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Wie die Dickwurz schaurig grinsen lernt

Rübenfest Wie die Dickwurz schaurig grinsen lernt

Wurzel-Geister und Rüben-Innereien: Gute Laune und Halloween-Stimmung kamen beim zweiten Dickwurzfest in Niederwalgern auf.

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Kinder und Eltern verwandelten rund 200 Dickwurz in schaurig-schöne Rübengeister, die beim Schnitzwettbewerb prämiert wurden.

Quelle: Ina Tannert

Niederwalgern. Nach alt­hergebrachter Ernte-Tradition rückten Kinder am Samstag auf Bremersch Hof der Dickwurz zu Leibe. Im Einsatz waren Bohrer, Schaber, Kneipchen oder Eisportionierer. Rund 200 Futterrüben hatten die Landtechnikfreunde aufgefahren, die im Frühjahr „traditionell gedippelt“ wurden, soll heißen: noch mit einer jahrzehntealten „Dippelmaschine“ ausgesät und im Herbst per Hand geerntet wurden. „Mit der alten Technik und auf herkömmliche Art produziert“, erklärte Ortsvorsteher Hans-Heinrich Heuser. Passend zu dem neuen Fest mit traditionellem Hintergrund erinnerten die Landtechnikfreunde an die althergebrachte Arbeitsweise der Landwirtschaft.

Beim Rübenschnitzen erhielten die Dickwurze, angelehnt an Halloween- oder Erntedank-Bräuche, möglichst ausgefallene oder groteske Züge. Besonders geschickte Schnitzer bastelten noch Ohren, Barthaare oder Warzen an ihre Figuren, die sie während der Feier stolz dem Publikum präsentierten. „Rübenschnitzen macht Spaß, jeder kann seine eigene Rübe gestalten“, freute sich Marisa, die mit den anderen Teilnehmern konzentriert ans Werk ging. Im Gänsemarsch wanderte die Gruppe schließlich zur Preisverleihung über den Hof, sang das Rübenlied und präsentierte ihre gruseligen, grinsenden Rüben-Köpfe. Besonders aufwendig gestaltete Fratzen wurden prämiert, einen Preis erhielt jedes Kind. Die selbst gebastelten Rübengesichter nahmen die jungen Besucher mit nach Hause, nach alter Tradition werden die beleuchteten „Geister“ ins Fenster gestellt „oder vor die Haustür“, entschied Emilia. Die übrig gebliebenen Rüben-Schnitzel will der Verein als Wildtier-Futter nutzen.

Die bis heute anhaltende Tradition zur Erntezeit erhält nach wie vor großen Zuspruch. Schon vor Jahrzehnten, als noch zahlreiche Kleinlandwirte Dickwurz als Winterfutter für die Nutz­tiere anbauten, gehörte das Rübenschnitzen fest in die Herbstzeit. „Die Dickwurz hatte eine große Bedeutung, jedes Kind hat damals Rüben geschnitzt - das war unser Halloween“, erinnerte sich Vereinsvorsitzender Reinhold Deutsch noch an die eigene Kindheit.

Gegen Abend wanderten kleine und große Festbesucher mit ihren mit Teelichtern beleuchteten Rüben-Laternen durch die Straßen und ließen ein erfolgreiches Dickwurzfest gemütlich bei Punsch und Glühwein auf dem Hof ausklingen. Die Resonanz war dieses Mal noch größer als bei der Premiere im vergangenen Jahr, alleine rund 75 Kinder nahmen an dem Schnitzwettbewerb teil, schätzte der Vorsitzende.

von Ina Tannert

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