen sich bis in das kommende Jahr hineinziehen. Im Januar soll das Gemeindehaus mit neuem Schwerpunkt feierlich eröffnet werden. Die Räumlichkeiten stehen dann privaten Veranstaltungen nicht mehr zur Verfügung, Aktivitäten und Feste von Vereinen sind nach Absprache weiterhin möglich, erklärte das Gemeindeoberhaupt und betont: „Das wird eine einmalige Senioreneinrichtung der Region.“

Im nächsten Jahr soll auch eine Begrünung in verschiedenen Bereichen des Ortes durchgeführt werden, jedoch weniger als ursprünglich gedacht. Die Planungen mit „Cognitio“ laufen derzeit. In diesem Bereich sei „weniger durchaus mehr“, meinten einzelne Anwesende. Eine weitere Bepflanzung müsse man nicht übertreiben, mit dem nahen Wald und dem Kirchberg sei Wittelsberg „grün genug“. Weiterhin ist im Verlauf diesen Jahres eine Aufwertung des Kinderspielplatzes mit großem Multifunktionsspielgerät sowie die erneute Einrichtung des Jugendklubs angedacht. Dieser wurde vor rund vier Jahren geschlossen, nachdem einige Heranwachsende „über die Stränge geschlagen hatten“. In die leer stehenden Klubräume solle nun die nächste Jugendgeneration unter neuer Aufsicht einziehen. Dies sei eine „neue vertrauensbildende Maßnahme“, zeigte sich Schulz zuversichtlich.

Mehr Raum für Flüsse

Parallel zur Dorferneuerung läuft aktuell das gemeindeübergreifende Flurbereinigungsverfahren, unter anderem als Ausgleichsmaßnahme für den Bau der geplanten Ortsumgehung Heskem. Auch im Bereich Wittelsberg soll etwa mit einer Erweiterung der Gewässer-Randgebiete „den Flüssen mehr Raum gegeben“, Wege vom Bewuchs befreit und eventuell erneuert werden, teilte Herbert Staubitz, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft des Flurbereinigungsverfahrens mit, das derzeit in Ebsdorfergrund und Amöneburg durchgeführt wird. An der künftigen Ortsumgehung soll schließlich ein neues Gewerbegebiet bei Heskem entstehen. Blockiert würden die Vorbereitungen dazu jedoch von dem verzögerten Baustart. Alternativ soll die etwa sechs Hektar große Fläche nun über die Wittelsberger Seite erreicht und erschlossen werden, teilte Schulz mit. Gespräche mit den betroffenen Landeigentümern werden demnächst folgen.

Allgemein zeigte sich der Arbeitskreis äußerst zufrieden mit dem laufenden Programm. Die Dorfentwicklung sei bereits nach der Hälfte der vorgegebenen Förderzeit nahezu umgesetzt, lediglich für die Ortsbegrünung fehle noch der erforderliche Förderantrag, freute sich der Vorsitzende. „Wittelsberg entwickelt sich zum Positiven und wird bald ganz vorne sein“, fasste Schulz zusammen.

von Ina Tannert

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