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„Wir wollen Fronhausen doch helfen“

Finanzierung wird geprüft „Wir wollen Fronhausen doch helfen“

Marian Zachow fühlt sich von Fronhausens Bürgermeister Weber zu Unrecht hart angegangen. Er als jetzt zuständiger Dezernent verschließe sich keineswegs einer Sanierung der gesperrten Brücke bei Sichertshausen.

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Die ehemalige Radwegbrücke soll nach Möglichkeit ganz neu erstellt werden.

Quelle: Götz Schaub

Sichertshausen. Zunächst möchte der Erste Kreisbeigeornete aber noch einmal zum gestrigen OP-Artikel Stellung nehmen und klarstellen: „Bei der Brücke handelte es sich von Beginn an um ein Provisorium. Auch wenn die Brücke nach Beendigung der Straßenbauarbeiten zur Ortsumgehung der B 3 für Sichertshausen und Bellnhausen in die Baulast des Kreises gekommen ist, waren keine formalen Verpflichtungen daran geknüpft.“ (Siehe Hintergrund)

Fakt sei jedoch, dass das Provisorium noch lange Jahre seinen Zweck erfüllte und die Menschen sich daran gewöhnt hatten, die Brücke als Rad- und Fußgängerweg weiter zu nutzen, obwohl die daneben liegende Straße nur noch schwach befahren wird. „Wir haben im Landkreis mehrere Stellen, die vergleichbar sind, aufgrund des schwachen Verkehrs, der dort herrscht, können wir es schlecht rechtfertigen, hier was zu machen und an anderer Stelle nicht“, so Zachow weiter. Und um es ganz deutlich zu sagen: „Die Straße ist so schwach ausgelastet, dass sie auch Fußgängern zugemutet werden kann.“ Zu diesem Ergebnis sei schließlich auch der ADFC, der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club gekommen. Dessen ungeachtet habe der Kreis aber schon in früheren Gesprächen mit Fronhausens Bürgermeister Reinhold Weber durchblicken lassen, dem Wunsch der Gemeinde Fronhausen auf Erhalt der Brücke als Radwegbrücke entgegenkommen zu wollen. „Wir können aber das Projekt nicht zu 100 Prozent finanzieren“, so Zachow. Will heißen, auch die Gemeinde muss etwas beisteuern.

Bürgermeister Schulzsagt spontan Hilfe zu

Das will Weber gerne tun, aber nicht in Form von Geld, weil er als Bürgermeister einer verschuldeten Gemeinde keine freiwilligen Ausgaben tätigen dürfe. Und die Mitfinanzierung der Brücke sei eine freiwillige Leistung, weil sie der Gemeinde gar nicht gehöre. Doch könne sich Weber durchaus vorstellen die Kosten zu minimieren, etwa durch die Übernahme der Planung, die im eigenen Hause erstellt werden könne. Zudem könne die Gemeinde Bauhofmitarbeiter und auch Gerätschaften stellen. Weitere Hilfe dieser Art wurde Weber von der Gemeinde Ebsdorfergrund zugesagt. Bürgermeister Andreas Schulz weilt zwar gerade im Ski-Urlaub, doch las er bereits in der Nacht zu gestern in der E-Paper-Ausgabe der OP, dass für gestern ein wichtiges Gespräch zwischen der Gemeinde Fronhausen und dem Landkreis ansteht. Kurzentschlossen bot er per Mail Hilfe an.

So könne er sich vorstellen, dass der Servicehof seiner Gemeinde die Abrissarbeiten der maroden Brücke übernimmt. Der Kreis könne diese Kosten weitgehend sparen und das dafür schon vorgesehene Geld in den Wiederaufbau stecken. „Ich bin mir sicher, die Sichertshäuser oder Fronhäuser helfen uns auch mal aus, wenn es sein müsste. Das ist gelebte interkommunale Zusammenarbeit und nicht nur bloßes Gerede darüber. Die Radfahrer brauchen die Brücke“, sagt Schulz. Er denkt dabei auch daran, dass viele Bürger aus seiner Gemeinde den überregionalen Radweg nutzen. „Wir waren schon vor dem jetzt geführten Gespräch tätig und lassen nun konkret prüfen, was möglich ist“, sagt Zachow.

Und weiter: „Wir lassen den Gesprächsfaden nicht abreißen. Wir brauchen aber die Beteiligung der Gemeinde Fronhausen und sind dabei auch offen für kreative Wege.“

Reinhold Weber freut sich, dass das Thema jetzt endlich ernsthaft angegangen wird, denn er will Lösungen zugunsten der Sicherheit der Radfahrer und Fußgänger und nicht noch Jahre warten, bis was passiert.

von Götz Schaub

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