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Wie sehr ein Busunfall die Retter fordert

Training für den Einsatz Wie sehr ein Busunfall die Retter fordert

Verunglückt ein Bus im Straßenverkehr, ist die Hilfeleistung für die Feuerwehr eine besondere Herausforderung. Das wurde während einer Übung am Samstag deutlich.

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Allein die fehlende Knautschzone birgt eine erhebliche Gefahr bei einem Busunfall – vor allem für den Fahrer. Mit einem hydraulischen Rettungssatz übten die Feuerwehrleute das Freischneiden von Verletzten.

Quelle: Heiko Krause

Fronhausen. 40 Einsatzkräfte übten in Fronhausen intensiv für diesen Fall. Jens Hemer, Sprecher der Fronhäuser Wehren, freute sich, dass die Stadtwerke Marburg im Frühjahr einen ausgedienten Gelenkbus zur Verfügung gestellt hatten für das Training. „Ein solches Übungsobjekt bekommt man ganz selten“, betonte er. Dabei sei eine solche Großübung außerordentlich wichtig, wenn man bedenke, wie viele Busse im Linienverkehr unterwegs seien, von den Reisebussen auf der Bundesstraße 3 ganz zu schweigen.

Insgesamt 40 Feuerwehrleute waren beteiligt, 30 aus Fronhausen und die anderen aus den Nachbarkommunen Staufenberg, Weimar, Lohra und Lollar. Letztere stellten ein Löschfahrzeug aus Salzböden zur Verfügung mit einem zusätzlichen hydraulischen Rettungssatz. Angeleitet wurden die Feuerwehrleute von zwei professionellen Ausbildern aus Bayern.

Bereits am Vortag gab es theoretischen Unterricht. Dort sei über die Einsatztaktik bei Busunfällen gesprochen worden, so Hemer. Und vor allem die Unterschiede zu Personenwagen seien thematisiert worden. Das fange bei der geringen Knautschzone an, die beim Fahrer zu schweren Verletzungen führen könne und die Bergung erschwere. Zudem sei natürlich immer mit einer Vielzahl an Verletzten zu rechnen.

Die praktische Übung am Bus war in drei Stationen unterteilt. Bei der ersten ging es um die Fahrerbefreiung. Für den ersten Zugang, so Hemer, werde zunächst das Glas entfernt. Weiter ginge es darum, dem Rettungsdienst zur Erstversorgung einen Zugang zu ermöglichen, bevor der Verletzte im letzten Schritt bei der endgültigen Öffnung mit schwerem Gerät übergeben werden könne. Station zwei beinhaltete das Anheben des Busses. Dies ist nötig, wenn beispielsweise Verletzte unter dem Fahrzeug eingeklemmt sind. Zuletzt wurde die Erstversorgung verletzter Fahrgäste geübt, unter anderem das Anlegen von Halskrausen sowie die Übergabe an den Rettungsdienst.

Am kommenden Samstag, 21. September, haben alle Interessierten noch einmal die Gelegenheit, der Feuerwehr bei einem Buseinsatz über die Schultern zu schauen. Bei einer Schauübung zusammen mit der Bereitschaft Marburg-Mitte des Deutschen Roten Kreuzes ab 13.30 Uhr im neuen Gewerbegebiet „Im Boden“ in Fronhausen hinter dem Rewe-Markt wird der ausgediente Gelenkbus noch einmal zum Einsatz kommen.

von Heiko Krause

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