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"Wir sind in Weimar ganz gut dabei"

Gemeindebesuch der Landrätin "Wir sind in Weimar ganz gut dabei"

Landrätin Kirsten Fründt hat sich für ihre Amtszeit vorgenommen, jeder Gemeinde im Kreis einen Besuch abzustatten. Am Dienstag war Weimar dran.

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Dr. Annegret Wenz-Haubfleisch (rechts) stellt Landrätin Kirsten Fründt (links) und ihren Begleitern die Landsynagoge Roth vor.

Quelle: Nadine Weigel

Weimar. Gemeinsam mit Bürgermeister Peter Eidam startete Landrätin Kirsten Fründt den Besuch der Gemeinde bei ihren jüngsten Mitgliedern. Von den Kindern in der Kita Niederweimar wurde der Tross mit einem Liedvortrag begrüßt. „Das Schöne an solchen Terminen ist, dass wir beide direkt vor Ort sind und uns die angemeldeten Bedarfe gleich anschauen können“, erklärte Fründt.

„In Niederweimar funktioniert die gemeinsame Mittagsverpflegung in Kita und Grundschule aktuell gut“, nannte die Landrätin als Beispiel. Die Gemeinde wächst und muss in Zukunft mehr Plätze anbieten. Deshalb ist eine gute Zusammenarbeit nötig zwischen dem Kreis als Schulträger und der Gemeinde als Ausstattungsverantwortliche für die Kita, die von der evangelischen Kirche getragen wird. Da waren sich Eidam und Fründt einig.

Begleitet wurden der Bürgermeister und die Landrätin von den Pressesprechern, FSJlerin Katharina Rink sowie Mitgliedern der Gemeindevertretung Weimar. Weiter ging es für die Gruppe zum Weltmarktführer in der Reißverschlussbranche YKK, der in Wenkbach produziert. „Der Konzern ist seit fast vierzig Jahren bei uns. Das wissen viele Leute nicht, weil die Japaner eine sehr zurückhaltende Firmenstrategie haben und kaum Außenwerbung machen“, erklärt Eidam. „Es ist spannend zu sehen, welche wirtschaftlichen Entwicklungen sich in Weimar tun. YKK ist mit 180 Mitarbeitern in Wenkbach vertreten“, ergänzte Fründt.

Moderne Fahrzeuge fallen größer aus

Ganz so viele sind es am benachbarten Standort der Firma Deuker/Schratz noch nicht. Seit Ende 2013 wird in den Hallen der ehemaligen Firma Paulyhauptsächlich Gebäck verpackt, seit Juli wieder im vollen Betrieb.

Bei Landmaschinen Becker zeigte sich Fründt beeindruckt von den aktuellen Dimensionen der Landmaschinen- und Kommunaltechnik. Dabei hatte sie aus ihrer eigenen Gärtnerlehre im botanischen Garten einen Vergleich mit Maschinen älteren Baujahrs. Im ländlichen Raum komme es aber eben nicht nur auf den Handel an, sondern auch auf den Service in Notfällen, betonte Fründt in Hinblick auf Erntezeiten, wo ein Ausfall der Maschinen schnell zum großen Problem werden kann.

Alle drei besuchten Betriebe haben gemeinsam, dass sie auch ausbilden. „Da ist in der ländlichen Struktur also auch Potenzial für junge Arbeitskräfte“, freute sich Fründt.

Herausforderung besteht in der Tagesalarmbereitschaft

Doch nicht nur die modernen Landmaschinen werden zunehmend größer. In so manchem Feuerwehrhaus im Kreis wird es langsam eng, weil die neuen Feuerwehrautos so groß ausfallen. Peter Eidam beruhigte: „Das eine oder andere Haus ist vielleicht etwas in die Jahre gekommen und es besteht Sanierungsbedarf. Ich denke, wir sind in Weimar vergleichs­weise ganz gut dabei. Bei uns passen die Fahrzeuge alle rein.“

Die Herausforderung sei eher, die vielen kleinen Ortsteilwehren zu erhalten, um die Tagesalarmbereitschaft zu gewährleisten, pflichtete ihm Fründt bei. Besonders durch die Lage an der Bundesstraße 3 müssen die Wehren oft zu Unfällen raus. Und wenn es doch irgendwo haken sollte, vertraue der Bürgermeister darauf, dass sich die „kompetente Feuerwehrführung schon meldet“. Vor dem Gespräch mit eben dieser stand auf dem „straffen Programm“, wie Eidam es nannte, am Nachmittag noch ein Besuch in der kürzlich mit der Jakobsmuschel ausgezeichneten Landsynagoge in Roth (die OP berichtete).

Gespräch mit den stillen Helfern zum Abschluss

Zehn sogenannte stille Helfer hatte der Bürgermeister zum abschließenden Kaffeetrinken eingeladen. Darunter versteht Fründt die Ehrenamtlichen, die sich engagieren, ohne dafür viel öffentliche Aufmerksamkeit zu erhalten oder zu erwarten. „Im Alltag ist es oft schwer, mit denen in Kontakt zu kommen, die in den Gemeinden oft schon lange dabei sind“, sagt die Landrätin.

Die eingeladenen Helfer engagieren sich in unterschiedlichen Bereichen wie der Awo, der Seniorenarbeit, der Jugendhilfe, der Dorfentwicklung oder dem Bürgerbus. „Es ist mir wichtig, von diesen wichtigen Akteuren der Gesellschaft zu erfahren, wo die Herausforderungen sind“, sagte Fründt und dankte denen, die mit ihrem Engagement dazu beitragen, dass das Leben in der Gemeinde so viel lebenswerter wird.

von Philipp Lauer

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